Unfallgefahr beim Hausbau - der Bauherr muss sich kümmern
Neues aus der Welt des Bauens und Wohnens

Unfallgefahr beim Hausbau

erschienen am 09.11.2012

Abstürzende Ziegelsteine, wacklige Provisorien und tiefe Baugruben - diese Gefahren lauern bei jedem Hausbau bzw. auf jeder Baustelle. Die richtigen Sicherheitsvorkehrungen sind somit bei einem erhöhten Unfallrisiko sehr wichtig, doch viele Bauherren sind sich nicht darüber im Klaren, dass sie für die Sicherheit auf ihrer Baustelle gewissermaßen selbst verantwortlich sind, auch wenn sie ein Bauunternehmen für den Hausbau beauftragt haben.

Der Bauherr ist für seine Baustelle verantwortlich

Der Bauherr hat eine sogenannte Verkehrssicherungspflicht, das bedeutet, man muss jegliche Gefahr für Arbeiter und Passanten so weit wie möglich ausschließen. Hierbei müssen jedoch nicht sehr spezifische Sicherheitslücken erkannt werden, sondern diese, die man auch als Laie erkennt. Mindestanforderungen für die Verbesserung der Sicherung auf Baustellen und zum Gesundheitsschutz von Beschäftigten beinhaltet die Baustellenverordnung (BaustellVO), welche sowohl der Bauherr als auch ein Unternehmer zu beachten hat, gleichwohl die Einhaltung von Schutzvorschriften primär dem Bauherren obliegt.

Die Bauherrenhaftpflicht - für Schäden die von Dritten verursacht werden

Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung hilft dabei, nach einem entstandenen Schaden von Dritten, den der Bauherr zu vertreten hat, Schadensersatzansprüche Dritter zu regulieren oder nicht berechtigte Ansprüche abzuwehren. Verunglückt jedoch ein Bauarbeiter zum Beispiel aufgrund einer fehlenden Absturzsicherung bei Arbeiten am Dach, so kann der Bauherr wegen fahrlässiger Körperverletzung beziehungsweise Tötung angeklagt werden. In diesem Fall hilft auch keine Bauherrenhaftpflicht aufgrund des leichtfertigen Handelns des Bauherren.Wenn man als Bauherr also geringe Kenntnisse von Sicherheitsmaßnahmen beim Hausbau hat, ist es empfehlenswert, eine Fachfirma zu beauftragen. Diese stellt sicher, dass die staatlichen Arbeits- und Unfallverhütungsvorschriften eingehalten werden. Hier sollte man als Bauherr jedoch auch wieder kontrollieren, ob offensichtliche Sicherheitsdefizite vorhanden sind.

Helfer sind unfallgefährdet - der Bauherr ist für Sie verantwortlich

Bei der Kostenfrage eines Hausbaus vergeht vielen Bauherrn die Lust auf ihren Traum vom Eigenheim. Deswegen entschließen sich viele Menschen, die Kosten durch Eigenleistungen oder Hilfe von Freunden einzusparen. Doch was, wenn ein Bauhelfer sich verletzt oder verunglückt?

Viele Bauherren sind sich bei dieser Frage nicht im Klaren, obwohl sie es sind, die bei einem Unfall zur Verantwortung gezogen werden. Wer ein Haus in der „Do-it-yourself“-Variante erbaut, muss laut Gesetz seine Helfer bei der BG BAU (die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft) anmelden, hierbei ist es nicht von Belang, ob die Helfer eine Bezahlung erhalten oder nicht. Bei der BAU BG wird eine sogenannte Bauhelferversicherung abgeschlossen. Hierbei handelt es sich um eine Art Unfallversicherung, welche eine Invaliditätssumme, eine Todesfallleistung, ein Krankenhaustagegeld und Bergungskosten beinhaltet. Sie kostet ca. 2,00 Euro in den alten Bundesländern und um die 1,76 Euro in den neuen Bundesländern pro Arbeitsstunde und Person. Diese Summen sollten auf jeden Fall investiert werden, nicht zuletzt wegen dem Bußgeld von bis zu 2.500 Euro für unangemeldete Bauhelfer.

Der Bauherr sollte sich selbst auch versichern

Der Bauherr hingegen kann sich nicht bei der BG BAU absichern, deswegen ist es äußerst empfehlenswert, wenn zu Beginn des Hausbaus nicht bereits vorhanden, eine Berufsunfähigkeitsversicherung und eine private Unfallversicherung abzuschließen.

Helfer müssen mit der richtigen Schutzkleidung ausgestattet werden

Um das Unfallrisiko an der Baustelle zu minimieren, sind Bauherren ebenso verpflichtet, die Unfallverhütungsvorschriften der BG BAU umzusetzen. Durch die Tätigkeit der Helfer auf der Baustelle wird der Bauherr Unternehmer und muss so Schutzhelme und passende Arbeitskleidung für sie bereitstellen. Außerdem ist er verantwortlich für den Brandschutz und für Erste Hilfe-Vorkehrungen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die richtigen Sicherheitsmaßnahmen beim Hausbau nicht fehlen dürfen. So genießen Bauarbeiter und unentgeltliche Helfer ein verringertes Unfallrisiko durch den Abschluss einer Bauhelferversicherung bei der BG Bau. Durch die Bauhelferversicherung werden zwar keine Unfälle ungeschehen gemacht, dennoch werden die finanziellen Folgen eingedämmt und der Bauherr ist rechtlich abgesichert.

Urheber der Bilder:

nach oben
Menü