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Bild Tadelakt

Wände mit Tadelakt natürlich gestalten

erschienen am 12/2/2015

Ursprünglich als Wandputz im orientalischen Hamam genutzt, findet Tadelakt auch in unseren Breiten immer mehr Fans. Der natürliche Kalkputz ist nicht nur dekorativ, sondern weist zudem Wasser ab – und eignet sich deshalb hervorragend für den Einsatz im Außen- und Nassbereich. Alles Wissenswerte zur Herstellung, den Anwendungsmöglichkeiten und besonderen Eigenschaften von Tadelakt haben wir in unserem Blogartikel für Sie zusammengestellt.

Orientalischer Ursprung

Bereits vor Tausenden von Jahren stellten die Berber in der Region um Marrakesch einen abdichtenden Putz aus Kalkstein her, den sie aufgrund der Verarbeitungstechnik ‚Tadelakt‘ (berberisch/marokkanisch dellek: „zerkneten, drücken“) nannten. Im Lauf der Zeit wurde die Putztechnik weiterentwickelt und v.a. in Hamams, den typisch orientalischen Dampfbädern, verwendet. 

100% Natur

Tadelakt ist ein hundertprozentiger Naturrohstoff: Durch das Brennen und anschließende Löschen von Kalkstein entsteht ein Kalkputz, der sich durch sehr große

  • Dichtigkeit
  • Stoßfestigkeit
  • Wasserbeständigkeit

auszeichnet. Das so gewonnene, hellgraue Tadelaktpulver besteht zu etwa 95 % aus Kalk, rund 5 % setzen sich auch Sand, Lehm und Asche aus dem Brennvorgang zusammen. Durch die Beimischung mineralischer Pigmente ergibt sich eine Vielzahl von Naturfarben in Braun- und Grautönen. Das Pulver wird mit Wasser angemischt, mit der Kelle aufgetragen, geglättet, verdichtet und poliert. Für die wasserabweisende Wirkung sorgt eine abschließende Behandlung mit Glätteseife (schwarzer Olivenölseife).

Vom Hamam ins Bad

Der traditionelle Kalkputz aus dem Orient ist absolut wasserfest; deshalb setzt man ihn beispielsweise als Ersatz für Fliesen und Keramik bei

  • Dampfbädern
  • Waschbecken
  • Terrassenböden

oder als dekorative Wandgestaltung in der Dusche ein. Oberflächen aus Tadelakt eignen sich dank ihrer Beständigkeit sogar für draußen. 

Glanzputz als Kombinationswunder

Dank verschiedener Farben und Schattierungen erweist sich Tadelakt als sehr flexibel in der Gestaltung; den Glanzputz aus Marokko können Sie auf jedem starren und tragfähigen Untergrund wie

  • Beton
  • Putz
  • Ytong
  • GK-Platten
  • Fliesen

anbringen und mit anderen Materialien und Oberflächen kombinieren; lediglich auf arbeitende Untergründe wie Holz oder Lehmputz sollten Sie ihn besser nicht auftragen, da dies zu größeren Rissen führt. Übrigens: Sollte trotz der hohen Beständigkeit eine Renovierung des Tadelakts nötig sein, ist dies ohne großen Aufwand möglich – hierzu tragen Sie einfach eine weitere Tadelaktschicht auf! 

Hygienisch und pflegeleicht

Marokkanischer Tadelakt wird fugenlos verarbeitet, ist wasserunempfindlich und abwaschbar. Die Putzart ist deshalb hygienisch und pflegeleicht – und hat darüber hinaus eine Vielzahl weiterer positiver Eigenschaften: 

Feuchtigkeitsregulierende Wirkung

Der Kalkputz ist diffusionsoffen und sorgt dadurch für eine optimale Regulierung der Luftfeuchtigkeit: Er nimmt Wasser aus der Luft auf und gibt es allmählich wieder ab; dadurch trägt er maßgeblich zu einem gesunden Raumklima bei. Aufgrund des hohen pH-Werts hat Schimmelbildung keine Chance. Der alkalische Werkstoff wirkt zudem antibakteriell und ist somit eine hervorragende Wahl für die Verarbeitung im Badezimmer. 

Unbedenklich für Allergiker

Als rein mineralisches Produkt enthält Tadelakt keinerlei schädliche Stoffe – ein klarer Vorteil für Allergiker. Außerdem ist er

  • geruchsneutral
  • schmutzunempfindlich
  • fast unbegrenzt haltbar
  • und strahlt eine natürliche Wärme aus.

Die Reinigung der Oberflächen ist denkbar unkompliziert: Statt aggressiver chemischer Putzmittel verwenden Sie am besten Olivenölseife, da diese eine rückfettende Wirkung hat und die Oberfläche zusätzlich pflegt. 

Alterserscheinungen erwünscht

Wie viele andere Naturmaterialien entfaltet auch Tadelakt seinen besonderen Charme erst im Lauf der Zeit: Feine Risse, Adern und Unebenheiten erzeugen eine individuelle Note, die mit einer industriell gefertigten Oberfläche nicht zu vergleichen ist. Unregelmäßigkeiten und Alterserscheinungen sind also durchaus erwünscht – wie bei einem schönen Gesicht, das durch seine Reife an Charakter und Ausstrahlung gewinnt.

 

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