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Bild Architektenhaus

Das Architektenhaus: (Nicht nur) für Individualisten ideal

erschienen am 7/31/2015

Vor dem Bau des Eigenheims stellt sich für die meisten Bauherren die Gretchenfrage „Standardhaus oder Individualbau“. Während ein Architektenhaus stets ein Unikat darstellt, sind Standardhäuser stark auf dem Vormarsch – nicht zuletzt aus (vermeintlich) finanziellen Gründen. Dass Architektenhäuser dem Standardhaus in vieler Hinsicht überlegen sind, zeigt sich nicht nur in der individuellen Gestaltung – auch mit schwierigen Situationen wie z.B. einem Hanghaus sind „Häuser von der Stange“ oftmals überfordert. 

Für wen ein Architektenhaus sinnvoll ist

Von einem „Architektenhaus“ spricht man, wenn der komplette Bau in Zusammenarbeit mit einem Architekten realisiert wird, von der Planung bis zur Fertigstellung. Neben Neubauten betrifft dies auch

  • Erweiterungsbauten
  • Um- und Ausbauten
  • Modernisierungen
  • sowie die (energetische) Sanierung bzw. Instandhaltung eines Gebäudes.

Neubau mit einem Architekten

Sofern Sie einen Neubau mit einem Architekten planen, ziehen Sie diesen so früh wie möglich hinzu – idealerweise schon vor dem Grundstückskauf: In jedem Baugebiet sind besondere Vorschriften zu beachten; durch sein Fachwissen kann der Architekt entscheiden, ob er Ihre Vorstellungen auf dem jeweiligen Grundstück umsetzen kann.

Anhand von Kriterien wie z.B.

  • Bebauungsplan
  • Lage und Topographie
  • Nachbarbebauung
  • Bodengutachten
  • bewertet er die Eigenarten des jeweiligen Grundstücks und berät Sie bei der Kaufentscheidung.

Aufgaben des Architekten

Ein guter Architekt orientiert sich bei seinen Planungen immer an den finanziellen Möglichkeiten des Bauherren und vertritt dessen Interessen während des gesamten Bauvorhabens – vom Stellen des Bauantrags bis zur finalen Bauabnahme.

Neben der eigentlichen Grundrissplanung zählen die

  • Überwachung des Baufortschritts
  • Erstellung des Bauzeitplanes
  • Objektüberwachung
  • sowie die Überprüfung der fertigen Arbeit auf Richtigkeit und Qualität zu seinen Hauptaufgaben auf dem Weg zu Ihrem Eigenheim.

Pluspunkte gegenüber einem Standardhaus

Der Architekt plant, lenkt, organisiert und überwacht den gesamten Hausbau. Als Sachwalter vermittelt er zwischen den Baufirmen und dem Bauherren – einer der größten Vorzüge individueller Architektur.

Neben diesem Sicherheitsaspekt spielen Gestaltungsfragen eine wichtige Rolle, weshalb ein Architektenhaus für designorientierte Eigenheim-Besitzer die richtige Wahl ist. Dabei nimmt der Bauherr aktiv Einfluss auf die Detailplanung; er gestaltet Entwurf, Ausführung und sogar Finanzierungsarten selbst mit. 

Größerer Einfluss auf die Gestaltung

Zwar ist es beim Architektenhaus nicht möglich, ein Musterhaus zu besuchen. Dafür fertigt der Architekt anschauliche Visualisierungen und detailreiche Grundrisse an, die das künftige Traumhaus illustrieren. Während Standardhäuser nur wenig Spielraum für individuelles Design gewähren, erlaubt ein Architektenhaus auch eine atypische Raum- und Lichtgestaltung. Bei der Wahl von Stilrichtung und Baumaterialien sind Sie völlig ungebunden: Von der mediterranen Stadtvilla bis zum Bauhausstil mit Betontreppe im Innenbereich ist alles möglich, was Ihnen gefällt. Sofern Sie also ein Designhaus nach Ihren persönlichen Vorstellungen wünschen, ist die Frage „Standardhaus oder Unikat“ bereits entschieden: Nur Architektenhäuser bieten Ihnen die Möglichkeit, nach Ihrem persönlichen Geschmack zu bauen und zu wohnen – von der Badgestaltung bis zur Lichtregie.

 Mitspracherecht und Sicherheit für Bauherren

Standardhausanbieter bzw. Generalunternehmer schreiben in der Regel die Bauaufträge nicht aus, sondern arbeiten stets mit denselben Partnerfirmen zusammen. Sie erhalten also ein komplettes Leistungspaket – haben dafür aber nur begrenzte Mitsprachemöglichkeiten, wenn es z.B. um die Vergabe der Aufträge an die jeweiligen Firmen geht.

Im Unterschied dazu arbeitet der Architekt als "dritte Instanz": Er ist unabhängiger Sachverwalter und vertritt während des gesamten Bauvorhabens die Interessen des Bauherrn.

Zu dessen Absicherung haften Architekten nach dem Vertragsrecht fünf Jahre lang für eigene Fehler.

Architektenhaus ist nicht zwingend teurer

Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) legt sowohl die einzelnen Leistungen als auch die Höhe der Kosten fest. Diese sind anhängig von

  • Ausbildung des Architekten
  • Sonderwünschen des Auftraggebers.

Ein einfaches Einfamilienhaus mit schnörkellosem Grund- und Aufriss (also ohne Erker, Dachgauben oder ähnliches) ist durchaus für weniger als 200.000 Euro zu haben – damit ist ein Architektenhaus nicht zwangsläufig teurer als ein Standardhaus. Durch entsprechende Eigenleistung lässt sich bei den Baukosten sogar richtig Geld sparen: Für begabte Handwerker sind Architektenhäuser damit sogar die günstigere Alternative zum schlüsselfertigen Standardhaus. 

Höherer Wiederverkaufswert von Architektenhäusern

Mittlerweile ist nur noch jedes fünfte Haus in Deutschland ein Architektenhaus; Fertighausfirmen und Bauträger hingegen verzeichnen immer mehr Zulauf. Der Grund dafür sind die vermeintlich geringeren Kosten, auch beim Massivhaus-Bau – dabei ist dies oftmals ein Trugschluss. Gerade im Hinblick auf den Wiederverkaufswert sind Architektenhäuser dem Haus von der Stange deutlich überlegen: Gute Energiestandards und eine individuelle Gestaltung wirken sich positiv auf den Immobilienwert aus – und damit ist das Architektenhaus eine Investition von bleibendem Wert.

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