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Entlüftugnsanlagen

Kontrollierte Wohnraumlüftung für mehr Komfort und Energieeffizienz

erschienen am 3/6/2014

Bereits seit 2009 schreibt die Energieeinsparverordnung (EnEV) einen „Mindestluftwechsel“ für Neubauten vor; die aktuelle EnEV 2014 greift diese Forderungen auf. Dadurch werden sogenannte „lüftungstechnische Maßnahmen“ (LTM) beinahe zwingend notwendig, um die Lüftungsstufen gemäß DIN 1946-6 zu erreichen.

Zu den interessantesten LTM zählt die kontrollierte Wohnraumlüftung: Durch entsprechende Lüftungsgeräte lässt sich Energie für die Heizung sparen, vor allem aber sorgen sie für ein deutliches Plus an Wohnkomfort.

Sinn der DIN-Lüftungsstufen

Die Energieeinsparverordnung 2009 hat erstmals die einzelnen Lüftungsstufen nach DIN 1946-6 geregelt; neben neuen sind davon auch ältere Gebäude betroffen, sobald diese modernisiert werden. Die vier Stufen der Norm regulieren

  • den Feuchteschutz (zur Schimmelvorbeugung),
  • hygienische Mindestanforderungen (zur Reduzierung der Schadstoffbelastung),
  • gesundheitliche Standards (nutzerunabhängig – d.h. auch in Abwesenheit des Bewohners),
  • den Abbau von Lastspitzen (etwa beim Kochen).
  • Eine Lüftungsanlage trägt entscheidend dazu bei, diese Kriterien zu erfüllen und spart unter bestimmten Voraussetzungen sogar Energie – etwa dann, wenn sie mit einer Wärmerückgewinnung gekoppelt wird.

Vorteile der Lüftungsgeräte

Eine Lüftungsanlage sorgt dafür, dass Luft im Haus zirkuliert und erzielt dadurch gleich mehrere Effekte:

  • Gesundes Wohnklima: CO2 und Feuchtigkeit werden abtransportiert.
  • Saubere Zuluft: Durch Filter gelangt kein Straßenstaub mehr ins Haus.
  • Verminderte Lärmbelästigung: Fenster müssen nicht mehrmals täglich zum Lüften geöffnet werden.
  • Wohnkomfort: Im Sommer sorgt die Lüftung für angenehme Kühlung.
  • In Sachen Energie bringen Lüftungsgeräte erhebliches Sparpotential mit sich:
  • Durch einen Wärmetauscher wird die Wärme aus der Abluft auf die Zuluft übertragen. Die Heizung wird dadurch entlastet.

Noch mehr Energie lässt sich sparen, wenn die Lüftungsanlage mit einer Wärmerückgewinnung (z.B. für Brauchwasser) oder einer Wärmepumpe kombiniert wird – dann sind selbst Niedrigstenergie- und Passivhaus-Standards zu erreichen.

Konzepte für die Lüftung

Für die kontrollierte Wohnraumlüftung gibt es unterschiedliche Lösungen – welche die geeignetste ist, hängt von mehreren Faktoren ab.

Zentrale und dezentrale Lösungen

Je nachdem, ob das gesamte Haus oder nur einzelne Räume angeschlossen werden sollen, fällt die Entscheidung zwischen einer zentralen und einer dezentralen Lüftung.

Dezentrale Anlagen eignen sich v.a. für die Nachrüstung in Altbauten. Der nachträgliche Einbau ist relativ kostengünstig und einfach, sofern nur einige Zimmer ausgestattet werden. Der Spareffekt durch die Lüftungsgeräte liegt jedoch etwas niedriger als beim zweiten Fall:

Für Neubauten ist deshalb die zentrale Lüftung unbedingt vorzuziehen. Die Anlage wird direkt beim Hausbau installiert und arbeitet deutlich effizienter. Zu- und Abluftöffnungen können in jedem Raum installiert werden, wodurch sich die Räume auch einzeln regulieren lassen; alternativ besteht die Möglichkeit der sogenannten „Kaskadenlüftung“, bei der sich die Zuluftöffnungen in Schlafräumen, die Abluftöffnungen hingegen in Küche, Bad und WC befinden. In Einfamilienhäusern wird diese Lösung mittlerweile am häufigsten umgesetzt.

Kosten und Nutzen einer Lüftungsanlage

Der Einstiegspreis für eine dezentrale Anlage liegt bei rund 5.000 bis 7.000 Euro, für zentrale Anlagen müssen ca. 10.000 Euro einkalkuliert werden. Zwar verbrauchen auch die Anlagen Strom, die Energieverluste sind jedoch deutlich geringer als bei manuellem Lüften.

In Verbindung mit einer Wärmerückgewinnung summiert sich die jährliche Energieeinsparung in einem Einfamilienhaus auf einige hundert Euro – bis sich die Anlage wirtschaftlich bezahlt macht, vergeht also einige Zeit.

Der Hauptnutzen liegt aber ohnehin nicht im finanziellen Bereich; entscheidend ist vielmehr das Plus an Komfort, das eine kontrollierte Wohnraumlüftung schafft – oder, um es mit Oscar Wilde zu sagen:

„Heutzutage kennen die Leute von allem den Preis und von nichts den Wert.“

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