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Haus gebaut mit Massivholz

Massivholzwände - die Alternative zum Holzständerbau und zum Ziegelbau?

erschienen am 7/21/2012

Eine Massivholzwand hat einen besonderen Aufbau und damit wirkt diese im Winter wie ein Wärmespeicher und im Sommer wie eine natürliche Klimaanlage. Dank der Funktion als Wärmespeicher im Winter können die Heizkosten reduziert werden. Wärme wird durch das Holz gespeichert und dann wird diese nur langsam wieder abgegeben. Beinahe jeder weiß, wie sich ein aufgeheizter Baumstamm anfühlt, wenn dieser von der Sonne warm wurde. Durch kleine Nuten in den Brettern wird die Dämmleistung zusätzlich verbessert. In diesen Nuten befinden sich Lufteinschlüsse. Die erreichten Dämmwerte sind hervorragend und sie gleichen etwa den Werten von einem Niedrigenergiehaus. Ist eine Massivholzwand 38 Zentimeter dick, dann beträgt die rechnerische Auskühlzeit circa 280 Stunden. Die Ziegelwand kühlt im Vergleich dazu bereits nach 60 bis 80 Stunden aus und der Holzständerbau in etwa 15 bis 19 Stunden. Haben Häuser eine Massivholzwand, dann wird damit dem KfW-60-Standard entsprochen. Der KfW-40-Standard kann durch kleine Modifikationen erreicht werden und mit diesem System kann auch ein Passivhaus gebaut werden. Das behaglich warme und angenehme Raumklima wird bereits in dem Rohbaustadium gespürt.

Die Statik der Massivholzwand

Nachdem die Massivholzwände eine außergewöhnliche Kompaktheit und Masse haben, erreichen diese eine bessere Statik. Dabei ist auch wichtig, dass die Wände strengen Qualitätskontrollen unterliegen. Der kreuzweise Aufbau von den Wandelementen sorgt für eine dauerhafte Formstabilität. Das Material ist durch die Verarbeitungsweise und durch die Kompaktheit keinem Schwund und keiner Setzung unterworfen. Zusätzlich wird bei der Bauweise über eine erdbebensichere Konstruktion verfügt.

Die Luftdichtigkeit der Massivholzwand

Auf natürliche Weise ist Vollholz dicht. Eine absolute Winddichtheit wird durch die äußere Dämmung mit diffusionsoffenen Bahnen oder Holzweichfaserplatten erreicht. Weil das Diffusionsgefälle linear durch eine Wand geht, bleibt die Wand atmungsaktiv. Im Vergleich zu anderen Wandaufbauten schwankt die Luftfeuchtigkeit in dem ganzen Haus geringer. Die Feuchtigkeit wird von den Poren des Massivholzes aufgenommen und dann wird diese wieder abgegeben. Ohne anfällige Dampfsperren werden so Schimmelbildung und Kondensation verhindert. Es kommt auch zum Ausgleich von Temperaturschwankungen und es wird ein gesundes und warmes Wohlfühlklima erzeugt.

Akustik und Schallschutz

Die Massivholzwände können beweisen, dass es auch Holzhäuser gibt, die nicht hellhörig sind. Abhängig von der Wandverkleidung und Wandstärke werden 50 bis 60 Dezibel als Schalldämmwerte erreicht. Verglichen zu dem, was Bauämter fordern, ist dies mehr. Die Vollholzwände verschlucken Lärm und die Akustik ist hervorragend. Schließlich werden auch Konzertsäle häufig mit Holz verkleidet.

Die Brandsicherheit

Die aktuellen Anforderungen an den Brandschutz werden von Massivholzwänden erfüllt und auch noch etwas übertroffen. Generell benötigt ein Feuer Hitze, Sauerstoff und brennbares Material. Die Wandelemente sind massiv und dick und somit verkohlen diese nur langsam. Der Sauerstoff schafft es nur schwierig ins Wandinnere, weil die Wandelemente kompakt sind. Brandsicherheiten von 60 bis 150 Minuten sind für die Bewohner drinnen und damit befinden sich die Wände in der Brandschutzklasse F90 B. Auch stahlbewehrte Beton- und Ziegelbauten werden damit übertroffen. Massives Holz bleibt stehen, während ein Gebäude zusammenbricht, wenn Stahlarmierungen ausglühen.

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