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Ein Haus preiswert bauen – schwierig, aber möglich

erschienen am 9/2/2016

Weniger ist manchmal mehr: das Grundstück

Viele Bauherren wünschen sich ein ganz großes Grundstück, am besten mit viel Platz für Garten und Pool. Für ein freistehendes Einfamilienhaus (eine vierköpfige Familie) brauchen Sie mindestens 400 Quadratmeter. Je nachdem, wo Ihr Grundstück gelegen und wie es ausgerichtet ist, müssen Sie entweder mit hohen oder niedrigeren Ausgaben rechnen. Achten Sie grundsätzlich immer darauf, dass sich die Hauptwohnräume nach Süden richten, weil Sie so Heizkosten sparen können. Die Erdarbeiten auf der Baustelle verteuern sich mit Sicherheit durch schwierige Bodenverhältnisse sowie eine Hanglage. Am schwierigsten ist es, einen günstigen Baugrund in Ballungsräumen zu bekommen. In diesen Fällen setzen Sie lieber auf verdichtete Bauformen wie Doppelhäuser oder nutzen die Baulücken, welche in jeder großen Stadt vorhanden sind.

Mit Architekten Kostenfallen vermeiden

Auch wenn es scheinbar unlogisch klingt: der Architekt hilft Ihnen, Baukosten einzusparen. