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Keller oder Bodenplatte - die Gretchenfrage für jeden Bauherren

erschienen am 05.10.2012

Keller oder einfach nur Bodenplatte? Mit dieser Fragestellung sehen sich zukünftige Bauherren gleich von Beginn ihrer Traumhausplanung konfrontiert. Je nach Bedarf erweist sich die eine oder andere Variante als die langfristig Bessere. Es stellt sich nun die Frage, was spricht für und was gegen eine Bodenplatte im Vergleich zum Keller.

Was ist eine Bodenplatte?

Unter dem Begriff Bodenplatte wird in der Regel eine Betonplatte verstanden, welche entweder auf ein Streifenfundament gelegt oder auf eine Schicht Frostschutzschotter gegossen wird. Dabei hat die Bodenplatte zwei Aufgaben zu erfüllen: Einerseits soll eine Abtrennung zwischen Erdreich und Haus erfolgen und andererseits dient sie dazu, statische Anforderungen für die späteren Geschosse zu erfüllen. Aus diesem Grund variiert auch die Stärke der Bodenplatte. Ein Bungalow verursacht bspw. weniger Druck auf die Bodenplatte und das darunter liegende Erdreich als ein mehrstöckiges Haus. Aufgrund dessen können auch die Kosten für die Erstellung schwanken.

Aufgrund der einfachen Konstruktion ist eine Bodenplatte im Vergleich zu einem Keller viel günstiger. Zwar benötigt ein Keller in der Regel auch ein Fundament, jedoch kommt noch eine Vielzahl von Zusatzkosten hinzu. Für den Bau eines Kellers ist zuerst einmal das Erdreich auszubaggern und abzutransportieren. Dann wird in den häufigsten Fällen eine Außenisolierung notwendig und das Auftragen einer wasserabweisenden Schicht. Letzteres kann durch eine Drainage unterstützt werden. Die Isolierung wird angebracht, um die späteren Heizkosten für Kellerräume zu begrenzen und die wasserabweisende Schicht, um Schimmel oder Wassereindringen zu vermeiden. Besonders, wenn der Keller später auch als Teilwohnraum genutzt werden soll, beispielsweise als Fitnessraum oder Arbeitszimmer, werden diese Vorkehrungen benötigt für eine angenehme und heimelige Atmosphäre. Hinzu kommen dann noch die Kosten für den Innenausbau. Dies beinhaltet einerseits die Elektrik, Heizung sowie auch Bodenestrich, Innenputz und ggf. Bodenbeläge, wie Fliesen.

Der Keller - extra Geschoss mit viel Wert

Aufgrund der durchaus höheren Kosten für die Errichtung eines Kellers argumentieren Fachleute gerne für den Bau einer Bodenplatte mit dem Schlagwort: Extra Geschoss ohne nennenswerten Wert. Doch eine derartige Argumentation verneint auch die Vorteile eines Kellers. Einerseits schafft ein Keller Platz für all die Gegenstände, welche sich im Wohnbereich weniger schicklich darstellen. Je nach gewähltem Heizsystem kann in einem Keller ein Heizungskessel, ein Öltank, eine Wärmepumpe, ein Holzpelletraum oder ein Wärmespeichertank verborgen werden. Die Entscheidung für eine Bodenplatte hat somit gleichzeitig einen Einfluss auf die Wahl des Heizsystems, was die Kosten für einen Keller wieder relativieren kann.

Doch nicht nur Heizsysteme auch andere mehr oder weniger notwendige Hausinfrastrukturbereiche lassen sich durch einen Keller geschickt vom Wohnbereich isolieren. So sind ein Stromverteilerkasten, ein Gas- und Stromanschluss, ein Telefon- sowie Satellitenserver oder eine Gartenpumpe im Keller besser abgetrennt zu installieren als beim Bau einer einfachen Bodenplatte.

Zu guter Letzt ist das oft zitierte Argument des „verschwendeten Wohnraums“ nicht ganz zutreffend. Ein Keller bietet Platz für die unterschiedlichsten Tätigkeiten. So kann ein Waschraum laute Geräusche von Waschmaschine und Trockner vermindern, ein Werkzeugraum zusätzlichen Freiraum und Lagerplatz schaffen oder ein zusätzliches Gästezimmer gleichzeitig auch als Arbeitszimmer dienen. Die Nutzungsmöglichkeiten sind somit vielseitig und je nach Ausbau und Planung auch wertsteigernd für das spätere Eigenheim.

Schlussendlich liegt die Entscheidung, ob anstelle eines Kellers nur eine Bodenplatte gewählt wird, beim zukünftigen Bauherren. Es ist abzuwägen, ob sich die zusätzlichen Baukosten im Hinblick auf das Gesamtkonzept als lohnenswert erweisen. Lebenskultur und Wohlfühl-atmosphäre sind dabei nicht quantitativ zu beziffern, sodass es am Ende eine Individualentscheidung bleibt.

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