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Tipps zum Planen eines Doppelhauses

erschienen am 10/4/2016

So ist ein Doppelhaus aufgebaut

In der Regel sind Doppelhäuser zwei aneinander gebaute, einheitlich gestaltete Einfamilienhäuser. Die beiden Einheiten haben einen achsensymmetrischen Grundriss und ein einheitliches äußeres Erscheinungsbild. Fassadenfarbe und Fensterverteilung der beiden Einzelhäuser sind meist ähnlich.

Die eigenständigen Gebäude sind durchgehend durch eine gemeinsame Seitenwand verbunden. Dieser sogenannte Brandabschluss besteht meist aus zwei Wänden mit gedämmter Trennfuge. Abgesehen von der gemeinsamen Brandwand, teilen sich die beiden Einheiten den Dachstuhl.

Trotz aller Gemeinsamkeiten verfügen sie natürlich über zwei getrennte Hauseingänge.

Vorüberlegungen bei der Planung

Bevor Sie mit dem Bau Ihres Doppelhauses beginnen, gilt es einige wichtige Punkte im Vorfeld zu klären. Da es bei dieser Bauart die Bedürfnisse von zwei Bauherren zu berücksichtigen gilt, ist ein hohes Maß an Kooperation und Kompromissbereitschaft von Nöten. Klären Sie folgende Punkte vor Baubeginn:

  • Sieht der öffentliche Bebauungsplan ein Doppelhaus für Ihr Grundstück vor?
  • einigen Sie sich auf einen gemeinsamen Termin – das spart zusätzliche Kosten z.B. beim Bodenaushub für Fundament, Keller oder Bodenplatte.
  • Lassen Sie die Nutzungsrechte gemeinsamer Hausanschlüsse im Grundbuch fixieren
  • Achten Sie darauf, Ihre Privatsphäre zu schützen, indem Sie ausreichend abgetrennte Bereiche einplanen (Garten, Terrasse, Balkon).
  • Gestalten Sie die Haushälften so, dass möglichst wenig tragende Wände benötigt werden, um innerhalb Ihrer Hälfte möglichst viel Freiheit zu gewährleisten.

Vor–und Nachteile eines Doppelhauses

Wirtschaftliche und energetische Vorteile

Im Vergleich zum freistehenden Einfamilienhaus ist eine geringere Mindestgrundstücksfläche von Nöten (freistehendes Haus: ca. 450 Quadratmeter; Doppelhaushälfte: ca. 330 Quadratmeter), hinzu kommen

  • Kostenteilung beim Grundstückskauf, Transport von Baumaterialien und bei der Planung
  • Kostenersparnis auf Grund einer gemeinsamen Bauplanung und Erschließung
  • gemeinsames Fundament, gemeinsame Bodenplatte oder Keller führen zu einer weiteren Kostenreduktion
  • höherer Wiederverkaufswert als bei einem Reihenhaus.

In der Regel erreichen Sie auch eine bessere Energiebilanz als bei einem freistehenden Haus: Auf Grund einer gemeinsamen Wand entstehen für Sie. Verzichten Sie auf eine Dämmung der Haustrennwand, führt dies zu einer zusätzlichen Ersparnis.

Nachteile eines Doppelhauses

Das Vorhandensein einer fensterlosen Wand führt zu gewissen Einschränkungen im Grundriss, da hier meist

  • Badezimmer
  • Eingangsbereich
  • Treppe
  • Abstellräume

verortet sind. Bei allen baulichen Änderungen ist das Mitspracherecht beider Wohnparteien zu beachten. Hinzu kommt eine erhöhte Hellhörigkeit auf Grund mangelnden Schallschutzes der Trennwand.

Mehr individueller Spielraum als man annimmt 

Entgegen der landläufigen Meinung bietet eine Doppelhaushälfte viel Spielraum für Individualität. So können Sie beispielsweise nach Ihren Wünschen Grundriss und Fassaden gestalten. Auch die sozialen Aspekte spielen eine große Rolle: Leben Sie gerne in unmittelbarer Nachbarschaft zu Freunden oder Verwandten, dann ist eine Doppelhaushälfte für Sie geeignet.

Wenn beide Parteien ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis pflegen, profitieren sie über die Maßen voneinander. Daher sind Doppelhäuser ideal um mehrere Generationen unter einem Dach zu vereinen. Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus betrachtet, kann keine andere Hausbauart Doppelhäusern das Wasser reichen.

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