Neues aus der Welt des Bauens und Wohnens
Schlüsselübergabe für ein barrierefreies Heim

Behinderten- und altersgerechtes Bauen

erschienen am 9/19/2012

Der Traum vom Eigenheim ist nicht nur jungen glücklichen (Werbe-)Familien vorbehalten. Auch ältere Menschen oder Personengruppen mit körperlichen Einschränkungen haben das Recht auf ansprechenden eigenen Wohnraum. Dabei sind jedoch im Vorfeld bestimmte Bereiche zu beachten, welche in der Bauplanung zu berücksichtigen sind, damit der Traum vom Eigenheim unter Berücksichtigung behinderten- oder altersbedingter Erfordernisse ohne großen Kostenmehraufwand auch zu verwirklichen ist.

Problembereich Treppen:

Für ältere oder behinderte Personengruppen stellen Treppen oft ein unüberwindbares Hindernis dar. Dabei ist nicht nur die Treppe zwischen den einzelnen Hausetagen gemeint, sondern auch die Eingangstreppe, Kellertreppe oder die Treppe des separaten Seiteneingangs. Bereits wenige Stufen können dabei ein Ausschlusskriterium darstellen. Aufgrund dessen ist es wichtig, bereits in der Bauplanung entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Es bietet sich beispielsweise an, bei der Wahl des Haustypes, einen Bungalow anzustreben. Die angedachte Gesamtwohnfläche wird durch eine Vergrößerung der Erdgeschosswohnfläche erweitert, wodurch der erste Stock überflüssig wird. Auch durch entsprechende Nivellierungsarbeiten und angepasste Einfahrtpflasterung kann die Eingangstreppe vermieden oder auf ein vertretbares Minimum reduziert werden. Sollte eine Treppe nicht vermeidbar sein, so sollte eine Konstruktion verwendet werden, welche möglicherweise durch eine Rampe oder einen Treppenlift ergänzt werden kann. Eine kostenaufwendigere Variante stellt der Einbau eines Liftes dar. Dabei existieren mittlerweile sehr sichere und auch ansehnliche Exemplare. Jedoch sollten für den Fall eines Steckenbleibens Vorkehrungen für ältere und behinderte Menschen rechtzeitig getroffen werden.

Problembereich Schwellen:

Bodenschwellen stellen Hindernisbereiche dar, welche durch eine durchdachte Bauplanung ohne nennenswerten Kostenaufwand vermeidbar werden. Durch eine vorherige Entscheidung des Bodenbelages (Parket, Laminat, Fliesen, Kork, etc.) kann die Estrichhöhe angepasst werden, sodass ein hindernisfreier Übergang zwischen den einzelnen Räumen ermöglicht wird. Dabei sollten auch nicht die Fensterschwellen auf Balkon und Terrasse, sowie der Haustür vergessen werden. Hierzu existieren zahlreiche Variationen, welche ein Minimum an Höhenunterschied gewährleisten.

Problembereich Bad/WC:

Besonders Badezimmer stellen oft eine Gefahrenzone für ältere und behinderte Menschen dar. Der Einbau einer ebenerdigen Dusche ist dabei ebenso hilfreich, wie die Wahl der richtigen Höhe und des Zugangs von Waschbecken und Toilettenschüssel. Es sollte entsprechend ausreichender Bewegungsspielraum, also Raumfreiheit geplant werden. Auch das Anbringen zusätzlicher Halterungen und Stützmöglichkeiten beispielsweise in der Badewanne kann bereits durch Absprache mit dem Sanitärunternehmen in der Bauphase eingeplant werden. Zu guter Letzt stellen auch die Fliesen eine gewisse Rutschgefahr dar. Durch die Wahl eines hohen Rauigkeitswertes kann auch diese Verletzungsgefahr reduziert werden. Es werden mittlerweile schöne Produkte angeboten, welche dem Zeitgeist entsprechen, leicht zu reinigen sind und dennoch durch ihren Rauigkeitsfaktor mehr Halt bieten.

Problembereich Bedienbarkeit:

Viele Bereiche des Hauses bedürfen eines gewissen Kraftaufwands. Beispielsweise sind Fensterrollläden mit Schnurwickler oft sehr schwierig zu bedienen. Um derartigen Schwierigkeiten im Vorfeld zu begegnen, ist der Einsatz von Technik möglich. Elektrische Rollläden ermöglichen eine einfache Bedienung mit nur einem Tastendruck. Derartige technische Lösungen werden zu den unterschiedlichsten Problembereichen angeboten und können das Leben von älteren und behinderten Menschen nennenswert erleichtern.

Eine gute Vorplanung kann somit ohne großen Kostenaufwand dazu verhelfen, dass behinderten- und altersgerechtes Bauen verwirklicht werden kann. Entsprechende Vorüberlegungen, auch in die Zukunft gerichtet, können dazu beitragen das Wohn(-wohl-)gefühl zu erhöhen und in der Zukunft zu erhalten.

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