Moderne Baustoffe im Einfamilenhausbau
Neues aus der Welt des Bauens und Wohnens

Moderne Baustoffe können mehr

erschienen am 06.05.2013

‚Ein Haus besteht aus Ziegeln, Mörtel, Holz oder Beton!‘ So oder so ähnlich kann man es hören, wenn man den Mann auf der Straße nach Hausbaumaterialien befragt. Doch der technische Fortschritt hat auch in der Bauindustrie Einzug gehalten und so ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr neue Baustoffe Anwendung auch im klassischen Einfamilienhausbau finden.

Trend bei Dämmstoffen geht zu Naturprodukten

Ein häufiges Experimentierfeld stellt die Isolierung dar. In der Vergangenheit war der Asbest das Wunderprodukt, welches einerseits als Brennschutz andererseits als Wärmedämmstoff fungierte. Seit der Erkenntnis hinsichtlich der vom Asbest ausgehenden Krebsgefahr, wurden alternative Produktwege beschritten. Häufig nahmen Kunststoffe diese Baustofflücke ein, doch auch diese Produkte kommen immer mehr, bedingt durch zunehmende Erfahrungen mit den Stoffen und einigen Zusatzstoffen, in Verruf. Es ist somit nicht verwunderlich, dass der Trend zu Naturprodukten zunimmt. So hat sich beispielsweise in den letzten Jahren der Rohstoff Papier wieder bewährt. Zermahlene Papierflocken, lose oder in einem Kleber getränkt, bieten zusammen mit Borsalz einen günstigen Dämmstoff mit hoher Lebensdauer. Besonders bei der Dachbodenisolierung kann dieses Material leicht eingebracht und günstig verbaut werden, doch auch andere Anwendungsbereiche sind denkbar.

Papier als Werkstoff hat sich allerdings nicht nur hinsichtlich der Isolierung bewährt. Stabile Wabenkonstruktionen, welche aufgebaut sind als Sandwichplatten mit einem Wabenkern, können als Trockenmauer oder Bodenplatte fungieren. Sie bieten den Vorteil des geringen Gewichts und besitzen dennoch eine hohe Belastbarkeit. Die leichte Konstruktion findet schon derzeit Anwendung im Bereich Schnellbauhäuser, Hausverkleidung oder als nicht tragende Zwischenwand.

Wer sich für fremde Kulturen offen zeigt, kann den Baustoff Papier auch als Trennwand verwenden. Wie es in Japan schon seit ewigen Zeiten Tradition ist, werden lichtdurchlässige Wände mithilfe von Holzgittern und großformatigem Papier konstruiert. Der Vorteil ist neben der leichten Bauweise und den günstigen Herstellungs- oder Ersatzkosten auch die Atmosphäre, welche einen Hauch von Fernost vermittelt.

Know How entsteht auch beim klassischen Stein

Auch beim klassischen Steinhausbau ist es in den letzten Jahren zu einer Vielzahl von Neuerungen gekommen. Der klassische Ziegel wird immer mehr durch den Ytongstein ersetzt, einem Porenbeton, welcher üblicherweise aus Sand, Kalk, Zement und Wasser hergestellt wird und demnach vollkommen aus mineralischen und natürlichen Rohstoffen besteht. Die Vorteile dieses Steins liegen in der besseren Dämmwirkung, im wirksameren Schallschutz, in der guten Wärmespeicherfähigkeit und in der leichten Verarbeitung. Des Weiteren können Leerrohrkanäle für Strom, Wasser, Gas bereits vorgefertigt werden, was das klassische Schlittschlagen bei guter Planung praktisch unnötig macht. Dies senkt den Arbeitsaufwand und dadurch die Konstruktionskosten.

Lichtdurchlässiger Beton für Treppenstufen oder Küchentrennwände

Ebenso gibt es im Bereich Innenausbau innovative Baustoffe, welche zunehmend Beachtung finden. So wurde in den letzten Jahren Beton entwickelt, welcher zu einem gewissen Grad lichtdurchlässig ist. Dieser Baustoff besteht aus einer Mischung aus Beton und Glasfasern, wobei letzteres die gewünschte Lichtleitfunktion besitzt. Dadurch wird es möglich, Umrisse von Menschen, Gegenständen und sogar Farben vom Nebenraum erkennbar zu machen. Die Option des gedämmten Lichtes kann beispielsweise bei Treppenstufen oder Küchentrennwänden Verwendung finden. Dies spart Stromkosten und ermöglicht ein anderes Licht-Wohngefühl bei doch hohem Wärmedämmeigenschaften sowie hoher Stabilität.

Der klassische Hausbau hat somit auch in den letzten Jahren eine Vielzahl von Neuerungen erfahren. Ein Bauherr sollte diese Optionen nutzen, um einerseits Kosten zu sparen und andererseits das Wohnwohlgefühl zu steigern.

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