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Kürzung der Solarförderung - lohnt sich die Anlage fürs Haus noch?

erschienen am 7/31/2012

Vor einigen Wochen erschreckte der gelernte Arzt und Wirtschaftsminister Philipp Rösler nicht nur die Solarbranche, sondern auch die Bundeskanzlerin indem er mit einer einseitigen und nicht abgestimmten Erklärung zur Kürzung der Solarförderung die Energiewende in Frage stellte. Doch was ist aus dieser markigen und wirtschaftsschädlichen Erklärung geworden und lohnen sich erneuerbare Energien nach der Kürzung der Solarförderung noch? Lesen Sie hier mehr darüber, wie die bisherigen Regelungen noch genutzt werden können. Und was Sie tun sollten.

Die ursprüngliche Kürzung aller Förderungen ist vom Tisch

Die markige Ankündigung einer Kürzung der Solarförderung pro produzierte Kilowattstunde von 40 % ist vom Tisch. Für kleine Solaranlagen gibt es nach Anrufung des Vermittlungsausschusses von Bundesrat und Bundestag einen wesentlich kleineren Abschlag auf die Fördersätze, für Großanlagen werden die Kürzungen lediglich 20 bis 30 % betragen. Diese neuen Verkaufspreise - auch Einspeisvergütung genannt - gelten für alle neu in Betrieb zu nehmenden Anlagen. Das Ergebnis des Vermittlungsausschusses wird wohl den Bundestag und Bundesrat passieren, so dass dann wieder verlässliche Kalkulationsgrundlagen auf dem Tisch liegen. Ein großer Vorteil dabei ist, dass die Kürzung der Solarförderung einigermaßen planbar ist.

Förderung bis zu 20 Jahre und zu einem Gesamtvolumen von 52.000 MW Leistung

Trotz aller Kritik an der Senkung der Einspeisevergütung gibt es auch ein paar positive Aspekte! Die Regelungen für installierte Anlagen gelten für einen festen, unveränderlichen Zeitraum von bis zu 20 Jahren. Dies bedeutet einen moralisch und verwaltungsrechtlich korrekten Bestandsschutz für alle schon in Betrieb befindlichen Anlagen! Mit einer bisher installierten Leistung von 28.000 MW gibt es also auch noch ein Potential für den Zubau bis zur festgelegten Höchstgrenze. Damit wird der Ausbau der Solarenergie noch weiter beschleunigt, da jeder Anlagenbetreiber die bisherigen Regelungen nutzen möchte und die Ertragsquelle Solarstrom so für einen langen Zeitraum gesichert werden kann. Insofern lohnt es sich - bei einem guten Standort - auf alle Fälle. Zumal die Solarpaneele in den letzten Jahren pro KWp-Leistung erheblich günstiger geworden sind und so eine noch höhere Rendite erwirtschaften können.

Steigende Preise für fossile Energie unterstützen die Solarförderung

Die Diskussion um die Kürzung der Solarförderung wird ja hauptsächlich dadurch entfacht, dass der Solarstrom zu einem höheren Preis als dem derzeitigen Marktpreis angekauft wird. Allerdings verbessern sich die Rahmenbedingungen für die Solarenergie ganz unabhängig von der Einspeisevergütung und dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)! Fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas werden ständig teurer und auch durch eine CO2-Steuer zusdätzlich belastet. Dies könen Sie an jeder Tankstelle beobachten oder auch Ihrer eigenen Heizungsabrechnung bzw. Nebenkostenabrechnung entnehmen.

Insgesamt kann gesagt werden, dass die bekanntgegebenen Änderungen und das Infragestellen der Energiewende durch einen einzelnen Minister relativ ungeschickt gelaufen ist. Die Rahmenbedingungen für die Solarförderung haben sich insbesondere für großflächige anlagen leicht verschlechtert, was aber durch die günstiger werdenden Solarmodule in vielen Fällen überkompensiert wird. Solarenergie bleibt also eine interessante Investition, zumal in Zukunft ebenso die Energiespeicherung gefördert werden soll.

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