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Bild Wandheizung

Wandheizung für behagliche Wärme

erschienen am 01.03.2016

Eine Wandheizung verteilt die Wärme gleichmäßig über die gesamte Gebäudefläche; sie arbeitet mit deutlich niedrigeren Temperaturen als eine konventionelle Heizung – und reduziert Ihre Heizkosten merklich, sofern die Außenwände richtig gedämmt sind. Die wohl bekannteste Flächenheizung ist die Fußbodenheizung; daneben existieren die Deckenheizung sowie die Wandheizung, um die es im Folgenden geht: Wir haben für Sie Besonderheiten, Vor- und Nachteile kompakt und übersichtlich zusammengestellt.

 Funktionsweise und Aufbau einer Wandheizung

Die Wandheizung erwärmt die Flächen gleichmäßig und sorgt dadurch für eine angenehme Behaglichkeit; das Wärmeempfinden ist mit Sonneneinstrahlung vergleichbar. Je nachdem, ob Sie im Alt- oder Neubau installiert wird, bieten sich Trockenbauweise oder Nasssystem an. Dabei montiert man Heizrohre auf dem Mauerwerk bzw. auf einer Dämmschicht; zusammen mit dem Wandputz bilden sie eine sogenannte Wärmeverteilschicht. Oder man integriert die Wandheizungssysteme direkt in die Dämmung: Hierzu können Sie auf das Trockenbausystem zurückgreifen und die Wärmeverteilschicht anschließend mit

  • Tapeten
  • Anstrichen
  • Strukturputz oder Tadelakt
  • Fliesen

verkleiden. Ob eine Putzbewehrung nötig ist, hängt von Ihrem jeweiligen Putzsystem und der verwendeten Heiztechnik ab. Möchten Sie größere Wandflächen beheizen, sind Bewegungsfugen erforderlich: Sie fangen Spannungen ab, die durch Änderungen der Oberflächentemperatur entstehen, und schonen dadurch die Wandverkleidung. 

Nutzung als Kühlsystem möglich

Im Grunde genommen sind Wandheizungen multifunktional: Im Sommer dienen die Rohre zugleich als Flächenkühlung. Leiten Sie kaltes statt warmes Wasser durch das Rohrsystem, entsteht eine sanfte Kühlung. Gegenüber einer „gewöhnlichen“ Klimaanlage hat eine derartige Raumkühlung zwei Hauptvorteile: Sie arbeitet vollkommen geräuschlos und erzeugt keinerlei Zugluft. 

Besonders vorteilhaft für Niederigenergiehäuser

Trotz ihrer niedrigen Vorlauftemperatur von ca. 30°C erzeugen Wandheizungen einen hohen Anteil an Strahlungswärme. Als Niedrigtemperaturheizungen lassen sie sich ausgezeichnet mit

kombinieren und eignen sich daher besonders gut für Niedrigenergiehäuser (zumal bei entsprechender Energiebilanz großzügige Fördermittel von der KfW winken). Sie kommen sowohl an Innen- als auch an Außenwänden zum Einsatz; dabei wärmt die Flächenheizung die Außenwand von innen – und verringert somit die Gefahr der Schimmelbildung. Auch für die Modernisierung eines Altbaus ist eine Wandheizung unter bestimmten Voraussetzungen geeignet; allerdings sinkt die Heizleistung bei ungenügender Wärmedämmung der Gebäudehülle. Hinzu kommt der hohe Installationsaufwand beim Modernisieren, selbst wenn Sie die Heizung im Trockensystem verlegen.

Nachteile der Wandheizung

Trotz aller Vorteile kommt die Wandheizung nicht ganz ohne Nachteile aus; dies betrifft unter anderem die Nutzbarkeit der Räume: Um die Wärmeabgabe nicht zu beeinträchtigen, darf die beheizte Wand nicht mit Möbeln verstellt werden. Auch das Aufhängen von Bildern oder Regalen ist nicht möglich, da Schrauben bzw. Nägel die Kapillarrohrmatten beschädigen würden – und Schäden im Wandaufbau zu beheben ist äußerst schwierig. Durch eine Deckenheizung umgehen Sie die genannten Probleme; in niedrigen Zimmern kann sich der Verlust an Raumhöhe allerdings nachteilig auswirken – und die Decken müssen über eine effektive Dämmung verfügen, um Wärmeverlusten vorzubeugen. Davon abgesehen ist die thermische Trägheit ebenso hoch wie bei jeder anderen Flächenheizung: Das Aufheizen eines Raums dauert spürbar länger als mit einem Heizkörper, dafür hält die sich die Raumwärme aber auch länger. Eine Nachtabsenkung der Temperatur spart daher kaum Heizkosten, da der Raum bei einer effizienten Wärmedämmung nachts ohnehin kaum abkühlt.

Wandheizung und Lehm – ein perfektes Duo

Gesundes Wohnen ist längst nicht mehr nur für Allergiker ein Thema. Natürliche Baustoffe sind auch im konventionellen Hausbau auf dem Vormarsch. Zu den deutlichsten Trends der vergangenen Jahre zählt der Hausbau mit Lehm: Er reguliert die Luftfeuchtigkeit, speichert Wärme sehr nachhaltig; somit unterstützt Lehmputz die positiven Merkmale der Wandheizung auf geradezu ideale Weise. Im Gegensatz zu einer Fußbodenheizung verursacht eine Wandheizung zudem keinerlei Staubaufwirbelung (Konvektion). Die Kombination von Lehm und Wandheizung ist daher für jeden Bauherrn interessant, der auf ein gesundes und schadstoffarmes Raumklima Wert legt.

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