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Wintergarten richtig bauen

erschienen am 09.04.2018

Wintergarten: Definition und Gliederung

Den Begriff „Wintergarten“ verwendet man primär für Anbauten und Räume mit großen Glasflächen, die direkt an Garten angrenzen oder mindestens über einen Blick auf Garten oder Landschaften verfügen. Man unterscheidet zwischen:

  • dem unbeheizten „kalten” Wintergarten
  • dem „temperierten” Wintergarten
  • und dem beheizten „warmen” Wintergarten.

Kalter Wintergarten

Der Kaltwintergarten ist ein Glasanbau und gilt als Verlängerung der Terrassen oder als Klimapuffer und besteht aus insolierten Profilen. Er dient als Schutz vor Regen, Kälte und Wind und ist zugleich ein idealer Raum für die frostfreie Überwinterung vieler Pflanzen.

Temperierter Wintergarten

Der temperierte Wintergarten dient zur Überwinterung empfindlicher Pflanzen und bietet einen Entspannungsbereich für die Bewohner an. Dieser Typ des Wintergartens wird sehr oft auf niedrigen Temperaturen zwischen 12 °C-16 °C gehalten.

Warmer Wintergarten

Der warme Wintergarten (Wohnwintergarten) ist ein über das ganze Jahr genutzter Wohnraum mit einer konstanten Temperatur. Er benötigt eine gute Dämmung und Beschattung, weil er sich in den warmen Monaten relativ schnell aufwärmt und im Winter genauso schnell abkühlt.

Verschiedene Bauarten von Wintergärten

Ein Wintergarten lässt sich auf verschiedene Art und Weise bauen. Bis jetzt haben sich 3 Grundrisse auf dem Hausbau-Markt erfolgreich durchgesetzt:

  • Anlehn-Wintergarten
  • Polygon-Wintergarten
  • Über-Eck-Variante.

Ein Anlehnwintergarten wird – wie der Name schon verrät – direkt ans Haus gebaut. Er verfügt meistens über eine einfache Pultdach-Konstruktion und ist kostengünstig in der Realisierung. Viel aufwändiger ist dagegen der Bau von einem Polygon-Wintergarten. Sein Baukörper erinnert in der Form an einen Pavillon und hat dadurch eine interessante Optik.

Wenn Sie sich für eine Über-Eck-Bauweise entscheiden, müssen Sie richtig in die Tasche greifen. Dafür, dass die Errichtung dieses Wintergartens so teuer ist, bekommen Sie einen schönen Panorama-Blick von ca. 270 Grad.

Holz, Metall, Kunststoff als Baumaterialien bestens geeignet

Die meisten Wintergärten bestehen aus Holz. Kein Wunder, weil dieser natürliche Rohstoff über hervorragende Wärmedämmeigenschaften verfügt. Wählen Sie aber nur robuste Hölzer, damit die Konstruktion an Stabilität gewinnt. Noch mehr Standsicherheit bietet Ihnen dagegen Aluminium. Dieses Material macht bei filigranen Wintergärten mit viel Verglasung wirklich was her und verleiht diesem Objekt eine gewisse Leichtigkeit.

Wintergärten aus Kunststoffprofilen sind preisgünstig und leicht zu verarbeiten. Der einzige Nachteil dabei ist, dass die Profile an sich schon viel wiegen und deswegen nur bei kleineren Glasanbauten in Frage kommen.

Baugenehmigung für Wintergarten ist Ländersache

In jedem Bundesland gelten andere Vorschriften. Gehen Sie auf jeden Fall vor Baubeginn zum zuständigen Bauamt und holen Sie die notwendigen Informationen ein. Für genehmigungspflichtige Wintergärten müssen Sie:

  • den Bauantrag beim Bauamt stellen
  • einen schriftlichen Nachweis über die Zustimmung der Nachbarn für den Bau vorlegen
  • Baubeschreibung sowie Bauberechnung erstellen
  • einen Auszug vom Katasteramt besorgen
  • eventuelle Nachweise über Brandschutz, Heizung und Lüftung liefern.

Wintergarten nach energetischen Bestimmungen bauen

Alle Wintergärten, die größer als 15 m² sind und ganzjährig als Wohnraum genutzt und beheizt bzw. gekühlt werden, müssen gemäß den gültigen Anforderungen errichtet werden. Diese beziehen sich auf den Wärmedämmwert (U-Wert) der Außenbauteile wie zum Beispiel Glasdach, transparente Seitenwände oder Bodenplatte.

Wintergärten, bei denen die Energieeinsparverordnung keine Anwendung findet

Gut zu wissen: Energetische Anforderungen gelten nicht bei

  • unbeheizten Wintergärten
  • beheizten Wintergärten von weniger als 12 °C
  • Wintergärten die pro Jahr weniger als vier Monate als Wohnraum genutzt werden
  • Wintergärten mit einer Nutzfläche von unter 15 m².

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