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Massiv- und Fertiggarage im Vergleich

erschienen am 7/31/2015

Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind – deshalb kommt der Garage beim Hausbau eine nicht unerhebliche Bedeutung zu. Fertiggaragen sind bereits für wenige Tausend Euro zu haben, lassen aber kaum Spielraum für individuelle Planungs- und Gestaltungswünsche. Massiv gebaute Garagen wiederum schlagen meist mit deutlich höheren Baukosten zu Buche. Unsere Gegenüberstellung zeigt, welche Eigenschaften die jeweiligen Garagentypen haben und welche Art für Sie am besten geeignet ist. 

Massiv gebaute Garage: Langlebig und variabel

Eine gemauerte Garage ist robust und ebenso langlebig wie ein Haus aus Stein; die Lebensdauer beträgt bei sachgemäßer Instandhaltung bis zu 80 Jahre. Durch die freie Planung sind Sie nicht auf Standardmaße angewiesen: Praktisch jede Form (z.B. als Doppelparker) ist realisierbar, als Anbau können Sie die Massivgarage sogar nahtlos an das Hauptgebäude anschließen.  

Unschlagbare Stabilität

Mit der stabilen Bauweise gemauerter Garagen können Fertigprodukte nicht mithalten. Durch die belastbare Konstruktion gewinnen Sie Raum auf gleich zwei Ebenen, da Sie das Dach der Garage z.B. für

nutzen können. Diese Stabilität bringt jedoch auch einen Nachteil mit sich: Die Wandstärke ist dicker als bei Fertiggaragen, wodurch Sie im Inneren der Garage an Raum verlieren. 

Sicherer Stauraum – nicht nur fürs Auto

Aufgrund der massiven Bauart verfügen gemauerte Garagen prinzipiell über eine bessere Belüftung als Fertiggaragen. Vor Schimmelbildung brauchen Sie sich also nicht zu fürchten, insbesondere bei beheizten Garagen. Sofern Sie den Garagenbau mit einer Dämmung als Wärme- und Kälteschutz versehen, können Sie darin so gut wie alles lagern. Dadurch gewinnen Sie sicheren und trockenen Stauraum – nicht nur für Ihr Auto. Bei entsprechender Größe können Sie in Ihrer Massivgarage auch eine kleine Werkstatt einplanen, einen Durchgang zum Haus bauen – oder die Haustechnik darin unterbringen. 

Meist höhere Kosten als bei Fertiggaragen

In der Regel liegen die Kosten einer Massivgarage deutlich höher als bei einer vorgefertigten – sofern Sie Standardmaße aufweist. Bei Sonderlösungen hingegen kann die gemauerte Garage sogar günstiger sein. Der Garagenbau nimmt vergleichsweise viel Zeit in Anspruch; rund fünf Wochen sollten Sie für

  • Erdarbeiten
  • Fundament
  • Estrich
  • Verputzen

einplanen. Sofern Sie mit den Arbeiten eine Firma beauftragen, sind die Baukosten deutlich höher als bei einer Fertiggarage – durch Eigenleistung winkt jedoch hohes Sparpotential für begabte Heimwerker. 

Fertiggarage: Günstige Alternative mit Einschränkungen

Sofern Sie Standardmaße verwenden, sind Fertiggaragen (inklusive Garagentor) die deutlich günstigere Alternative zu massiv gemauerten Garagen. Die Bauzeit beschränkt sich auf einen Tag – allerdings muss bei der Anlieferung ausreichend Platz vorhanden sein. Weil die Wände bedeutend dünner sind, steht Ihnen im Innenraum mehr Raum zur Verfügung. Diesen können Sie jedoch nur mit Einschränkungen nutzen, da eine erhöhte Gefahr von Feuchtigkeitsbildung besteht. Auch bei der Gestaltung sind Ihnen Grenzen gesetzt: Nicht alle Formen, Farben und Größen lassen sich ohne weiteres realisieren – oder nur gegen einen entsprechenden Aufpreis. Neben Betongaragen sind mittlerweile Stahlkonstruktionen weit verbreitet; wir stellen Ihnen beide Garagentypen im Folgenden vor. 

