Neues aus der Welt des Bauens und Wohnens
Bauherrenhaftpflicht, Bauwesenversicherung uvm. helfen beim sicheren Hausbau

Bauversicherungen - richtig geschützt während der Bauphase (und danach)

erschienen am 11/6/2012

Verletzte Baustellenbesucher, Vandalismus, verunglückte Handwerker und als Folge finanzielle Schwierigkeiten, das sind nur wenige Albtraumszenarien eines jeden Bauherren. Um potenzielle Gefahren und Risiken im Laufe des Hausbaus auszuschließen, stehen zahlreiche Versicherungen zur Verfügung. Doch ein umfassender Versicherungsschutz bedeutet auch hohe Kosten und so stellt sich die Frage, welche Produkte sind für den Häuslebauer während und nach der Bauphase wirklich empfehlenswert?

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung

Eine der wichtigsten Versicherungen für den Hausbau ist eine Bauherrenhaftpflichtversicherung, welche einen umfassenden Schutz gegen das Risiko von Haftansprüchen Dritter beinhaltet. Damit ist der Bauherr abgesichert, falls beispielsweise durch herabstürzende Bauteile Gegenstände oder Menschen zu Schaden kommen sollten. Des Weiteren ist der Bauherr abgesichert, wenn sich Kinder auf der Baustelle verletzen, da das obligatorische Schild „Eltern haften für ihre Kinder“ und ein Bauzaun oftmals nicht ausreichen, um mögliche Ansprüche abzuwehren. Als Schadensdecksumme werden von der Stiftung Warentest mindestens 3 Millionen Euro empfohlen. Kleinere Bauvorhaben können jedoch auch unter Umständen von einer Privathaftpflichtversicherung gedeckt werden. Hier sollte dennoch auch auf eine ausreichend hohe Deckungssumme geachtet werden.

Die Bauleistungsversicherung

Des Weiteren ist eine Bauleistungsversicherung ratsam, die alle unvorhergesehenen Schäden an Baumaterial und Bauleistung während der Bauzeit abdeckt. Hierunter fallen zum Beispiel ungewöhnliche Witterungseinflüsse, wie Sturm oder Hagel, aber auch die mutwillige Zerstörung Dritter an der Baustelle oder der Diebstahl von Gegenständen, die mit dem Gebäude fest verbunden sind. Je nach Region sollte zusätzlich zu der Bauleistungsversicherung eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen werden, die den Eigentümer gegenüber Naturereignissen wie Erdbeben, Erdrutschen, Überschwemmung oder Lawinen absichert. Die Bauleistungsversicherung in Kombination mit der Bauherrenhaftpflicht optional mit der Elementarschadenversicherung bildet so eine solide Absicherung gegen Fremdeinwirkung während der Bauphase. Wenn man jedoch selbst oder mit Freunden an der Baustelle mitarbeiten will, empfiehlt es sich, zusätzlich eine Bauhelferversicherung in Betracht ziehen, welche bei der Berufsgenossenschaft Bau aber auch bei privaten Versicherungsunternehmen abgeschlossen werden kann.

Die Restschuldversicherung

Zur finanziellen Absicherung bei wenig Eigenkapital des Bauherrn ist eine Restschuldversicherung sehr ratsam. Die Beiträge für dieses Produkt in Form einer Risikolebensversicherung nehmen parallel zur Tilgung des Kredits ab. Diese Versicherung tritt in Kraft, wenn der Hauptverdiener nicht mehr in der Lage ist, den Baukredit zu tilgen, zum Beispiel durch Krankheit, Unfall, Todesfall. Auf diese Weise ist die eigene Familie finanziell abgesichert.

Die Baufertigstellungsversicherung

Doch was passiert, wenn das zuständige Bauunternehmen beziehungsweise der Baupartner oder der Architekt im Laufe der Bauphase insolvent gehen? Eine passende Option hierfür ist eine Baufertigstellungsversicherung, welche die Mehrkosten für die Beauftragung anderer Unternehmen zur Fertigstellung der unterbrochenen Bauleistung trägt. Vorsorgend sollte man sich jedoch über die Solvenz der zuständigen Bauunternehmen informieren, um das Risiko einer möglichen Zahlungsunfähigkeit auszuschließen.

Nach dem Bau - die Wohngebäudeversicherung

Doch auch wenn der Traum vom Eigenheim ohne Probleme in die Realität umgesetzt wurde, muss dieses richtig versichert werden, um die Gefahren für ein fertiges Haus auszuschließen. Hierbei schützt in erster Linie die Wohngebäudeversicherung. Dieses Produkt enthält mehrere einzelne Versicherungen wie beispielsweise eine Feuer-, Sturm-, Hagel- und Elementarschadenversicherung. Der Bauherr kann diese einzelnen Versicherungen für den Schutz seines Eigenheims optimal anpassen.

Abschließend kann man sagen, dass man als Bauherr neben einem Pflichtprogramm wie die Bauherrenhaftpflicht, die Bauleistungsversicherung oder Restschuldvers6icherung etc. seine Versicherungen an seine Baustelle, ggf. mit Hilfe unabhängiger Berater, individuell anpassen sollte, um das Risiko seines Bauvorhabens auf ein verkraftbares Niveau zu minimieren.

Urheber der Bilder:

nach oben
Menü