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Goldener Herbst: Trotz leichten Anstiegs sind Bauzinsen im Oktober günstig

erschienen am 05.10.2018

  • Fed erhöht Leitzinsen und EZB kündigt Ende der Anleihekäufe an
  • Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe im September leicht gestiegen
  • Immobilienkäufer können im Herbst von günstigem Baugeld profitieren

Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft der Interhyp AG: "Das Umfeld für den Immobilienkauf ist jetzt besonders gut und kann sich mittel- bis langfristig ändern, zum Beispiel, wenn die Baugeldzinsen wieder ansteigen sollten. Bauherren und Immobilienkäufer sollten die günstigen Zinsen in diesem Herbst ruhig für ihr geplantes Vorhaben nutzen."

"Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, und auf den Fluren lass die Winde los", schrieb Rainer Maria Rilke 1902 im Gedicht "Herbsttag". Darin heißt es auch: "Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr." Bei aller Schönheit der herbstlichen Metapher meine ich jedoch, dass es für den Hausbau nie zu spät ist. Und schon gar nicht in diesem Herbst. Denn Immobilienkäufer können sich in diesen Tagen weiter über günstige Finanzierungsbedingungen freuen, trotz eines leichten Anstiegs in den letzten zwei bis drei Wochen. Grundsätzlich zu begrüßen ist auch, dass Familien nun das Baukindergeld beantragen können. Auch wenn der Nutzen dieses Zuschusses regional unterschiedlich hoch ausfällt, kann dies den Eigenheimerwerb erleichtern. Das Umfeld für den Immobilienkauf ist also jetzt besonders gut – und kann sich mittel- bis langfristig ändern, wie unsere Expertenbefragung zeigt. In den USA hat die Notenbank gerade wieder die Leitzinsen erhöht. Und die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Schritte zur Normalisierung der Geldpolitik weiter konkretisiert, hier erwarten viele Experten eine Leitzinserhöhung im Herbst des kommenden Jahres – und auch leicht steigende Baugeldzinsen. Bauherren und Immobilienkäufer sollten also die günstigen Zinsen in diesem Herbst ruhig für ihr geplantes Vorhaben nutzen. Wer heute mit einer wohlüberlegten Finanzierung das Fundament für den Bau oder Kauf schafft, kann den nächsten Herbst schon im eigenen Zuhause verbringen."

Zins- und Marktumfeld

Das Zinsumfeld ist in den vergangenen Wochen etwas volatiler geworden. Die Konditionen für zehnjährige Bundesanleihen haben im September mit mehr als 0,5 Prozent ein neues Drei-Monatshoch erreicht, sind aber wieder etwas gesunken. Das hat Auswirkungen aufs Baugeld. Die Zinsen sind leicht angestiegen, liegen aber noch immer unter der 1,5-Prozent-Marke für zehnjährige Darlehen.

Impulse für mittel- bis langfristig leicht steigende Zinsen gehen von den Notenbanken aus. Bei der letzten Sitzung hat die EZB den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik konkretisiert. Ab Oktober werden die Anleihekäufe auf 15 Milliarden Euro pro Monat halbiert. Zum Jahreswechsel soll das Kaufprogramm voraussichtlich eingestellt werden. Einlage- und Leitzins blieben unangetastet. Aber nach Ansicht der für das Bauzins-Trendbarometer befragten Experten wird die EZB wohl in etwa einem Jahr erstmals seit der Finanzkrise die Zinsen erhöhen. Die amerikanische Notenbank Fed indes hat bei der letzten Sitzung den Leitzins abermals angehoben auf mittlerweile 2,00 bis 2,25 Prozent. Weitere Leitzinserhöhungen werden erwartet.

Der Interhyp-Expertenrat

Wer privates Wohneigentum erwerben möchte, findet im Herbst 2018 beste Bedingungen für die Finanzierung vor. Die Konditionen für Immobiliendarlehen bewegen sich trotz Schwankungen auf niedrigem Niveau. Wir bei Interhyp raten Immobilieninteressenten zu einer soliden Finanzplanung mit langen Zinsbindungen und einer hohen Tilgung, die zu einem schnellen Schuldenabbau beiträgt. Ob bei der Wahl des Darlehens, bei der Prüfung von Zuschüssen wie dem Baukindergeld oder der Feinabstimmung von Tilgung und Tilgungsoptionen: Fachkundige Beratung ist bei der Finanzierung ebenso wichtig wie die Wahl der richtigen Immobilie. Wir helfen Ihnen gern, Ihre Finanzierung individuell auf Ihre Bedürfnisse zuzuschneiden. Für eine kompetente Beratung können Sie direkt online eine Finanzierung anfragen.

