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Bild Kaltdach

Das Kaltdach - der bewährte Klassiker

erschienen am 12/1/2016

Aufbau eines Kaltdachs 

Das Kaltdach ist eine zweischalige, belüftete Konstruktion, welche bei Steil- und Flachdächern Anwendung findet. Da diese Dachbauweise seit Jahrzehnten zum Einsatz kommt, ist sie technisch ausgereift. Im Unterschied zu anderen Dachkonstruktionen verfügt das Kaltdach über eine Be- und Entlüftungsschicht. Der Grundaufbau setzt sich (von oben nach unten) aus vier Schichten zusammen:

  • äußere Dachhaut (Dachziegel, Dachpappe, usw.)
  • Be- und Entlüftungsschicht
  • Dampfbremse
  • innere Dämmschicht. 

Abhängig von der Bauweise (Flach- oder Steildach) unterscheidet sich der Aufbau durch zusätzliche Folien und Dichtschichten.

Funktionsweise der Dachkonstruktion

Die äußere Dacheindeckung dient als Schutz gegen Niederschlag und Witterung. Die darunterliegende Be- und Entlüftungsschicht ermöglicht einen Luftaustausch mit der Umgebung. Dieser gewährleistet die Abführung der im Haus entstandenen Feuchtigkeit. Ferner kann die Luft hier zirkulieren und trocknen. Die Dampfbremse sorgt dafür, dass Restfeuchtigkeit nicht in die Bausubstanz eindringen kann. Abgeschlossen wird der Aufbau durch die innere Dämmschicht, welche hilft, die Wärme im Haus zu speichern. 

Vor- und Nachteile des Kaltdaches

Aus dem Aufbau und der Funktionsweise ergeben sich zahlreiche Vorteile:

  • hervorragende isolierende Eigenschaften
  • vermeidet das Aufheizen des Gebäudes im Sommer
  • zuverlässige Entlüftung im Winter
  • reguliert die Temperatur unter dem Dach auf einem konstant niedrigen Niveau
  • minimiert Spannungsschäden innerhalb der Dachkonstruktion               

Zu den Nachteilen zählen:

  • relativ aufwändige Konstruktion
  • Probleme mit der Querlüftung bei unterdimensionierten Lüftungsöffnungen
  • im Brandfall kann die zirkulierende Luft das Feuer weiter anfachen
  • sich stauende Feuchtigkeit kann zu Schäden im Dachaufbau und im Innenbereich führen. 

Warm- oder Kaltdach – dieser Dachtyp ist für Sie geeignet

Bei der Wahl einer geeigneten Dachkonstruktion spielen viele unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Die Beratung durch einen Fachmann ist unumgänglich. Allein das Angebot an Dämmmaterialien überfordert Laien schnell.Mit dem folgenden Schnellcheck geben wir Ihnen eine erste Orientierung an die Hand, um Ihnen die Entscheidung zwischen Kalt- und Warmdach zu erleichtern:

Nutzung des Dachgeschosses als Wohnraum

Wenn Sie Ihr Dachgeschoss als Wohnraum nutzen wollen, ist das Kaltdach die geeignete Variante. Diese Konstruktion sorgt für ein angenehmes Wohnklima unter dem Dach. Beim Warmdach hingegen kommt es schnell zu einem Hitzestau.

Energieeffizienz der beiden Varianten

Die Energieeffizienz des Warmdaches ist unübertroffen. Es findet kein Luftaustausch mit der Umgebung statt und das Dach ist voll gedämmt. Für Niedrigenergie-, Passivhäuser und Plusenergiehäuser ist dies die geeignete Option. 

Kostenpunkt für die beiden Dachtypen 

Aufgrund der aufwändigeren Konstruktion ist der Bau eines Kaltdaches teurer als der eines Warmdaches. Die Instandhaltungskosten des Kaltdaches sind, auf Basis langjähriger Erfahrungswerte, kalkulierbar. Beim Warmdach hingegen sind solche Erfahrungswerte nicht in der gleichen Tiefe und Fülle vorhanden.

Unser Tipp zum Schluss: Wenn in ein paar Jahren/Jahrzehnten verlässliche Werte vorliegen, können Sie Ihr Kaltdach jederzeit durch Einblasdämmung in ein Warmdach umrüsten.

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