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Bild Betontreppe

Betontreppe im Innenbereich – für mutige Design-Fans

erschienen am 4/27/2015

Im Privatbereich liegt Beton als Baustoff schwer im Trend – auch im Innenausbau findet das Material zunehmend Verwendung, beispielsweise in Form von Betontreppen (auch als „Fertigbetontreppen“ bezeichnet). Dabei handelt es sich um einen Treppenlauf, der entweder vor Ort oder – zunehmend häufiger – in einem Betonwerk hergestellt wird; in der Regel wird für die moderne Herstellung Stahlbeton verwendet. Welche Vor- und Nachteile eine Betontreppe hat und wie sie konstruiert ist, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag.

Konstruktionsformen der Betontreppe

Wie auch bei Holztreppen stehen unterschiedliche Konstruktionsweisen zur Verfügung: Unter anderem sind Betontreppen als Elementtreppe komplett vorgefertig lieferbar – sogar mit Podest; daneben ist auch der Bau als Balkentreppe mit vorgefertigten Stufen gängig. Sehr raffiniert wirken Betontreppen im Innenraum, wenn sie als Blockstufentreppe ausgeführt sind: Die Stufenhöhe entspricht dabei etwa der Steigungshöhe, die Treppenteile werden nach dem Baukastenprinzip zusammengesetzt. Gewendelt oder gerade – nahezu jede Neigung und Windung lässt sich auf diese Weise realisieren. Besonders filigran wirkt eine Tragbolzentreppe aus Beton: Die Treppenstufen werden bei dieser Ausführung an einer Seite am Mauerwerk befestigt, eingelassene Stahlbolzen übernehmen die tragende Funktion – dadurch wirkt die Konstruktion noch leichter als bei einer Balkentreppe.

Oberflächenbehandlung

In dieser Hinsicht ist Beton ähnlich wandlungsfähig wie Holz: Der „künstliche Stein“ wird

  • natürlich belassen
  • beschichtet
  • gestrichen
  • oder mit Belägen (beispielsweise aus Holz) 

 - Ihre Anpassungsfähigkeit zählt also zu den eindeutigen Vorteilen von Treppen aus Beton.

Vorteile einer Betontreppe

Durch die Konstruktion aus Fertigteilen sind Betontreppen vor Ort im Handumdrehen montiert; bereits in der Bauphase kann eine Betontreppe eine zusätzliche Bautreppe ersetzen. Ihre Hauptvorteile liegen allerdings in den Materialeigenschaften und der Wandlungsfähigkeit.

Materialeigenschaften

Weil Beton feuerbeständig ist und auch den Einsatz von Löschwasser unbeschadet übersteht, werden diese Treppen aufgrund der erhöhten Brandbeständigkeit häufig in öffentlichen Gebäuden eingesetzt. Auch im Privatbereich profitiert man von der Robustheit des Materials: Durch seine Strapazierfähigkeit eignet es sich für den Einsatz als Innen- und Außentreppe gleichermaßen, darüber hinaus sind Betontreppen rutschsicher.

Variationsreichtum

In architektonischer Hinsicht punkten Betontreppen vor allem in größeren Räumen: Hier entfalten sie die beste Wirkung. Aufgrund der natürlichen Gesteinskörnung ist es möglich, Pigmente in nahezu jedem Farbton unterzumischen, was Beton zu einem sehr wandlungsfähigen Baumaterial macht. Beim Belag ist praktisch jede Materialkombination denkbar:

  • Naturstein
  • Holz
  • Fliesen
  • PVC
  • Teppich

erlauben unterschiedlichste Design-Ideen, die beispielsweise durch ein Geländer aus Glas oder Edelstahl perfekt ergänzt werden. Der Phantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt!

Nachteile von Betontreppen

Die relativ geringen Baukosten ließen sich zwar unter den Vorteilen anführen – dafür schlagen die Folgekosten umso deutlicher zu Buche: Bei der Entscheidung für eine Betontreppe sollte man spätere Ausgaben für

  • Belag
  • Geländer
  • Randanschlüsse

unbedingt berücksichtigen. Auch die Montage kann unter Umständen teuer werden, da filigrane Konstruktionen wie eine Tragbolzentreppe relativ schwer einzusetzen sind. Und nicht zuletzt erfordert die Pflege von Betontreppen einige Disziplin, will man einen ungewollten „Baustellen-Look“ vermeiden.
Unser Tipp: Eine konstante Reinigung mit einem milden Reiniger und einem weichen Baumwolltuch ist unabdingbar – scharfe Chemikalien auf Säurebasis greifen die Oberfläche an, die Farbe und der Glanz des Betons werden dadurch geschädigt. Eine regelmäßige Neuversiegelung (alle 2-3 Jahre) erhöht die Lebensdauer des Treppenbelags deutlich.

Optischer Sonderfall: Die Sichtbetontreppe

In der aktuellen Architektur wird Sichtbeton bewusst als Stilelement eingesetzt – nicht nur im Außenbereich, sondern auch innen. Zur Auflockerung kombiniert man die Treppe beispielsweise mit einem Glas- oder Edelstahlgeländer, woraus sich spannende Kontraste ergeben. Was bereits bei den Nachteilen angesprochen wurde, gilt für die Sichtbetontreppe in besonderem Maß: Schon nach einigen Jahren zeigen sich deutliche Abnutzungsspuren im Laufbereich; deshalb ist es hier besonders wichtig, auf hochwertigen Beton zu setzen.

Eine Frage des Geschmacks

Auch wenn Beton als Baustoff momentan schwer in Mode ist: Der kühle, fabrikmäßige Effekt ist nicht jedermanns Sache und sollte unbedingt auf den Stil der übrigen Inneneinrichtung abgestimmt sein, sonst wirkt eine Betontreppe wie ein Fremdkörper in der Wohnung. In der richtigen Umgebung wie z.B. einem Gebäude im Bauhausstil wirkt sie durchaus edel und reizvoll – der Einbau einer Betontreppe erfordert in Sachen Design allerdings deutlich mehr Mut als eine klassische Holztreppe!

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