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Bild Blockhaus

Wohnen wie in Kanada - das Blockhaus

erschienen am 9/2/2014

Beim Bauen und Wohnen heißt der Trend: zurück zur Natur. Kaum eine Bauweise erfüllt diesen Anspruch besser als die des kanadischen Blockhauses. Hier trifft unbehandeltes Holz auf außergewöhnliche Bauweisen und jahrtausendealte Tradition.

Naturstammhaus aus nordeuropäischem Holz oder kanadischem Zedernholz

Das kanadische Blockhaus trägt auch den Namen „Naturstammhaus“. Zu Recht, denn diese Häuser entstehen aus ungefrästen, kompletten Baumstämmen. Besonders gut eignet sich Holz aus den nördlichen Regionen Europas.

Dieses enthält besonders viel Harz, wodurch es maximal witterungsbeständig ist.  Die beliebtesten Baumarten sind dabei Nadelbäume wie Tanne, Fichte, Kiefer oder Lärche. Besonders stilecht ist Ihr Haus, wenn Sie es aus kanadischer Zeder bauen.

Die Blockbauweise - so verbinden sich die Ecken Ihres Hauses

Die Ecken eines Blockhauses entstehen durch unterschiedliche Arten von sogenannten Verkämmungen - ein Begriff für die Technik, mit der die Holzstämme verbunden werden. Zu unterscheiden sind

  • „Round Notch“: dabei entsteht jeweils an der Unterseite des Stammes eine Rundung
  • „Saddle Notch“: hier verbinden Kerben im Holz die Stämme
  • „Dovetail“: diese Technik wird bei Vierkantbohlen benutzt

Die Saddle Notch- bzw. Sattelkerbentechnik kommt ursprünglich aus Kanada und ist eine der sichersten Systeme in Bezug auf die thermische Dichtheit.

Ein Blockhaus ist sensationell schnell gebaut: Vom Rohbau bis zur Fertigstellung brauchen Sie für ein Einfamilienhaus im Schnitt zwei bis drei Monate. Dabei ist die Realisation von fast jedem gewünschten Grundriss möglich - Sie möchten ein fünf-, sechs- oder achteckiges Haus? Mit der Blockbauweise kein Problem.

Kanadische Blockhäuser trotzen dem Feuer

Entgegen vieler Meinungen ist die kanadische Holzbauweise im Brandfall die sicherste - obwohl die Kanadablockhäuser völlig aus Holz bestehen. Der Grund dafür sind die Stämme: ein Baumstamm ist selbst bei 900 Grad nach langer Zeit nur oberflächlich angekohlt und sogar noch nach vielen Stunden tragfähig!

Giftige Dämpfe entstehen bei Bränden in Blockhäusern kaum und Löschwasser trocknet einfach auf dem Holz. Klassische Steinhäuser oder Holzrahmenbauten brennen um ein Vielfaches leichter und Feuer zerstört sie im Nu komplett. Diese Robustheit des Kanadablockhauses wirkt sich auch auf die Beitragshöhe für eine Gebäudeversicherung aus: für ein Naturstammhaus ist diese deutlich günstiger als für ein klassisches Steinhaus.

Hervorragendes Raumklima im Holzhaus

Das Naturstammhaus zeichnet sich durch ein hervorragendes Raumklima aus - und das ganz ohne zusätzliche Dämmung. Grund ist, dass Baumstämme über eine hohe Wärmekapazität verfügen. Ein Holzstamm nimmt an seiner Innenseite die Temperatur des Raumes auf und behält sie.

Zudem hat Holz die Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern und diese auch wieder an die Umgebung abzugeben. Mit positiver Auswirkung auf die Gesundheit: in Holzhäusern wird die Luft nie so trocken, dass statische Ladung entsteht. Das reduziert wiederum Staubpartikel - für Allergiker eine große Erleichterung. Eine Klima- oder Luftumwälzungsanlage ist zudem überflüssig.

Ein Blockhaus ist seinen Preis wert

Blockhäuser sind der Ferrari unter den Häusern: Ihr Bau ist nicht gerade billig. Doch sie sind ihren Preis wert. Neben gutem Raumklima und Brandsicherheit punkten sie mit einer auffälligen Optik: Dank eines individuellen Designs ist so ein Haus ein absoluter Hingucker. Zudem ist das verwendete Holz absolut schadstofffrei und hat einen angenehmen Duft.

Dank einer immens guten Statik bietet das kanadische Blockhaus übrigens auch die höchste Sicherheit bei Naturkatastrophen, wie zum Beispiel einem Erdbeben.

Die Nachteile der Kanadablockhäuser

Nichtsdestotrotz ist nicht alles eitel Sonnenschein beim Blockhausbau: die sogenannte Setzung und Schwindung der Baumstämme ist für manche Bauherren ein unangenehmer Nebeneffekt der Bauweise. Die verwendeten Baumstämme sind meist unbehandelt und enthalten daher sehr viel Wasser. In den ersten drei Jahren nach dem Bau kommt es zum Austrocknungsprozess: die Folge ist, dass das Holz schwindet.

Zudem kommt es durch einen Druck von oben zu einer Kompression. Dadurch ist das Haus am Ende um ca. 8 % niedriger - je nach Bauart, Wachstumsart und Baumstammfeuchte.

Einer der größten Minuspunkte ist natürlich der Preis für so ein Gebäude: durch die aufwändige Herstellungsart schlägt es alle anderen Bauweisen. Dabei ist es zudem so, dass die Blockhäuser mehr kosten, je kleiner sie sind. Größere Projekte sind hingegen preisgünstiger.

Beauftragen Sie spezialisierte Firmen - Fehler beim Bau sind fatal

Der Bau eines Holzhauses erfordert viel Erfahrung und umfangreiches Fachwissen. Nur wenige Firmen bauen daher im deutschsprachigen Raum Naturstammhäuser. Prüfen Sie unbedingt vor Vergabe des Auftrags, wie kompetent das Bauunternehmen in diesem Bereich ist. Ansonsten sind Baumängel vorprogrammiert.

Sind die Baumstämme nicht fachgerecht miteinander verbunden, entstehen in Blockhäusern leicht Wärmebrücken am Dachübergang. Ständige Zugluft und eine Verminderung des Wohnkomforts sind die Folge.

Die Qualität von Blockhäusern ist zudem abhängig von der Beschaffenheit der gewählten Bäume und der Schlägerung der Stämme. Ein kompetentes Bauunternehmen berät sie ausführlich zu allen Besonderheiten des Blockhausbaus.

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