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Rohrleitungen Wärmepumpe

Arten von Wärmepumpen

erschienen am 31.07.2012

Seit wenigen Jahrzehnten gelten Wärmepumpen als die große alternative Heizungsoption zu den klassischen Energiequellen wie Gas oder Erdöl. Das Prinzip ist dabei denkbar einfach und entspricht in vereinfachter Form dem Kühlschrankprinzip. Anstelle einer Kühlfunktion wird hierbei jedoch die Wärmeenergie aus der Umwelt entnommen und dem Haus zugeführt.

Grundsätzlich existieren dabei verschiedene Varianten der Wärmepumpe, welche sich alle hinsichtlich des Mediums ausrichten, dem die Wärme entzogen werden soll. In der Regel wird dabei entweder die Luft, das Grundwasser oder die Erdwärme (beispielsweise durch Erdwärmesonden oder durch Erdwärmekollektoren) als Energiequelle verwendet.

Erdwärmesonden - die günstige Variante 

Bei Erdwärmesonden werden tiefe Bohrlöcher in das Erdreich gebohrt und mit Rohrbündeln versehen. Mithilfe von Umwälzpumpen wird dann die Wärmeenergie des Erdreichs genutzt. Ähnlich verhält es sich bei Erdwärmekollektoren, wo praktisch ein horizontales Rohrleitungsnetz in geringer Tiefe verlegt wird. Im Gegensatz zu Erdwärmesonden ist der Wirkungsgrad jedoch geringer, allerdings sind auch die Investitionskosten niedriger. Des Weiteren ist eine behördliche Genehmigung in der Regel bei Erdwärmekollektoren nicht erforderlich.

Grundwasser-  und Luftwärmepumpen 

Bei Erdwärmesonden und Erdwärmekollektoren handelt es sich jeweils um geschlossene Systeme. Anders verhält es sich bei Grundwasserwärmepumpen oder Luftwärmepumpen. Bei Grundwasserpumpen wird das Wasser zur Wärmepumpe gesaugt, wo dann die Wärmeenergie entnommen wird. Diese Art der Wasserentnahme und ggf. Rückführung bedarf einer wasserrechtlichen Genehmigung durch die Behörden, da Grundwasser ein Lebensmittel darstellt, dass es zu schützen gilt. Folglich ist diese Art der Energiegewinnung auch nicht überall möglich. Alternativ bieten sich Luftwärmepumpen an, wo der Umgebungsluft über ein Trägermedium die Wärme entzogen wird. Der große Vorteil liegt darin, dass keine kostenaufwendigen Erdbohrungen notwendig sind.

Doch so einfach und effektiv diese neuartige Heizungsmethode auch klingt, müssen auch gewisse Faktoren beachtet werden.

  • Einerseits sind diese Systeme nicht autark, das bedeutet, sie benötigen auch Energie in Form von Strom, um die Umweltpumpe oder Warmwasserbereitung zu betreiben. Es existiert somit eine Abhängigkeit hinsichtlich der Stromkosten.
  • Des Weiteren ist zu beachten, dass besonders bei den Erdwärmesonden, Erdwärmekollektoren und Grundwasserwärmepumpen die Gefahr des Wassereindringens gegeben ist. Rückschlagventile und eine sorgfältige Abdichtung reduzieren die Gefahr von Wasser im Keller.Luftwärmepumpen zeichnen sich tendenziell negativ aus durch ihren hohen Lärmpegel.
  • Überdies vermindert sich der Wirkungsgrad bei tiefen Außentemperaturen erheblich. Besonders in der kalten Jahreszeit wird jedoch genau diese Wärmeenergie am meisten benötigt.

Doch Wärmepumpen zeichnen sich auch durch viele Vorzüge aus.

So können sie nicht nur im Winter als Wärmequelle dienen, sie bieten sich auch als Kühltechnik in heißen Sommermonaten an. Ein angenehmes und gleichbleibendes Raumklima kann dadurch besser gewährleistet werden. Des Weiteren sind kein Kamin (keine Kaminkehrerkosten) und auch kein Raum für Brennstofflagerung (Öltank) notwendig.

Wärmepumpen haben aufgrund ihrer Vorzüge durchaus ihre Berechtigung als modernes Heizungssystem erworben. Doch auch ihre Nachteile müssen bei der Wahl beachtet werden. Schlussendlich ist es eine Frage der Rentabilität und der möglichen lokalen Bedingungen, ob sich eine Wärmepumpe als die bessere Alternative hinsichtlich Gas- und Ölheizung herausstellt.

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