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Bild Mehrgenerationenhaus

Mehrgenerationenhäuser - Jung und Alt unter einem Dach

erschienen am 12/1/2014

Ein Mehrgenerationenhaus (MGH), in dem Kinder mit ihren Eltern und vielleicht noch ihren Großeltern zusammenleben: das klingt erst mal nach einem altmodischen Konzept. Doch generationenübergreifendes Wohnen birgt viele Vorteile, die diese Art von Wohngemeinschaft auch heute noch lohnenswert machen.

Mehrgenerationenhaus: was versteht man darunter?

Sie denken bei dem Begriff „Mehrgenerationenhaus“ sicher daran, mit Ihren Verwandten eine Wohngemeinschaft zu gründen. Doch diese Art von Zusammenleben setzt nicht unbedingt eine Blutsverwandtschaft voraus. Mehrgenerationenhäuser bringen Senioren mit Familienmüttern und -vätern und deren Nachwuchs unter ein Dach. Dadurch schlagen Sie mehrere Fliegen mit einer Klappe: Die älteren Bewohner, die in Rente sind und mehr Zeit mitbringen, kümmern sich um kleinere Kinder. Sie entlasten so die Eltern - fühlen sich aber auch weiterhin gebraucht. Die jüngeren Generationen gehen zum Ausgleich den Älteren bei Alltagsproblemen zur Hand.

Der Familie einen höheren Stellenwert geben

Die sozialen Vorteile liegen also auf der Hand. Erfahrungswerte der Älteren gehen nicht verloren, weil sie diese an die Jüngeren weitergeben. Der Zusammenhalt von Familie oder unterschiedlichen Generationen verstärkt sich. Was früher eine selbstverständliche Art des Wohnens war, kann also heute als klassische Win-Win-Situation gesehen werden - zumal dieses Wohnkonzept auch etliche finanzielle Vorzüge mit sich bringt.

Geld sparen beim generationenübergreifenden Wohnen

Die finanziellen Vorteile des Mehrgenerationenhauses klingen zunächst einmal banal: Wenn mehrere Parteien zusammen bauen, erhöht sich logischerweise das Eigenkapital. In der Folge sind Konditionen für Kredite wesentlich besser, was die Baufinanzierung merklich erleichtert. Aber auch im Hinblick auf die Steuer haben Sie durch ein MGH Vergünstigungen zu erwarten - zumindest dann, wenn Sie sich für ein Vermietungsmodell entscheiden. Das bedeutet, dass beispielsweise die ältere Generation als Vermieter fungiert - die Jüngeren bekommen einen Mietvertrag für die Einliegerwohnung und zahlen regulär Miete. Die Vermieter können dann Anschaffungskosten und Renovierungsmaßnahmen von der Steuer absetzen.

Steuerliche Einsparungen bei Betriebskosten und Kreditzinsen

Absetzbar sind beispielsweise

  • Zinsen für den Kredit, den Sie zur Finanzierung aufgenommen haben
  • Betriebskosten der Wohnungen
  • Kosten für Renovierung und Instandhaltung

und viele Posten mehr. Am besten beraten Sie sich diesbezüglich bereits vor dem Bau mit Ihrem Steuerberater. Der Fachmann weiß am besten, wo Sie Geld sparen können.

Mehrgenerationenhäuser richtig bauen - das müssen Sie bedenken

Nicht jedes Haus, das Platz für mehrere Parteien bietet, eignet sich zur Umsetzung des Modells der Mehrgenerationenhäuser. Wichtig ist, dass Sie bereits vor dem Bau an eine altersgerechte Planung denken. Ältere Menschen wohnen dabei immer ebenerdig - körperliche Anstrengungen wie viel Treppensteigen lassen sich so vermeiden. Bäder und sanitäre Einrichtung müssen den Bewohnern angepasst werden. Eventuell denken Sie bereits an breitere Türen, die auch für Rollstuhlfahrer geeignet sind. Bei einer zukunftsorientierten Planung Ihres Gebäudes haben Sie auch ein Recht auf Fördermittel. Zu erwähnen ist hier zum Beispiel die Förderung der KfW-Bank für barrierefreies Bauen.

Rückzugsorte und Gemeinschaftsräume einplanen

Denken Sie beim Bau eines MGH daran, für jede Generation einen Rückzugsplatz zu schaffen. Optimal sind abgetrennte Wohneinheiten und separate Eingänge. Doch auch das Zusammenleben soll nicht zu kurz kommen.

Wie wäre es zum Beispiel, wenn Sie zentral einen gemeinsamen Platz für die ganze Familie oder Wohngemeinschaft einplanen? Am besten eignet sich dafür eine großzügig geschnittene Wohnküche.

Sinnvoll für den Hausbau: Gründung einer GbR

Zum Schluss noch ein Tipp für den gemeinsamen Bau von Mehrgenerationenhäusern: Hierfür lohnt es sich unter Umständen eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) zu gründen. Hierfür schließen Sie einen Gesellschaftsvertrag. In diesem legen Sie die Finanzierung des Hauses in allen Details fest und Sie regeln bereits die Einteilung der Räumlichkeiten. Ist der Bau schließlich fertig, lösen Sie die GbR auf und das Eigentum geht an die Gesellschafter.

 

 

 

 

 

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