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Klinkerfassade unter der Lupe – Entscheidungshilfe für Bauherren

erschienen am 03.05.2017

Wenn Ziegel zum Klinker wird

Klinkersteine sind Tonbaustoffe, welche kaum Wasser aufnehmen und sehr widerstandsfähig sind. Der Grund liegt in der Herstellung: Klinker ist ein Ziegel, welcher unter so hohen Temperaturen gebrannt wird, dass dadurch die Poren geschlossen werden. Der Baustoff ist nach DIN 105 genormt und wird in 3 Gruppen unterteilt:

  • Vollklinker (KMz)
  • Hochlochklinker (KHLz)
  • Normalformat (NF).

Für die Fassadengestaltung können auch Klinker in Sondermaßen produziert werden.

Pluspunkte einer Klinkerfassade

Eine Klinkerfassade ist vor allem bei zweischaligen Außenwänden empfehlenswert. Hier bleibt die tragende Wandkonstruktion mit Innenmauerwerk dank Vormauerziegel vor der Witterung (z.B. Regen, Wind, Frost, Hagel) geschützt. Vorteil: Die Fassade muss nicht oft gewartet werden wie z.B. eine Putzfassade. In den meisten Fällen reicht es, diese zu imprägnieren und zu reinigen.

Klinker-Fassaden sehen ästhetisch aus und erhöhen den Verkaufswert des Hauses. Die Installation von Klinkerfassaden ist kostenintensiv, aber man hat dafür eine enorme Auswahl an Farben, Größen und Texturen der Klinker. Die Wahl der Fassadenverkleidung richtet sich aber letztendlich nach den Regelungen der lokalen Bebauungspläne.

Isolierklinker für bessere Fassadendämmung

Isolierklinker sind Klinker mit Dämmung, welche als Wärmedämmverbundsystem (WDVS) Anwendung finden. Isolierklinker sind dünne Stein-Riemchen, welche an der Rückseite mit Dämmplatten ausgestattet sind. Diese Dämmplatten bestehen meistens aus Polyurethan und erreichen deswegen sehr gute Wärmedämmeigenschaften.

Isolierklinker kommen sehr oft bei der Sanierung oder Renovierung von alten oder beschädigten Fassaden zum Einsatz. Er lässt sich auf verschiedenen Untergründen wie Kalksandstein, Backstein oder sogar altem Klinker verlegen.

Vollklinkerfassade

Eine solche Fassade dient sozusagen als „Wetterschale“ für zweischalige Wände. Planen Sie aber eine Vollklinkerfassade am besten von Anfang an, weil diese Fassadenvariante ein entsprechend breites Fundament benötigt, damit die Klinker Halt darauf haben.

Die Entscheidung für Vollklinker sollte gut überlegt sein: Die Fassadenverkleidung muss zur Architektur des Hauses und Umgebung passen; generell ist die Vollklinkerfassade ideal für Häuser mit einer klaren Formensprache und einem Satteldach.

In manchen Fällen können großflächige Vollklinkerfassaden das Erscheinungsbild des Hauses erdrücken. Es gibt aber eine Lösung dafür: Sie können die Trennfugen zwischen den Steinen mit farbigem Mörtel füllen. So wirkt die Fassade leichter und ist angenehm anzusehen.

Das komplette Geschoss in Form einer Klinkerfassade

Mit Klinkern trennt man oftmals bestimmte Hausteile optisch ab, beispielsweise ein ganzes Geschoss. Weil der Klinkerstein einen massiven Eindruck vermittelt, eignet er sich am besten als Verblender fürs Erdgeschoss. Für den Rest der Außenfassade können Sie z.B. auf Putz oder Holz zurückgreifen, weil diese eine perfekte Kombination mit Klinker bilden.

Einzelne Fassadenteile mit Klinker gestalten

In den letzten Jahren werden häufig auch einzelne Fassadenteile mit Klinker versehen, um diese zu betonen: Mit Ziegel-Elementen am Mauerwerk lassen sich verschiedene Bauteile wie

  • Erker
  • Risalit
  • Veranda

hervorheben. Auch ein Eingangsbereich aus Ziegelsteinen kann das Erscheinungsbild des Hauses positiv verändern; daneben eignet sich Klinker auch für die Fenster- oder Türumrandung ausgezeichnet.

Tipp für Bauherren: Aufgrund seiner schmutzabweisenden Eigenschaften ist Fassadenklinker ideal geeignet für Bauelemente, die sehr schnell schmutzig werden, z.B. Treppen, Schornstein, Säule oder Sockel.

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