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Dachspeicher zum Wohnraum ausbauen

Dachspeicher richtig nutzen - Ausbau zum Wohnraum

erschienen am 30.03.2012

Man stelle sich einen dunklen Raum vor, der verstaubt und außer ggf. als Rumpelkammer oft keinen nennenswerten Nutzen hat. Diese vernachlässigten Wohnräume stellen die Dachböden dar, welche in Zeiten teurer Bauplätze und beengten Wohnungen ungenutzt oft verkümmern. Dabei bieten Dachspeicher die ideale Möglichkeit der optimalen Raumnutzung an. Mithilfe von Dach- und Panoramafenstern ermöglichen sie oft einen atemberaubenden Ausblick für die Bewohner und schaffen einen idealen Rückzugsraum für Ruhe, Entspannung oder sportliche Aktivitäten.

Der Ausbau des Dachgeschosses - nicht mit jeder Dachform möglich

Doch nicht jede Dachform eignet sich für den Ausbau. Eine grobe Daumenregel besagt, dass Dachneigungen unter 20 Grad dafür nicht geeignet sind. Doch der Einzug in das höchste Obergeschoss bedarf in der Regel einiger Umbauten. So ist zum einen eine ausreichende Dach- oder Außenwandisolierung anzubringen. Häufig sind Dachspeicher nicht ausreichend gedämmt und auch die Abdichtung ist oft notdürftig. Das angebrachte Isoliermaterial hatte bisher nur den Sinn, das darunter liegende Wohngeschoss vor Kälte zu schützen. Es ist zu beachten, dass ausgebaute Dächer nach der Fertigstellung auch der neuen Energiesparverordnung entsprechen müssen. Eine einfache und kostengünstige Lösung stellt dabei die Zwischensparrendämmung von innen dar. Zum Anderen müssten neben der Isolierung/Abdichtung auch entsprechende Leitungen für Strom, Fernsehen, Internet, Wasser oder Heizung verlegt werden. Sollten Heizungsrohre zu aufwendig sein, so bietet sich auch eine Elektroheizung an. Dabei sind dekorative Optionen wie Steinheizplatte mittlerweile möglich.Im Bereich Internet kann auch auf WLAN Verbindungen zurückgegriffen werden.

Größere Fenster einbauen - Vorsicht vor undichten Stellen 

Ein wesentlicher Umbau ist der Bereich Fenster. Meistens haben Dachböden nur eine kleine Dachluke zwecks Ausstiegsmöglichkeit vorgesehen. Die Punkte Licht und Ausblick stellen jedoch einen wesentlichen Faktor hinsichtlich der Wohlfühlatmosphäre dar. Beim Einbau von Dachschrägen- oder Panoramafenstern spielt die Thematik dichter Abschluss eine wichtige Rolle. Niemand mag, dass es in den Dachboden reinregnet. Auch wenn nicht gleich Sturzbäche festgestellt werden können, so leistet auch das Eindringen von kleinen Wassermengen der Schimmelpilzbildung Vorschub. Beim Einbau bietet es sich an, gleich die Dachhaut und die Dachkonstruktion auf den Zustand zu überprüfen. Sie sollte in jeden Fall in einwandfreiem Zustand und absolut dicht sein. Bei der Wahl des Fußbodens sollte man auf Tritt- und Schallschutzqualität wert legen. Dies reduziert einerseits die Lärmbelastung für die neue gewonnene Raumfläche und strapaziert nicht die Nerven der Bewohner unterhalb. Es bieten sich Korkböden, aber auch Laminatböden mit Schallschutzmatte an. Beim Umbau sollte man überdies darauf achten, dass nachträgliche Schäden vermieden werden.

Entsprechende Lüftungs- oder Fallrohre sollten nicht beschädigt oder zumindest handwerklich professionell umgeleitet/umgebaut werden. Des Weiteren sind Stützwände und -pfeiler nicht zu beschädigen, sondern sollten eher in das Raumkonzept dekorativ mit eingebunden werden. Grundsätzlich wird empfohlen, beim Bauamt vorher abzuklären, ob der Umbau genehmigt werden muss. Der Einbau von Gauben oder ein bestehender Denkmalschutz können den Ausbau verzögern oder gar verhindern.

Grundsätzlich sollte man sich jedoch nicht entmutigen lassen. Auch wenn der Einbau von Dachfenstern nicht genehmigt wird, so kann die gewonnene Raumfläche immer noch bei ausreichend angebrachter Beleuchtung genutzt werden, als Privatkino-/Entertainmentraum, als Ruheraum oder vielleicht als Fitnessraum mit Fernsehanschluss. Ohne große Investitionen ist es somit leicht, neuen Wohnraum zu schaffen.

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