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Bild Wintergarten

Wintergärten richtig anbauen - so vermeiden Sie Wärmebrücken

erschienen am 10/6/2014

Zur Zeit ihrer Entstehung, im 18. Jahrhundert, dienten Wintergärten lediglich als eine Art Gewächshaus. Sie halfen dabei, Pflanzen vor Frost zu schützen und gut durch den Winter zu bringen. Heute sind die Glasanbauten lichtdurchflutete Oasen, die oft auch als zusätzlicher Wohnraum dienen - und dadurch auch höheren Anforderungen genügen müssen.

Besonders wichtig ist, beim Bau eines Wintergartens Wärmebrücken zu vermeiden. Sonst kommen Sie nicht nur in Konflikt mit der Enev - sondern das schicke Glashaus wird auch schnell zum ungeliebten Energiefresser.

Wärmebrücken kosten Energie und führen zu Schimmel

Hausbesitzer fürchten Wärmebrücken: sie steigern nicht nur die Heizkosten, sondern sind auch verantwortlich für Schimmelpilz. Am ehesten entstehen sie dort, wo Bauteile eines Hauses aufeinander treffen und dadurch an diesen Stellen nur eine ungenügende Dämmung vorhanden ist. Dadurch gelangt die Wärme schneller nach außen. Wintergärten stellen ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer solchen Brücke dar.

Meist erkennen Sie nicht erst bei der nächsten Nebenkostenabrechnung, dass Ihr Wintergarten viel zusätzliche Energie kostet. Der erste Vorbote ist Kondenswasserbildung am Rahmen oder an den Scheiben. Ein besonders schlechtes Zeichen ist auch deutlich wahrzunehmende Zugluft.

Die Schwachstellen eines Wintergartens

Gerade bei Wintergärten gibt es viele potenzielle Schwachstellen, an denen Wärme nach außen dringen kann. Oft steht das Fundament in direktem Kontakt zum Untergrund – und nimmt die Kälte dadurch von unten auf.

Der Rahmen der Glasscheiben trägt ebenfalls zur Entstehung einer Wärmebrücke bei. Besitzt Ihr Wintergarten Alu- oder Kunststoffrahmen, ist das Risiko ungleich höher, denn diese Materialien leiten Wärme sehr gut. Holzrahmen sind hingegen kaum problematisch. Vorsicht ist auch bei Belüftungsanlagen geboten: Falls Sie Ventilatoren einbauen, ist ein zusätzlicher isolierender Verschluss vonnöten.

U-Wert und G-Wert bieten Orientierung

Ein Wintergarten besteht zum Großteil aus Glas. Der Qualität der Scheiben kommt daher eine große Bedeutung zu: vor allem der U-Wert ist hier wichtig. Je niedriger der Wärmedurchgangskoeffizient ist, umso weniger Wärme lässt das Glas durch. Mit einer modernen Dreifachverglasung erreichen Sie die besten Werte.

Im Bereich Wintergarten ist auch ein weiterer Wert interessant: der G-Wert gibt an, wie viel Sonnenlicht die Scheiben durchdringt und damit, ob Sie durch Ihren Anbau noch Energie dazugewinnen können.

Fachmännischer Baukörperanschluss spart Energie

Nicht nur eine hohe Standfestigkeit und gute Isolierwerte des Materials helfen, Wärmebrücken zu vermeiden. Es kommt auch maßgeblich auf eine fachmännische Planung und Durchführung des Anbaus nach den anerkannten Regeln der Technik an. Besonders ausschlaggebend ist hier der Anschluss der Scheiben an den Baukörper.

Gerade beim Bau von Wintergärten, die erst im Nachhinein an ein bestehendes Haus angebaut werden, entstehen Probleme beim Übergang. Dazu gehören zum Beispiel die Anpassung an Dachüberstände oder eine Sparrenkürzung. Aber auch ein unwinkliger Baukörper bereitet Schwierigkeiten, die nur ein Fachmann beseitigen kann.

Wintergarten und Enev: darauf müssen Sie achten

Ein kleiner Wintergarten ist von den Regelungen der Energieeinsparverordnung nicht betroffen. Erst ab einer Größe von 15 m² müssen Sie sich an die gültigen Vorschriften der Enev halten und den Primärenergiebedarf des Anbaus nachweisen.

Die Bestimmungen für die Wärmedämmung richten sich maßgeblich danach, ob Sie den Wintergarten als beheizten Wohnraum nutzen und wie lange Sie ihn pro Jahr beheizen. Bei ganzjährig bewohnten Wintergärten ist außerdem ausschlaggebend, ob sie ein Teil der Außenhülle Ihres Wohnhauses sind bzw. ob sie durch Bauteile wie zum Beispiel Wände und Fenster davon abgetrennt sind.

 

 

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