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Zinsen kurzfristig heiter, später Eintrübung möglich

erschienen am 9/3/2015

  • Lediglich zaghafte Anzeichen von Konjunkturerholung und neue Unsicherheiten
  • EZB belässt Leitzins auf Rekordtief und behält Tempo der Anleihekäufe bei
  • Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: kurzfristig gleichbleibend, langfristig steigend

Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG: "Nach Subprime-Krise, Bankenkrise und Eurokrise sah es in den vergangenen Wochen kurzfristig so aus, als ob die Griechenlandkrise nun von einer Chinakrise abgelöst würde. Doch nach einem kurzen Beben an den Börsen ist an den Finanzmärkten bereits wieder eine gewisse Normalität eingekehrt. Die Nervosität jedoch bleibt groß, wovon Immobilienkäufer mit Finanzierungsbedarf weiterhin profitieren. Die Zinsen für Kredite mit zehnjähriger Zinsbindung haben sich im August seitwärts bewegt und liegen bei Bestanbietern Anfang September bei rund 1,5 Prozent. Ausschlaggebend dafür bleibt die Mischung aus einer niedrigen Inflation, der wirtschaftlichen Stärke Deutschlands und der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Bei ihrer heutigen Sitzung haben die Währungshüter den historisch niedrigen Leitzins unverändert belassen. Kurzfristig wird diese Gemengelage Immobilienkäufern anhaltend niedrige Zinsen für Darlehen bescheren. Im aktuellen Interhyp-Bauzins-Trendbarometer erwartet die Mehrheit der Experten und Analysten mittel- bis langfristig aber durchaus steigende Zinsen bei Immobilienkrediten."

(München, 3. September 2015) Wie das jüngste Interhyp-Trendbarometer zeigt, geht die Mehrheit der befragten Experten davon aus, dass die Zinsen für Immobilienkredite kurzfristig seitwärts tendieren. "Kurzfristig sind die Aktienmärkte weltweit von der Angst geprägt, dass das chinesische Wirtschaftswachstum ins Stocken geraten könnte. Damit ist nicht nur die Unsicherheit verbunden, wie sich die Exporte nach China entwickeln, sondern auch die Sorge, ob die südamerikanischen und südostasiatischen rohstoffexportierenden Länder die sinkenden Rohstoffpreise verkraften können", erklärt ein Allianz-Experte im Trendbarometer. Der Chefökonom der ING-DiBa begründet die volatile Seitwärtsbewegung mit der "Börsenkorrektur in China, der Angst vor einem weltweiten Abschwung und der Frage, ob die Fed im September den Leitzins erhöht."

Große Einigkeit herrscht bei den Analysten auch beim langfristigen Ausblick. Hier sehen die Experten eher steigende Konditionen. "Mittelfristig gehen wir von einer Fortsetzung der konjunkturellen Erholungstendenz im Euroraum sowie einem Anstieg der Inflationsrate aus. Dies sollte zu einem moderaten Aufwärtstrend bei den langfristigen Kapitalmarktzinsen und in der Folge auch bei den Hypothekenzinsen führen", heißt es bei der Postbank. Ein Kapitalmarktexperte der Münchener Hypothekenbank sieht dies in Verbindung mit der drohenden Zinswende in den USA ähnlich, fügt jedoch relativierend hinzu: "Ein deutlicher Zinsanstieg ist gleichwohl nicht zu erwarten, da die Inflationszahlen weiterhin sehr niedrig erwartet werden".

Fazit

Die EZB hat in den vergangenen Wochen Anleihen für insgesamt 9,8 Milliarden Euro gekauft und hält damit unvermindert am Ankaufprogramm fest. Die Gründe dafür sind die gleichen wie seit Monaten: Obwohl in Frankreich die Arbeitslosigkeit etwas zurückgegangen ist, obwohl der Grexit verhindert werden konnte und obwohl selbst die Wirtschaftsleistung in Spanien langsam in Schwung kommt, sind die Preise in der Eurozone im August nur um 0,2 Prozent gestiegen - ein Zeichen für die zu geringe Nachfrage. Der Fokus vieler Investoren bleibt auf hiesigen Staatsanleihen und Pfandbriefen. Die zehnjährigen Pfandbriefrenditen, die als Orientierung für die Entwicklung beim Baugeld gelten, liegen bei knapp einem Prozent. Das zeigt die DGZF-Pfandbriefkurve, die auf den Pfandbriefrenditen der DekaBank und der Landesbanken basiert.

Quelle: Interhyp

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