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Lockere Geldpolitik hält Zinsen für Darlehen niedrig

erschienen am 6/3/2016

  • Zinsen für Immobiliendarlehen im Mai nochmals leicht gefallen
  • EZB-Entscheid: Europäische Zentralbank führt geldpolitischen Kurs fort
  • Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: kurzfristig seitwärts, langfristig leicht aufwärts

Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG: "Wie erwartet konnten Immobilienkäufer in den vergangenen Wochen ihre Kredite unvermindert zu historisch niedrigen Zinskonditionen aufnehmen. Die Zinspolitik der Zentralbanken, deflationäre Tendenzen, die wirtschaftliche Stärke Deutschlands und moderate Konjunkturaussichten im Rest Europas führen weiterhin zu niedrigen Renditen bei deutschen Staatsanleihen und damit zu günstigen Refinanzierungsbedingungen bei den Banken. Die Zinsen für Immobilienkredite mit zehnjähriger Zinsbindung liegen Anfang Juni vielfach bei unter 1,5 Prozent. Die Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) bei der jüngsten Sitzung am 2. Juni in Wien haben deutlich gemacht, dass sich das Zinsumfeld zumindest durch die EZB-Politik kurzfristig nicht grundlegend ändern wird. Interessant wird mittelfristig jedoch, welche Auswirkungen ein möglicher Brexit und eine Leitzinserhöhung in den USA haben werden. Wir rechnen daher in den nächsten Wochen mit einer von Schwankungen begleiteten Seitwärtsbewegung bei den Baugeldzinsen und langfristig leicht steigenden Konditionen. Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer bestätigt diese Einschätzung."

(München, 2. Juni 2016) Die künftige Entwicklung der Zinsen für Immobilienkredite lässt sich zwar nicht vorhersagen - allerdings kann ein Blick auf die Rahmendaten zeigen, welches Zinsszenario im Sommer 2016 wahrscheinlich ist. An den Märkten ging es in den vergangenen Monaten vergleichsweise ruhig zu. Der mögliche EU-Austritt Großbritanniens ist zwar ebenso ein Thema wie die erzielte Einigung über die weitere Unterstützung für Griechenland; allerdings sind die Nachrichten darüber (noch) nicht marktbeherrschend. Vielmehr regiert - im Vergleich zu den krisengeschüttelten Vorjahren - eine gewisse Gelassenheit. Dazu tragen nicht zuletzt immer öfter neutrale bis positive Konjunkturdaten bei.

Auf dem europäischen Arbeitsmarkt geht es zumindest nicht weiter bergab. In der Währungsunion liegt die Arbeitslosenquote unverändert bei 10,2 Prozent. Bessere Daten indes aus Deutschland, wo nach aktuellsten Zahlen weniger als 2,7 Millionen Menschen arbeitslos sind, was einer Quote von sechs Prozent und dem niedrigsten Stand seit 25 Jahren entspricht. Der ifo-Geschäftsklimaindex als wichtigster Indikator zu Lage und Erwartungen in Unternehmen ist im Mai auf 107,7 gestiegen.

Die Inflation in Euopa allerdings bleibt im Minus. Die Verbraucherpreise in Euro fielen im Mai im Jahresvergleich um 0,1 Prozent, wobei vor allem der niedrige Ölpreis die Teuerung hemmt. Im April hatte die Inflationsrate minus 0,2 Prozent betragen.

Was dies für die Entwicklung des Baugeldes bedeutet, darüber sind sich die im Rahmen des Interhyp-Bauzins-Trendbarometers befragten Experten einig: Kurzfristig bleibt Baugeld günstig. "Zwar haben sich jüngst die Inflations- und Wachstumsaussichten im Euroraum leicht verbessert, spürbare Impulse auf den Zinsmarkt werden daraus hingegen nicht erwartet. Für Hausbau oder Renovierungen besteht kurz- bis mittelfristig ein weiter freundliches Umfeld", erklärt die PSD Bank RheinNeckarSaar. Die Sparkasse zu Lübeck erwartet keine Änderung der Zinspolitik der EZB, weshalb sie von einem unverändert niedrigen Zinsniveau ausgeht. Ähnlich urteilt die Postbank: "Das von der EZB im März beschlossene Maßnahmenpaket dürfte die Kapitalmarktzinsen in Deutschland noch für einige Zeit auf sehr niedrigem Niveau halten. Auch von der internationalen Seite ist nicht mit starken Impulsen zu rechnen, die die Renditen hierzulande in die Höhe treiben könnten. Kurzfristig rechnen wir daher mit einem weitgehend unveränderten Renditeniveau." Die Allianz hat allerdings beobachtet, dass sich selbst "bei kurzfristig schlechten Nachrichten das aktuelle Zinsniveau als Boden behauptet." Dies lasse in der Tendenz steigende Zinsen erwarten. Die ING-DiBa sieht kurzfristig eine Seitwärtstendenz mit Schwankungen: "In den kommenden Wochen und Monaten wird es zwei Kräfte geben, die die Kapitalmarktzinsen beeinflussen. Einerseits können höhere Ölpreise und eine mögliche Zinserhöhung in den USA die Zinsen nach oben drücken. Andererseits sorgt das Anleiheprogramm der EZB für Druck nach unten. Diese beiden Faktoren werden nicht immer gleichzeitig und gleichmäßig in Erscheinung treten, wodurch größere Schwankungen - auf niedrigen Niveaus - in den kommenden Monaten wahrscheinlich sind."

Fazit

Während Sparer unter der Zinspolitik der Zentralbanken leiden, eröffnet die Politik des billigen Geldes für Immobilienkäufer perfekte Finanzierungsmöglichkeiten. Die Renditeniveaus sind niedrig und werden grundsätzlich niedrig bleiben. Selbst wenn sich Baugeld in den nächsten Monaten etwas verteuern sollte - wirklich teuer wird es nicht.

Quelle: Interhyp

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