Kurz und knapp: Das sagen die Experten

Die meisten Experten erwarten kurzfristig gleichbleibende Zinsen, wobei vereinzelt auch steigende oder auch fallende Konditionen für möglich gehalten werden. Auf Halbjahres- oder Jahressicht gehen aber alle Experten von steigenden Zinsen für Baufinanzierungen aus.

Im Detail: Die Aussagen der Experten im Interhyp-Bauzins-Trendbarometer

  • Allianz: "Die Zinsen in den USA sind ungefähr 2,5 Prozent höher als in Euroland. Und die amerikanischen Aktienmärkte haben eine leicht positive Entwicklung, während die deutschen Aktienmärkte auf der Stelle treten. Dies sind Indikationen dafür, dass Liquidität in die USA fließt, was wiederum in Euroland steigende Zinsen erwarten lässt."
  • Commerzbank: "Die Sorgen über die öffentlichen Schulden und Defizite in Italien haben die Sicherheitsnachfrage steigen und die Renditen von Bundesanleihen etwas fallen lassen. Gleichzeitig ist die EZB zuversichtlicher, dass die steigenden Löhne mittelfristig auch die Inflation steigen lassen, was die Erwartungen für die erste Zinserhöhung in einem Jahr festigt und einem weiteren Rückgang der Renditen im Wege steht. Auf Sicht von einem Jahr dürften die Zinsen somit eher moderat steigen."
  • HypoVereinsbank: "Im Rentenmarkt stehen keimende EZB-Leitzinsanhebungserwartungen derzeit verschiedenen Risiken gegenüber (Handelskonflikt, Budgetplanung Italien, Produktionsverschiebungen im Autosektor). In ihrer Wirkung auf den Rentenmarkt sollten sich diese beiden Trends neutralisieren. Die 10-Jahres-Bundrendite dürfte damit vorerst um 0,50 Prozent verharren. Mit abnehmenden Risikoeinflüssen sollten die Zinserwartungen über die mittlere Sicht an Einfluss gewinnen und die Bundrendite nachhaltig über die Marke von 0,50 Prozent hieven."
  • ING-DiBa: "Kurzfristig könnten sich die Kapitalmarktzinsen durchaus noch weiter nach unten bewegen. Sichere-Hafen-Effekte im Zusammenhang mit Italien oder einem eskalierenden Handelskrieg sind nicht auszuschließen. Genauso sollten die Märkte dahinterkommen, dass die EZB weit davon entfernt ist, die Zinsen zu senken. Zum Ende des Jahres sollten diese Risiken allerdings wieder zurückgehen und damit auch die Zinsen wieder leicht steigen."
  • MünchenerHyp: "Die Hypothekenzinsen sollten in den nächsten Monaten etwas ansteigen, da sowohl in den USA weitere Zinserhöhungen stattfinden werden als auch die EZB langsam aus ihrer ultralockeren Geldpolitik aussteigt. Wir rechnen vorerst weiter mit einer robusten Wirtschaftsentwicklung, auch wenn eine gewisse Unsicherheit durch die Handelspolitik der USA besteht. Auch die Inflationsdaten mit den deutlich gestiegenen Ölpreisen unterstützen den Trend steigender Zinsen."
  • Postbank: "Der EZB-Rat hat auf seiner September-Sitzung geliefert und beschlossen, die monatlichen Netto-Anleiheankäufe ab Oktober dieses Jahres auf 15 Milliarden Euro zu halbieren und voraussichtlich zum Jahreswechsel 2018/2019 einzustellen, während das Reinvestment fortgesetzt wird. Wir rechnen nachfolgend mit einer ersten Leitzinsanhebung im Oktober kommenden Jahres und sehen vor diesem Hintergrund ein moderates Aufwärtspotenzial für die deutschen Kapitalmarktrenditen, was sich auch in einem entsprechenden Anstieg der Zinsen für längerfristige Hypothekendarlehen widerspiegeln sollte."
  • PSD Bank RheinNeckarSaar: "Die leicht gestiegene Inflation dürfte aus Sicht der Europäischen Zentralbank keine rasche Zinserhöhung erfordern, da die Geldpolitik mit Beendigung des Anleihekaufprogramms zum Jahresende ohnehin ein wenig straffer wird. Aktuelle Prognosen sehen einen ersten Zinsschritt erst in einem Jahr."
  • Sparkasse zu Lübeck: "Nach dem Zinsanstieg der letzten Tage ist der Rentenmarkt aktuell eher überverkauft und die Zinsen sollten im Zuge einer technischen Reaktion kurzfristig wieder etwas zurückkommen. Mittel- bis langfristig gehen wir wegen der Einstellung der EZB-Wertpapierkäufe und der möglichen Zielerreichung der Europäischen Zentralbank in Sachen Inflation weiter von leicht steigenden Zinsen aus. Die Voraussetzung ist allerdings, dass sich die politische Lage (speziell Italien) weiter beruhigt."

Quelle: Interhyp

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