Neues aus der Welt des Bauens und Wohnens

Regenwassernutzung mit einer Zisterne

erschienen am 8/17/2012

Steigende Wasserpreise und auch das wachsende Umweltbewusstsein führten in den letzten Jahren zu einer gesteigerten Nachfrage nach Regenwasserzisternen. Dabei ist das Prinzip so einfach wie altbewährt. Schon im Altertum wurden Dachzisternen genutzt, um im Obergeschoss Wasser zum Kochen, Trinken und Waschen zu verwenden und im Untergeschoss das entstehende Brauchwasser zur Exkrementenentfernung (praktisch Toilettenspülung) zu nutzen. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Neuerungen und Anwendungsmöglichkeiten, welche mithilfe moderner Technik im Bauwesen Einzug gehalten haben.

Attraktiv beim Neubau

Heutzutage ist die Variante der modernen Regenwassernutzung besonders bei Neubauvorhaben interessant. Was bietet sich mehr an, als beim Ausheben des Kellerlochs oder des Bodenfundamentes gleich die vorhandenen Baumaschinen wie Bagger zu nutzen, um eine passende Mulde zum Tankeinbau auszuheben. Das Regenwasser der Dachrinnen kann dann leicht in die Regenwasserzisterne geleitet werden. Ein Überlauf in den Kanal verhindert das Auslaufen der Zisterne. Regenwasser steht damit beispielsweise für die Gartenwässerung zur Verfügung.

Bei der Konstruktion sollte man noch Folgendes beachten. Einen Einstieg an der Oberfläche für eine spätere Reinigungsmöglichkeit sollte man sich offen lassen. Wenn der Einstiegsdeckel einen doch stört, so wird empfohlen die abgedeckte Stelle ausreichend zu markieren, um einen leichten und umkomplizierten Zugriff weiterhin zu erhalten. Des Weiteren wird die Verwendung einer selbstansaugenden Pumpe nahe gelegt, welche sich nach dem Leerlaufen selber ausschaltet. Noch als wichtiger Punkt ist zu nennen, dass Regenwasser nicht unbedingt Trinkwasser darstellt. Auch Regenwasser kann nach langer Standzeit bakteriell verseucht sein, sodass sich auch Krankheitserreger darin aufhalten können. Ein Hinweisschild ‚Kein Trinkwasser‘ ist sinnvoll.

Kosten/Nutzenverhältnis?

Doch wie steht es mit dem Preis/Nutzen-Verhältnis bei einer Regenwasserzisterne? Eine derartige Anschaffung ist mit hohen Kosten verbunden. Eine Zisterne kostet im Durchschnitt ca. 2000 Euro bei einem 6000-l-Tank. Hinzu kommen dann noch Kosten für Pumpe, Leitungssysteme und natürlich noch die Ausgaben für die Baufirma für den Einbau. Geht man von einem Wert von 2 Euro pro m3 (1000l) Trinkwasserkosten aus, so spart man sich 12 Euro pro kompletter Tankfüllung. Nimmt man überdies eine geschätzte Niederschlagsmenge von min 700mm pro Quadratmeter an, wobei 1mm pro Quadratmeter ca. 1 Liter entspricht, so kann man bei einer Dachfläche von 100m2 ca. 70000 Liter also 70 m3 Wasser im Jahr auffangen. Das würde also eine maximale Einsparung von 140 Euro pro Jahr bedeuten. Eine Rentabilität ist somit erst nach mindestens 15 bis 20 Jahren gegeben.

Diese Zahlen geben klar Aufschluss, dass eine Regenwasserzisterne allein fürs Gartenwässern in der Regel sich nicht als rentabel erweist. Doch wie sieht es aus, wenn man einen größeren Tank (größeren Regenwasserpuffer) einbaut, um das Regenwasser auch für die Toilettenspülung zu nutzen. In diesem Falle ist zu beachten, dass sich das Regenwasseraufkommen nicht vermehrt. Die mögliche Auffangmenge bleibt bestehen. Es ändern sich nur die Kosten für den größeren Tank und die aufwendigeren Installationsarbeiten. Nach den Vorschriften ist gefordert, dass ein extra Leistungssystem für das Regenwasser verwendet wird, um eine Verunreinigung des Trinkwassers zu vermeiden. Folglich vermindert sich die Rentabilität noch mehr.

Betrachten man den Einbau einer Regenwasserzisterne somit aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten, so lohnt sich ein Einbau eher langfristig und nur bei regelmäßiger intensiver Nutzung. Neben den ökonomischen Gesichtspunkten gibt es jedoch auch ökologische. Wasser ist ein Grundnahrungsmittel, welches es zu schonen und zu erhalten gilt. Ein Einbau aus umweltbewusster Überzeugung macht somit durchaus Sinn.

Urheber der Bilder:

nach oben
Menü