Neues aus der Welt des Bauens und Wohnens

Modernes Wohnen – die Loftbauweise im Einfamilienhaus

erschienen am 08.07.2013

Das „offene Wohnen“ bildet den aktuellen Zeitgeist ab. Gleichzeitig bietet es die Möglichkeit, später Korrekturen vornehmen und entsprechende Raumteiler einzubauen. Bauherren sollten sich der Vorzüge und Nachteile bewusst sein, um ihre Vorstellungen von einem angenehmen Wohnraum umsetzen zu können.

Begrenzte Räume, abgetrennte Bereiche – dies waren Lösungskonzepte in der Vergangenheit, welche darauf abzielten, den Energie- und Wärmeverlust gering zu halten. Außerdem konnte man in einem Mehrpersonenhaushalt auch ruhige Momente für sich im eigenen Zimmer genießen. Doch im Zeitalter von moderner Hausisolierung, Singlehaushalte nund Kleinfamilien setzt sich immer mehr das offene Wohnen durch.

Mehr Fläche zur Entfaltung

Der oft genannte Vorteil liegt in dem erhöhten Gefühl des Freiraums. Während in der Vergangenheit eine verschachtelte Raumgestaltung eher zu einer gewissen Beengtheit führte, ermöglicht eine offene Bauweise selbst bei kleinerem Wohnraum mehr Gestaltungsspielraum. Durch eine gute Hausplanung kann man im Vorfeld bereits wichtige Vorkehrungen treffen.

In der Regel werden heutzutage besonders Wohnräume zusammengefasst. So verschmelzen immer öfter Küche, Essraum und Wohnzimmer zu einem. Der Vorteil ist, der Koch oder die Köchin kann am Familienleben teilnehmen, ohne separat zu agieren. Ein Überblick über das Geschehen um einen herum wird dadurch erleichtert. Besonders Mütter und Väter schätzen diese Bauweise, da man einerseits den Haushaltsarbeiten nachgehen und dennoch die Kinder im Auge behalten kann. Doch auch alternde Menschen oder Personen mit einer körperlichen Behinderung können den Vorteil einer barrierenfreien Bauweise genießen.

Bei einer alternativen aber heute noch eher unüblichen Planung können das Badezimmer und das Schlafzimmer miteinander verbunden werden. So kann bspw. nach dem Entspannungsbad das Bett zum Ruheort umfunktioniert werden. Schließlich bietet das offene Wohnen auch den Vorteil, dass weniger Materialien in der Bauphase benötigt und dadurch die Kosten vermindert werden. So reduziert sich beispielsweise die Anzahl der Innentüren, der zu streichenden und verputzenden Wände etc. Nur hinsichtlich der Statik sind entsprechende Berechnungen anzustellen und auch einzuhalten.

Nachteile der offenen Bauweise – Lärm und Gerüche

Doch die Bauweise des offenen Wohnens weist ebenso Nachteile auf. So ist ein verminderter Geruch- und Lärmschutz gegeben. Das bedeutet, beim Kochen ohne Abtrennung zum Wohn- und Essbereich können unangenehme Düfte, beispielsweise durch intensive Gewürze oder auch Angebranntes, das Wohngefühl, zumindest zeitweilig, vermindern. Zwar kann dem mit einer Dunstabzugshaube entgegengewirkt werden, jedoch steigt dadurch wiederum der Lärmpegel. Große Räume haben zudem den Nachteil der Hallbildung, was zusätzlich störend wirken kann.

Einige Bauherren bemängeln auch die begrenzte Auswahl an Stellplatzwänden für Möbelstücke bei einer offenen Wohnungsbauweise. Dies führt dazu, dass Sofas mitten im Raum platziert werden oder Wohnzimmerschränke praktisch als ungewollte Raumteiler fungieren müssen. Auch die potenziell mögliche Anzahl der Steckdosen oder Kabelanschlüsse wird reduziert. Die offene Bauweise erfordert somit einen höheren Planungsaufwand vor der Bauphase und auch klarere Vorstellungen über die spätere Möblierung. Die Flexibilität leidet somit ein wenig unter dem Bestreben ein offenes Wohnklima zu schaffen.

Verschmelzung zweier Räume muss sorgfältig geplant sein

Auch ist in der Bauplanung bei der Verschmelzung zweier Räume die spätere Nutzung zu beachten. Werden beispielsweise Bad und Schlafzimmer nicht getrennt, so muss dafür gesorgt werden, dass beispielsweise Wasserdampf nicht zur Schimmelbildung führt. Niemand schätzt überdies ein klammes Federbett. Eine Planung sollte deshalb nicht zu kurzsichtig getroffen werden, sondern sollte die einzelnen Ursprungsfunktionen eines Zimmers sinnvoll im Sinne des Bauherren verbinden.

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