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Bild Spitzboden

Spitzboden zur wertvollen Wohnfläche ausbauen

erschienen am 03.11.2016

Spitzbodenausbau ist in vielen Fällen genehmigungsfrei

Der Spitzboden ist laut Anhang zur DIN 1055 ein Dachraum unter Pult- oder Satteldächern, der sich für Wohnzwecke nicht eignet. Seine lichte Höhe beträgt höchstens 1,80 Meter. Der Ausbau des Spitzbodens ist meistens genehmigungsfrei. Wir empfehlen Ihnen aber, sich bei einem zuständigen Bauamt vorher zu informieren, weil jede Landesbauordnung andere Vorschriften hat.

Wenn der Umbau tragende oder aussteifende Bauelemente betrifft und sich dadurch die Nutzungsänderung im Dachgeschoss ändert, dann ist eine Baugenehmigung notwendig. Auch Ausbaumaßnahmen wie Montage von Dachfenstern oder jegliche Eingriffe in die Dachhaut (wie Bau neuer Gauben) sind genehmigungspflichtig.

Voraussetzung für den Spitzbodenausbau

Beim Ausbau des Spitzbodens berücksichtigen Sie vor allem:

Prüfen Sie vorher Ihre Dachkonstruktion darauf, ob sie tragfähig, trocken und schädlingsfrei ist. Die Dacheindeckung sollte wiederum keine Lücken aufweisen und das Mauerwerk frei von feuchten Stellen  und Wärmebrücken sein. Der Schornstein muss an allen Stellen dicht an das Dach angeschlossen sein und die Fenster müssen lückenlos in das Dachgefüge eingebunden werden.

Gute Wärmedämmung für vollen Komfort im Dachgeschoss

Die neue Fläche unter dem Dach braucht einen guten Wärmeschutz. Keiner will im Sommer in einem zu heißen und im Winter in einem ausgekühlten Raum seine Zeit verbringen. Aus diesem Grund investieren Sie in eine gute Wärmedämmung. Beachten Sie dabei immer die Vorgaben der Energieeinsparverordnung, welche die obligatorischen Dämmwerte definieren. Dabei können Sie zwischen einer Geschossdeckendämmung (beim unbewohnten Dachgeschoss) und einer Dachdämmung (beim bewohnten Dachgeschoss) wählen. Die Dämmung lässt sich als Aussparren-, Untersparren- und Zwischensparrendämmung realisieren.

Fenster im Spitzboden nachrüsten

Wenn Sie in Ihrem Dachboden kein Fenster haben, dann können Sie diese nachträglich einbauen. Ein Giebelfenster kann in der Außenwand montiert werden, aber bei einer kompletten Giebelfläche aus Glas muss der Statiker die Dachbeschaffenheit checken. Dachflächenfenster im Spitzboden-Bereich sind ebenso eine gute Lösung (am besten kleinere, die zwischen die bestehenden Sparren passen).

Sicheren Weg nach oben schaffen: Dachbodentreppe

Je nachdem, wie Sie Ihren Spitzboden nutzen möchten, stehen Ihnen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • eine einklappbare, luftdichte Treppe, wenn der Dachboden als Stauraum dient
  • Treppe mit Brüstungsgeländer beim bewohnten Spitzboden

Als Zugang zum Spitzboden haben sich vor allem die so genannten Raumspartreppen bewährt. Eine klassische Ausführung ist eine Wangentreppe, welche mit wechselseitig begehbaren oder mit deutlich schmaleren, vollflächig begehbaren Stufen ausgestattet ist. Noch weniger Platz braucht eine Spindeltreppe, welche sich spiralförmig nach oben windet. Achten Sie immer dabei, dass die Dachschräge den Zugang zum Dachboden nicht zusätzlich erschwert.

Spitzboden zum Wohnbereich gestalten

Im Dachboden herrschen beengte Verhältnisse, welche eine kreative Gestaltung verlangen. Wenn Sie Ihr Giebelzimmer als Arbeitszimmer planen, platzieren Sie den Schreibtisch vor dem Giebelfenster. In die Schrägen passen schmale Ablagetische oder Rollregale. Für eine Giebelwand ohne Fenster bietet sich der Einbau von großen Regalen an. Und auch Ihre Kinder werden sich freuen, wenn sie unter dem First spielen dürfen. Dafür brauchen Sie nicht viel Einrichtung, weil die Kinder vor allem Platz zum Austoben haben wollen.

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