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Fertighaus vs. Massivhaus: Zwei Bauweisen im Vergleich

erschienen am 8/28/2015

Sie haben das richtige Grundstück gefunden, nun stellt sich die Gretchenfrage: Massivhaus oder Fertighaus – in welcher Bauweise wollen Sie Ihr zukünftiges Traumhaus errichten? Beide Varianten haben ihre Vorzüge; welche am besten zu Ihnen passt, hängt nicht nur von den finanziellen Möglichkeiten, sondern auch von vielen anderen Faktoren ab. In unserem Hausbau-Ratgeber haben wir die wichtigsten Infos kompakt für Sie zusammengestellt, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern.

Traditionell: Die Massivbauweise 

Im klassischen Massivbau wird das Haus Stein auf Stein gemauert; sowohl natürliche Materialien wie Kalksandstein als auch Ziegelstein oder Porenbeton kommen hierfür in Betracht. Massivhäuser sind praktisch für die Ewigkeit gebaut – verlangen dafür aber einen hohen Kosten- und Arbeitseinsatz.

Freie Planung 

Bei der individuellen Grundrissplanung fließen alle Ihre Wünsche und Vorstellungen mit ein; selbst während der Bauphase sind kleine Änderungen des Grundrisses noch möglich. Diese Planungsfreiheit macht sich allerdings durch höhere Baukosten bemerkbar. Zudem ist die Bauzeit eines Massivhauses deutlich länger als die Errichtung eines Fertighauses: Im Schnitt liegt sie bei 8 – 9 Monaten. Lange Lieferzeiten von Materialien sowie ungünstige Wetterbedingungen verursachen unter Umständen Verzögerungen, die einen knapp bemessenen Zeitplan für die Fertigstellung sprengen können.

Langlebig und robust 

Weil Massivhäuser als besonders langlebig gelten, haben sie einen hohen Wiederverkaufswert – zu Recht: Die schweren, großteils natürlichen Baumaterialien garantieren 

  • hohe Winddichtigkeit
  • effektiven Brandschutz
  • ausgezeichnete Trittschalldämmung
  • gute Wärmespeicherung.

Im Fall eines Wasserschadens sind massive Wände deutlich robuster als eine Fertighaus-Konstruktion aus Holz (ein Sonderfall sind Fertighäuser in Massivbauweise). Gleichzeitig tragen die natürlichen Baumaterialien zu einem angenehmen Raumklima bei. Um Schimmelbildung zu vermeiden, muss der Bau jedoch einige Zeit austrocknen; bei der Fertigstellung müssen Sie also auf das Wetter achten und unter Umständen Verzögerungen in Kauf nehmen.

Viele Eigenleistungen möglich

Handwerklich begabte Bauherren können z.B. bei

  • Malerarbeiten
  • Tapezieren
  • Verlegen von Bodenbelägen 

selbst mit anpacken und durch Eigenleistungen viel Geld sparen. Doch Vorsicht: Bestimmte Gewerke (z.B. Elektroarbeiten) sind Sache eines Fachmanns, sowohl aus Versicherungs- als auch aus Sicherheitsgründen! Bei der Haustechnik besteht immer das Risiko, dass nicht alles zu 100 % funktioniert wie geplant, selbst wenn Sie Fachbetriebe engagiert haben. Um beispielsweise die Heizkörper zu prüfen, muss die komplette Heizungsanlage angeschlossen werden – spätere Nachbesserungen verursachen zusätzliche Kosten und Aufschübe.

Rationalisiert: Die Fertigbauweise

Beim Fertighaus profitieren Sie von der rationalisierten Bauart: Die vorgefertigte Grundkonstruktion (z.B. bei der Holzständerbauweise) wird bereits vormontiert auf die Baustelle geliefert und vor Ort zusammengesetzt. 

Planung bereits erarbeitet

Grund- und Aufriss des Fertighauses sind bereits geplant, wodurch die Baukosten meist etwas niedriger liegen als bei einem Massivhaus – allerdings ist auch die Wertbeständigkeit im Fall eines Wiederverkaufs bei einem Fertighaus geringer. In den Musterhausparks vieler Fertighausanbieter können Sie sich bereits eine Vorstellung von Ihrem Eigenheim verschaffen. Im Gegenzug sind Ihre Gestaltungsmöglichkeiten begrenzt; Individualisten sind deshalb mit einem Massivhaus besser beraten. e nach Art des Fertighauses kann der (Tritt-)Schallschutz schlechter ausfallen und auch die Luftdichtheit an den Anschlüssen variiert von Anbieter zu Anbieter – Vergleichen lohnt sich also.

Zeit- und kostensparend

Die Bauzeit ist ein klarer Pluspunkt für das Fertighaus: Nach der Vormontage im Werk wird es blitzschnell errichtet – spielt das Wetter mit, steht Ihr Haus innerhalb eines Tages und auch die Trocknungsphase des Gebäudes entfällt. Je mehr Fertigelemente Sie beim Bauen verwenden, desto günstiger ist der Anschaffungspreis; der Grund dafür liegt in der standardisierten Bauweise. Für Änderungen an der Grundrissplanung und am Baumaterial hingegen fallen entsprechende Zusatzkosten an.

Hohe Planungssicherheit

Ihr Ansprechpartner in der Baufirma übernimmt für Sie auf Wunsch sämtliche Behördengänge; dadurch sparen Sie Zeit und Nerven. Auch die Baunebenkosten fallen in der Regel geringer aus.Alle Komponenten der Haustechnik werden bereits im Vorfeld aufeinander abgestimmt und erprobt, damit alles reibungslos läuft und die Herstellung der Bauteile ab Werk ist wetterunabhängig. Au diese Weise haben Sie beim Fertigteilhaus größtmögliche Planungssicherheit – verzichten dafür aber auf die Planungsfreiheit, die ein Massivhaus bietet.

Prioritäten des Bauherren ausschlaggebend

Eine allgemeingültige Empfehlung für einen der beiden Hausbauvarianten auszusprechen ist schlichtweg unmöglich: Zwar hatten Fertighäuser früher einen schlechten Ruf, in den letzten Jahren hat sich in Sachen Qualität aber einiges getan; die Vor- und Nachteile von Fertig- und Massivbauweise halten sich alles in allem die Waage. Letztendlich muss der Bauherr entscheiden, wo seine Prioritäten liegen: Pragmatiker, die möglichst schnell ins Eigenheim einziehen möchten, sind mit einem Fertighaus gut beraten – Individualisten hingegen schätzen die Gestaltungsfreiheit eines frei geplanten Massivhauses.

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