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bild estrich

Verschiedene Estrichkonstruktionen und ihre Merkmale

erschienen am 30.03.2016

Estrich und seine Aufgaben

Estriche als am stärksten beanspruchte Bauteile dienen in erster Linie zur Herstellung einer der Nutzung des Raumes entsprechenden Bodenoberfläche. Sie gleichen auch die bestehenden Unebenheiten der Rohdecke aus und bilden einen festen Untergrund zur Aufnahme von Fußböden. Estrich erfüllt somit eine wichtige Funktion als Schall- und Wärmedämmung. Bei Heizestrichen wird er als Wärmespeicher eingesetzt.

Vom Wohnungsbau bis zu einzelnen Bauteilen

Der Einsatzbereich von Estrich ist riesengroß. Der so genannte schwimmende Estrich findet Anwendung im Wohnungsbau als unmittelbare Nutzschicht so wie in Schulen, Bürogebäuden und ähnlichem. In Gewerbebauten wie Montagehallen, Lagerhallen oder Produktionshallen werden Estriche auf Dämmschicht zur Wärmedämmung, seltener zur Schalldämmung, Estriche auf Trennschicht und Verbund- und Heizestriche verlegt. Zement- oder Bitumenemulsionsestriche sowie Gussasphaltestriche auf Trennschicht sind in Tiefgaragen anzutreffen. Für den Außenbereich wie Balkone und Terrassen eignen sich vor allem zementgebundene Estrichkonstruktionen.

Die meist verwendeten Estricharten je nach Bindemittel

Der Multitalent: Zementestrich

Die am meisten verwendete Estrichart sind Zementestriche (CT), welche unterschiedlich eingesetzt werden können und ausgezeichnete Eigenschaften besitzen. Zementestriche verfügen nämlich über gute Festigkeitswerte und auch die Feuchtigkeit macht denen nichts aus. Aus diesem Grund können sie im Innen- und Außenbereich verlegt werden. Der große Nachteil ist aber, dass der Zementestrich erst nach ca. 30 Tagen Trocknung belegreif ist.

Anhydrit-Estrich stark im Kommen

Der Anhydrit-Estrich (AE) zeichnet sich durch zahlreiche Vorteile aus: er ist ökologisch und biologisch unbedenklich, lässt sich sauber einbringen und ist früh begeh- und belastbar. Diese Estrichart ist ideal als Heizestrich, weil sie sehr gute Wärmeleit- und Wärmespeicherfähigkeiten besitzt. Diese Estriche sind nur für den Innenbereich konzipiert, unter Voraussetzung, dass sie keinen Kontakt mit Wasser haben.

Für spezielle Anforderungen: Magnesia-Estrich

Der Magnesia-Estrich (ME) ist eine gute Lösung für Allergiker, da er nahezu staubfrei ist. Der Estrich ist elektrisch leitfähig und hat gute Schall- und Wärmedämmwerte. Seine größte Waffe ist eine sehr hohe Widerstandfähigkeit gegen Schlag und Stoß, was ihn für Böden mit hoher mechanischer Belastung besonders geeignet macht. Der Magnesia-Estrich ist ebenso gegen Mineralöle, Lösemittel und Treibstoffe beständig. Nur mit der Dauerfeuchtigkeit kommt der Estrich nicht zurecht und kann deswegen nicht in Nassräumen und Außenbereich verwendet werden.

Estricharten je nach Ausführungstechnik

Estriche als Lastverteilungsschicht

Diese Estriche lassen sich schwimmend (auf Dämmschicht), auf Trennlage oder im Verbund verlegen. Schwimmender Estrich wird auf einer Dämmschicht hergestellt, welcher auf seiner Unterlage beweglich ist und keine unmittelbare Verbindung mit angrenzenden Bauteilen aufweist. Der Estrich auf Trennlage ist vom tragenden Untergrund durch eine dünne Zwischenlage getrennt. Der Verbundestrich ist mit dem Tragbeton fest verbunden.

Eine Besonderheit in der Gruppe ist der Heizestrich: er ist ein schwimmender Estrich, welcher entweder in oder unterhalb der Lastverteilungsschicht mit Heizelementen ausgestattet ist. Heizestriche werden weiter in drei Kategorien unterteilt:

  1. Bauart A (für nass verlegte Systeme): Das Heizelement ist im Estrich eingebettet
  2. Bauart B (für Trockensysteme): Das Heizelement liegt unter dem Estrich in bzw. auf der Dämmschicht
  3. Bauart C (nass verlegte Systeme): Das Heizelement liegt in einem Ausgleichestrich, der durch eine zweilagige Trennschicht vom lastverteilenden Estrich getrennt ist

Trockenestriche

Trockenestriche – auch Fertigteilestriche genannt – sind trockene, vorgefertigte Platten, die auf der Baustelle zu einer Estrichfläche verbunden werden und sich gleich nach der Montage am nächsten Tag belegen lassen.

Zu den Trockenestrich-Systemen zählen deshalb:

  • Holzwerkstoffplatten: Spanplatten, OSB-Verlegeplatten, HDF-Verlegeplatten, Holzfaser-Zementplatten
  • mineralisch gebundene Platten: Zementfaserplatten, Gipsfaserplatten, Gipskartonplatte

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