Neues aus der Welt des Bauens und Wohnens

Unterschiedliche Dämmungen fürs Massivhaus

erschienen am 5/17/2013

Seit Inkrafttreten der Energieeinsparverordnung ergeben sich für den zukünftigen Bauherrn neue Vorschriften hinsichtlich seines Energiekonzeptes. Es sind beispielsweise Entscheidungen zu treffen, welche Art der Dämmung für die Wand angestrebt wird. In der Regel existieren drei Hauptvarianten für den Massivbau: die Außendämmung (Wärmedämmverbundsystem, kurz WDVS), der 36er Ziegel und die Kerndämmung.

Die Außendämmung mit Wärmedämmverbundsystem

Bei der Außendämmung werden Dämmstoffe an das Mauerwerk gesetzt. Hierfür eigenen sich Stoffe wie Perlite, Kork, Mineralschäume, Holzfasern als auch Kunststoffe wie EPS (Styropor). Den Dämmstoff setzt man dabei an die Außenwand mittels Kleber oder Mörtel. Bei schweren Dämmstoffen wird auch mit Dübeln gearbeitet. Darauf kommt ein Unterputz zum Schutz gegen Umwelteinflüsse und darauf der gewünschte Abschluss. Dies kann z.B. Außenfarbe, Klinker eine Holzschalung oder auch Eternitplatten sein. Bei der Gestaltung der Fassade ist der Bauherr völlig frei.

Die Verwendung der Außendämmung bringt viele Vorteile mit sich. Zum einen hilft die Außendämmung, die Raumwärme optimal zu speichern und somit auch im Sommer, für einen kühlenden Klimaausgleich zu sorgen. Zum anderen kann Frost den Wandbaustoff nicht schädigen, da die Temperaturspannungen der tragenden Bauteile abgebaut werden.

Nachteil Brandschutz

Ein klarer Nachteil ist der Brandschutz. Ist die Schutzvorrichtung durchbrochen, so besteht eine hohe potenzielle Gefahr für einen Großbrand. Da das Isoliermaterial häufig aus Kunststoffen besteht, ist die Entwicklung giftiger Gase ebenso wahrscheinlich. Auch sind nachträgliche Arbeiten an der Außenwand nicht ohne entsprechende Vorkehrungen möglich. Ist die Verputzschicht durchbrochen, ergibt sich die Gefahr des Eindringens von Wasser und somit langfristig von Gebäudeschäden und Schimmelpilzbefall.

Der Ziegel als Wärmedämmung

Im Gegensatz dazu, erlaubt ein 36er Mauerwerk nachträglich entsprechende Korrektur- oder Anbauarbeiten. Diese Art der Wärmedämmung stellt den klassischen Ziegelbau dar. Um einen guten Wärmeschutz zu erhalten, werden 36cm dicke Ziegel als tragende Außenwände verwendet. Lufteinschlüsse im Material dienen dabei als Isolierhilfe.

Einige Ziegelvarianten beinhalten bereits eine Wärmedämmung anstatt der Luftschlitze. Laut Herstellerangaben soll damit auch der Bau eines Passivhauses möglich sein – ohne zusätzliche Dämmung.

Kostengünstige Variante mit Einschränkungen

Besonders für die Baukosten stellt ein 36er Mauerwerk eine kostengünstige Wärmedämmung dar. Als Nachteil muss angeführt werden, dass die Dämmwirkung nicht so gut wie bei einem Vollwärmeschutz mit Isolierplatten ist. Außerdem ist die Gefahr von Wärmebrücken höher, weshalb bei der Abnahme ein Energieausweis mit entsprechender Prüfung erstellt werden sollte. Grundsätzlich ist es jedoch auch bei einem 36er Mauerwerk möglich, zusätzlich eine Außendämmung anzubringen, um die Wärmeleitung noch weiter zu verringern. Jedoch wird dabei angeregt, eine Kosten-Nutzen-Rechnung im Vorfeld vorzunehmen.

Die Kerndämmung

Bei der letzten üblichen Isoliervariante, der Kernwärmedämmung, handelt es sich um eine Art Zwischenversion zwischen Außendämmung und 36er Ziegelwänden. Bei einer zweischaligen Wand wird die Dämmung in einem Zwischenbereich vorgenommen. Praktisch wird auf einem Mauerwerk eine Innendämmung angebracht, welche wiederum mit einem Mauerwerk umschlossen wird. Hierbei wird eine sog. Einblasdämmung verwendet, oder auch Dämmstoffplatten.

Der Vorteil liegt zum einen darin, dass die Lebenserwartung von der Witterung unabhängig ist. Zum anderen ist besserer Brandschutz gegeben sowie die Möglichkeit, jederzeit problemlos Außenarbeiten durchzuführen.

Als Nachteil muss jedoch genannt werden, dass die tragenden Wände hohen Temperaturansprüchen unterliegen, was die Gefahr der Rissbildung besonders bei mehrgeschossigen Gebäuden erhöht. Einen wesentlichen Aspekt stellen die Dampfbremsen dar, deren sorgfältige Ausführung angeregt wird. Ansonsten ergeben sich Potenziale für Schimmelpilze. Spätere Korrekturen an der Innendämmung sind nur bedingt möglich, was beispielsweise bei Schädlingsbefall zu Problemen führen kann.

Alle drei Ausführungsmöglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile. Grundsätzlich ist es auch eine Kostenfrage, welche Bauvariante verwendet wird. Die eigentliche Hausform spielt dabei ebenso eine Rolle. Besonders im Hinblick auf die steigenden Energiekosten ist dabei eine genaue Kosten-Nutzen-Berechnung vorzunehmen, um auch besser einschätzen zu können, wie lange der Zeitraum ist, bis die Investitionskosten wieder eingespart wurden.

Urheber der Bilder:

nach oben
Menü