Neues aus der Welt des Bauens und Wohnens
barrierefrei bauen - teil 1

Barrierefrei bauen - Teil 1

erschienen am 12/30/2011

Angesichts sich wandelnder Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland ist das Thema „Wohnen im Alter“ immer mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Dem Wohnen ist aber gerade in dieser Hinsicht das Bauen vorangestellt, damit sich auch ältere Menschen in ihren eigenen vier Wänden wohl und sicher fühlen. „Barrierefrei“ wird in diesem Zusammenhang zu einer Art Zauber- und Schlüsselwort.

Die Wohnung barrierefrei gestalten

Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger, dass mit dem Bezug zum Wohnen das Wohnumfeld so geplant und gebaut sein muss, dass man ein Haus und seine Räume ohne fremde Hilfe und ohne Einschränkungen nutzen kann. Das beginnt beim möglichst stufen- und schwellenlosen Zugang zur Wohnung, oder auf die Terrasse und den Balkon. Flure, Türen und Räume müssen breit genug sein, um sich eventuell im Rollstuhl oder mit anderen Gehhilfen bewegen zu können. Auch Badezimmer und Küche stellen häufig einen Engpass beim barrierefreien Wohnen dar. Es geht aber nicht nur um grundsätzliche Baumaßnahmen, sondern es sind auch und gerade die kleinen Details im Haus oder der Wohnung, an die gedacht werden muss: Bedienungselemente wie Armaturen, Lichtschalter und anderes müssen so angeordnet sein, dass sie ohne Schwierigkeiten auch dann erreichbar sind, wenn die Bewohner aus Krankheits- oder Altergründen nicht mehr so mobil sind. Weitere Hindernisse sind Stolperfallen, veraltete technische Installationen, unzweckmäßige Möbel, bauliche Tücken oder einfach nur fehlende Haltegriffe. „Barrierefrei“ hat in diesem Sinne das simple Ziel, dass der normale Lebensablauf eines jeden Menschen berücksichtigt wird und eine Wohnung und das Wohnumfeld so gestaltet ist, dass man darin alt werden kann. Wer sich mit dem Thema beschäftigt, muss sich natürlich auch mit den verschiedenen Kategorien von Barrieren vertraut machen. So gibt es vertikale (Höhenunterschiede) und horizontale (Durchgangsbreiten) sowie räumliche (fehlende Bewegungsflächen) Barrieren. Darüber hinaus gibt es anthropometrische (Bedienungselemente und visuelle Informationen), ergonomische (Hilfen) und sensorische (Wohnungsgestaltung) Barrieren. Eine barrierefreie Lebensraumgestaltung ist dann erreicht, wenn eine Raumgestaltung umgesetzt ist, die die Bedürfnisse älterer und behinderter Menschen nicht mehr gesondert betrachtet, sondern als integrativen, ökonomisch machbaren Bestandteil allen Entwicklungen zugrundelegt.

Ab wann gilt ein Haus als barrierefrei?

Um barrierefreies Bauen umzusetzen, müssen technische Grundlagen und Anforderungen eingehalten werden. Diese sind in den DIN 18024 und 18025 jeweils Teil 1 und 2 festgehalten. Sie gelten als allgemeine Richtlinien für eine barrierefreie Wohnraum- und Wohnumfeldgestaltung und regeln vor allem allgemeine Aspekte der Architektur sowie Installationsmaße. Die DIN-Normen geben darüber hinaus auch Auskunft über Merkmale einzelner Produkte, wie unter anderem Toiletten, Waschtische, Armaturen und Griffe. Die Normen berücksichtigen auch die die meisten sensorischen und motorischen Behinderungen sowie die maßgebenden anthropometrischen und ergonomischen Anforderungen. Integriert sind ebenfalls die spezifischen Anforderungen bezüglich der Inanspruchnahme von Hilfsmitteln wie Gehhilfen und Rollstühlen. Die für das barrierefreie Bauen geltenden Maße berücksichtigen auch Handlungsabläufe bei eingeschränkter Motorik und Sensorik. Maßstab aller Maßnahmen für das Planen und Bauen stellt natürlich der Mensch dar. Insofern ist die Kenntnis und Berücksichtigung einiger menschlichen Maße und Bewegungsabläufe unabdingbare Voraussetzung für die Gestaltung einer barrierefreien baulichen Umwelt. Vorsorge ist in jedem Fall der bessere Weg. Sich erst im Alter oder in einer akuten Situation mit solchen Dingen zu beschäftigen, ist der falsche Ansatz. Denn oft haben ältere Menschen Schwierigkeiten haben, einen Kredit zu bekommen. Über einen Bausparvertrag beispielsweise entledigt man sich jedoch solcher Sorgen und kann selbst bestimmen, wann man das beizeiten eingeplante Darlehen in Anspruch nehmen möchten. Die Finanzierung ist so perfekt planbar und solide. Zudem sichern sich Bausparer, die jetzt einen Vertrag abschließen, auch die derzeit sehr günstigen Finanzierungskonditionen. Sollte der Bausparvertrag dann doch nicht zwingend für den Umbau benötigt werden, kann der Anspruch auf das zinsfeste Darlehen auch an einen Angehörigen weitergegeben werden. ", weiß der Finanzexperte. Voraussetzung hierfür sind das Einverständnis der Bausparkasse, eine ausreichende Bonität und die Familienzugehörigkeit nach Paragraf 15 der Abgabenordnung. Außerdem können auch Personen, die durch ein langfristiges Pflegeverhältnis verbunden sind und in häuslicher Gemeinschaft leben, zum berechtigten Kreis der Angehörigen zählen. Was zu den Planungsgrundlagen barrierefreien Bauen und Wohnen gehört, wird im Teil II dieses Beitrags dargestellt.

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