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Die neue (Energieeinsparverordnung) EnEV 2014

erschienen am 08.06.2013

Wer sich bis Mitte Mai mit der gültigen Energiesparverordnung EnEV 2009 bestens auskannte, wird nun vor eine neue Herausforderung gestellt. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Verordnung EnEV 2009 novelliert, um effizienteren Energiesparmaßnahmen für die Zukunft gerecht zu werden. Diese Maßnahmen lassen das von der Bundesregierung erklärte Ziel, bis 2050 einen fast klimaneutralenGebäudebestand zu erreichen, in greifbare Nähe rücken.

Anforderungen an Wärmeschutz und Co. steigen

Durch die EnEV 2014 erfährt die Energiesparverordnung das neueste Update, um die Gebäude-Richtlinien, welche bereits für Gesamteuropa gelten, in nationales Recht umzusetzen. Die EnEV-Novelle sieht vor, dass ab dem Jahr 2021 nur noch Niedrigst-Energie-Häuser gebaut werden dürfen. Öffentliche Gebäude trifft diese neue Regelung bereits ab dem Jahre 2019. Für neue Hausbauer oder solche, die es noch werden wollen, ist es immens wichtig, sich die grundlegenden Sachverhalte und Richtlinien bereits jetzt zu verinnerlichen, um den EU-Richtlinien gerecht zu werden.

Niedrigst-Energie-Häuser bzw. Fast-Null-Energiehäuser

Niedrigst-Energie-Häuser sind Gebäude, die von Grund auf so errichtet werden, dass für die gesamte Lebensdauer des Bauwerkes eine hohe Energieeffizienz und somit niedrige und optimale Energiekosten gewährleistet werden sollten. Der restliche Energiebedarf eines Hauses, der somit äußerst gering ausfallen wird, soll aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen werden.

Im Jahre 2014 muss laut EnEV 2014 geregelt werden, dass der Primärenergiebedarf bei Neubauten um 12,5 % abgesenkt wird. Diese Prozentzahl wird sich dann ab 2016 verdoppeln, also auf 25 %. Auch auf die Qualität und die Eigenschaften der Bausubstanz, vor allem der Gebäudehüllen, wird besonderes Augenmerk gelegt. Diese Verordnung hat allerdings keine Auswirkungen auf den aktuellen Gebäudebestand.

Energieausweis wird wichtiger

Wie schon in der EnEV 2009 ist der wichtigste Punkt auch bei der Novelle der Energieausweis, derdie Energiebilanz eines Objektes genau ersichtlich macht. So können bereits vor dem Erwerb eines Eigenheimes oder einer Wohnung die Kosten errechnet werden, die für das Bauwerk aufgrund des Energieausweises aufzuwenden sind. Die Neufassung der EnEV verpflichtet jeden Hausbesitzer, bei der Veräußerung seines Gebäudes die Effizienklasse in den Immobilienanzeigen anzugeben, um für potentiellen Käufer die größtmögliche Transparenz zu bieten. Wer also auf erneuerbare Energien setzt und seinen Bau durch den Einsatz energiesparender Bestandteile aufwertet, hat gute Chancen, sein Haus durch die hohe Energieeffizienz zu einem hervorragenden Preis verkaufen zu können. Auch bei Vermietungen ist es verpflichtend, die Energiekennzahl anzugeben, sofern ein Energieausweis vorhanden ist.

Wer bereits ein Gebäude besitzt, für das bisher noch kein Energieausweis erstellt wurde, ist von der neuen Regelung auch weiterhin ausgeschlossen. Allerdings hat dieser Teil der Novelle größte Auswirkungen auf alle Neubauten, die innerhalb der letzten Dekade erbaut wurden und in öffentlichen Anzeigen vermarktet werden sollen.

Kontrollen sind geplant

Laut der EnEV 2014 ist vorgesehen, dass stichprobenartig kontrolliert wird. Die Baubehörden der Länder können auf ein zentrales Kontrollsystem zugreifen, in welchem alle Eigenschaften eines Hauses vermerkt werden. Diese Kontrollen betreffen nicht nur die Energieausweise selbst, sondern auch insbesondere die Inspektionsberichte der Klima- und Energieanlagen, um den genauen und aktuellen Zustand eines Gebäudes zu bestimmen und vorsätzliche Täuschungen auszuschließen zu können.

Ein weiterer Teil der neuen Kontrollfunktion umfasst auch, dass in öffentlichen Gebäuden mit regem Kundenverkehr der Energieausweis ausgehängt werden muss, um einerseits die Transparenz für die Besucher zu gewährleisten als8 auch eine Vorbildfunktion zu erfüllen.

Sanierungsmaßnahmen und Förderungen

Wer schon jetzt die Errichtung eines neuen Gebäudes plant und sich an den neuen Vorgaben orientiert, muss mit höheren Kosten für den Bau rechnen als bisher. Es schadet nichts, sich bei den zuständigen Behörden zu erkundigen, welche Maßnahmen zur Förderung von Neubauten ergriffen werden. Die EnEV 2014 ist Auftakt zu einer so genannten Modernisierungsoffensive, die von der Politik und von den Behörden unterstützt werden soll und voraussichtlich auch wird.

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