Betonfertiggaragen

Für Hanggrundstücke sind Fertiggaragen aus Stahlbeton eine gute Option: Die Rückwand ist erddruckfähig, wodurch auch der Bau von Doppelgarage oder Reihengaragen kein Problem darstellt. Unter Umständen besteht sogar die Möglichkeit, das Garagendach ähnlich wie bei einer Massivgarage zu begrünen oder als Außensitz zu gestalten – eine gut funktionierende Dachentwässerung ist dabei allerdings unverzichtbar. 

Auf Rissbildung und Feuchtigkeit achten

Aufgrund der maschinellen Fertigung kommt es im Beton relativ häufig zu Rissen in Wänden und Decken. Nicht immer ist dies ein Grund zur Sorge – bei Rissen in der Decke besteht allerdings die Gefahr, dass das Dach undicht wird. Aus diesem Grund erfordern Betongaragen einen erhöhten Pflegeaufwand: Bessern Sie Risse umgehend aus und tragen Sie eine entsprechende Beschichtung auf, um Schäden an der Substanz zu vermeiden! Auch zu hohe Feuchtigkeitsbildung kann bei Betongaragen zum Problem werden: Die eingebauten Lüftungsschlitze reichen bei hoher Feuchtigkeit (z.B. durch Schnee oder Starkregen) nur bedingt aus – lüften Sie also regelmäßig, um Schimmelbildung zu vermeiden! Dadurch beugen Sie auch der Gefahr von Rostbildung vor.
Tipp: Lagern Sie in einer Betonfertiggarage keine feuchtigkeitsempfindlichen Gegenstände wie z.B. Textilien oder Bücher, da diese auf Dauer schimmeln können. 

Fertiggarage aus Stahl

Garagen aus Stahl sind flexibler und filigraner als Betongaragen: Die unterschiedlichen Ausführungen als

  • Profilwand
  • Flachwand
  • Verputzte Außenwand

sind in diversen Farben erhältlich, mit geringem Aufwand versetzbar – und die deutlich günstigste Variante: Ab ca. 3.000 Euro erhältlich, sind stählerne Garagen kaum teurer als ein Carport (wenngleich sich über die Ästhetik streiten lässt). 

Schlanke Bauweise

Aufgrund ihres geringeren Gewichts kommen Stahl-Fertiggaragen mit einer dünnen Bodenplatte aus. Die schmalen Wände ergeben einen großen Innenraum, sind aber nur begrenzt belastbar (z.B. für Regale). Risse im Dach wie bei Betonfertiggaragen brauchen Sie nicht zu fürchten, der Pflegeaufwand ist minimal – und schadhafte Einzelteile lassen sich problemlos austauschen. 

Für Lagerung bedingt geeignet

Zwar sind Stahlgaragen besser belüftet als Betonfertiggaragen, doch können sich an der Decke Kondenswasser-Tropfen bilden. Deshalb gilt auch hier: Rost- und schimmelanfällige Gegenstände sollten Sie besser anderswo aufbewahren. Eine moderne Stahlgarage selbst rostet nicht, da sie mit einem Korrosionsschutz aus Zink ausgestattet sind. 

Nutzungsweise bei der Wahl entscheidend

Welcher Garagentyp für Sie am geeignetsten ist, hängt von der beabsichtigten Nutzung ab: Wenn sie lediglich als Unterstand für Ihre Fahrzeuge dient, sind die günstigeren Fertiggaragen völlig ausreichend. Sofern Sie sie auch als Aufbewahrungsraum oder Werkstatt nutzen möchten, sind Massivgaragen definitiv die bessere Lösung: Sie profitieren dabei nicht nur von den individuellen Planungs- und Ausstattungsmöglichkeiten, sondern auch von der Langlebigkeit der massiven Bauweise.

 

 

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