Neues aus der Welt des Bauens und Wohnens
Bild Familie

Gesundes Wohnen – nicht nur für Allergiker ein Thema

erschienen am 02.05.2014

Vermeidung von Elektrosmog, Schadstoffbelastung und Schimmel im Wohnraum: Was früher vor allem für Allergiker interessant war, ist inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Viele Bauherren achten bereits bei der Planung des Eigenheims auf ein gesundes Wohnklima.

Die wichtigsten Fragen lauten dabei: Welche Produkte und Materialien sind am stärksten mit Schadstoff belastet – und wie bekommt man letztere aus der Wohnung? Es muss nicht immer eine komplette Haus-Sanierung sein; auch einfache Maßnahmen sind mitunter sehr wirksam und sorgen für ein gesundes Wohn-Umfeld.

Gesundheitsprobleme durch Schadstoffe in der Wohnung

Viele gesundheitsschädliche Produkte (z.B. Asbest, Formaldehyd) wurden mittlerweile verboten. Dennoch weisen Möbel, Wandfarbe, Estrich und Dämmstoffe zum Teil erhebliche Schadstoffbelastungen auf – auch wenn deren Inhaltsstoffe nicht als „toxisch“ eingestuft werden, sind sie noch lange nicht schadstofffrei. Zu den Folgen der Schadstoffbelastung zählen Allergien, Migräne und Erkrankungen der Atemwege.

Meist werden Schadstoffe über einen längeren Zeitraum an die Luft abgegeben. Dagegen hilft vor allem regelmäßiges Lüften der Wohnung als Sofortmaßnahme: Nicht nur Schadstoffe werden dadurch reduziert, auch die Gefahr von Schimmel in der Wohnung sinkt rapide ab.

Schadstoffquellen und gesunde Alternativen

Besser als die Reduktion von Schadstoffen ist es in jedem Fall, sie von vorneherein zu vermeiden. Möbel, Böden und Wände sind die Hauptquellen schädlicher Substanzen – mit der Wahl der richtigen Materialien hingegen wird ein gesundes Raumklima gefördert.

Bodenbeläge

Vor allem elastische Bodenbeläge wie PVC fielen in der Vergangenheit bei Test häufig negativ auf, weil sie große Mengen an hormonähnlichen Weichmachern enthalten. Durch Hautkontakt beim Barfußlaufen oder das Einatmen vom belastetem Hausstaub werden sie aufgenommen und gelangen auf diese Weise in den Organismus.

Darüber hinaus enthalten sie Lösungsmittel, die über längere Zeiträume hinweg ausdünsten und die Atemwege belasten – Gleiches gilt übrigens auch für viele Teppiche bzw. den zum Verlegen verwendeten Kleber.

Parkett, Kork, Keramikfliesen und Naturstein sind gesunde Alternativen für den Bodenbelag. Sie weisen keine oder nur eine geringe Schadstoffbelastung auf; für Allergiker sind glatte Böden (z.B. aus Holz) ohnehin die bessere Wahl, da sie Hausstaubmilben keinen Lebensraum bieten.

Wandfarbe und Tapete

Bei Wandfarben und Tapeten sollte man darauf achten, dass Naturmaterialien möglichst ohne chemische Zusätze verwendet werden. Naturfarben etwa setzen auf Zitrusschalenöle als Lösemittel und Kunstharze auf Mineralölbasis als Bindemittel. Die „Decopaint“-Richtlinie des Europäischen Parlaments gibt zuverlässig Auskunft über die Unbedenklichkeit der verwendeten Stoffe.

Tapeten sorgen für Struktur an der Wand; leider entsteht diese Struktur jedoch in den meisten Fällen aus aufgeschäumtem PVC – einem Stoff, der sich wie erwähnt kaum mit gesundem Wohnen verträgt.

Ökologische und optisch sehr ansprechende Alternativen sind Putzarten aus mineralischen Stoffen wie z.B. „Stucco Pompeji“, der momentan schwer im Trend liegt: Mithilfe von Bienenwachs, Naturseife und verschiedenen Verarbeitungstechniken entstehen interessante Oberflächen mit lebendiger und edler Wirkung.

Mehr als Schadstofffreiheit

„Gesundes Wohnen“ bedeutet jedoch mehr als nur die Vermeidung schädlicher Stoffe in Wohnung bzw. Haus: Die Reduktion von Elektrosmog (z.B. durch WLAN-Geräte) und Lärm fördert das Wohlergehen der Bewohner ebenso wie richtiges Heizen und Lüften.

Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Gesundheit in den eigenen vier Wänden keinen unnötigen Risiken ausgesetzt wird – schließlich soll das eigene Zuhause ein Ort zum Wohlfühlen und Erholen sein!

Urheber der Bilder:

nach oben
Menü