Neues aus der Welt des Bauens und Wohnens

Häuser im Bauhausstil: Wohnen für Design-Fans

erschienen am 06.03.2014

Private Bauherren entscheiden sich immer häufiger für ein Haus, dessen Stil sich an den des klassischen „Bauhauses“ anlehnt – selbst ein Fertighaus im Bauhausstil ist mittlerweile kein Problem mehr.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Neben der zeitlos-eleganten Architektur sprechen vor allem die offene Wohnfläche und (dank großzügiger Fenster) das helle Innere dafür, sich für den Haustyp in diesem Stil zu entscheiden.

Zur Herkunft des Stils

1919 gründeten Walter Gropius und Henry van de Velde in Weimar das „Staatliche Bauhaus“ – eine Arbeitsgemeinschaft, in der Künstler und Handwerker gleichberechtigt zusammenarbeiteten. Die Einrichtung zog mehrmals um (1925 nach Dessau, 1932 nach Berlin), bis sie 1933 von den Nationalsozialisten aufgelöst wurde.

Ziel des Bauhauses war die Entwicklung eines minimalistischen Stils nach dem Leitspruch Form follows function – die Form wurde also bewusst der Funktion untergeordnet. Alle künstlerischen Disziplinen (vom Theater bis zur Bildhauerei) sollten zur Schaffung eines Gesamtkunstwerks beitragen, denn schon im Gründungsmanifest von 1919 forderte Walter Gropius:

„Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau“.

Architekten und Designer auf der ganzen Welt griffen dieses Prinzip begeistert auf, sodass der Begriff „Bauhaus“ schon bald als Synonym für Neues Bauen und Funktionalismus verwendet wurde (und bis heute verwendet wird).

Besonderheiten der Bauhaus-Architektur

Als bewussten Gegenpunkt zu den dunklen, miefigen Mietskasernen des 19. Jahrhunderts setzte das Bauhaus auf helle, weitläufige Räume. Mit neuen Materialien wie Beton wollte man einen schnörkellosen, rationalen Haustyp schaffen.

Zu den typischen Kennzeichen gehört neben großen Fensterflächen und offenen Wohnbereichen auch das Flachdach: Weil dadurch Dachschrägen wegfallen, bieten auch die oberen Stockwerke eine großzügige Wohnfläche. Zusätzlich bietet sich die Möglichkeit, eine Dachterrasse anzubringen. Alternativ zum Flachdach ist bei diesem Haustyp auch ein Pultdach denkbar.

Bei der Innenausstattung hat der Minimalismus oberste Priorität. Der Trend der letzten Jahre lehnt sich darin eindeutig an den Bauhausstil an, was der Blick in aktuelle Möbelhäuser und Lifestyle-Magazine beweist.

Symbiose aus Stil und Energieeffizienz

Obwohl der Bauhausstil ursprünglich für soziale Wohnprojekte entwickelt wurde, findet er in den letzten Jahren vor allem im privaten Bausektor immer mehr Anhänger. Besonders gut lassen sich die entsprechenden Prinzipien in einem Massivhaus umsetzen: Die Kombinationsmöglichkeiten mit zeitgemäßer, energieeffizienter Haustechnik sind nahezu unbegrenzt. Förderfähige Objekte (das sog. Effizienzhaus) sind damit kein Problem.

Der Trend zum Haus im Bauhausstil wird deshalb in absehbarer Zeit nicht nachlassen – ganz im Gegenteil: Der Haustyp lässt sich problemlos mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit kombinieren; deshalb haben die Ideen von Walter Gropius auch nach fast hundert Jahren nichts von ihrer Aktualität verloren.

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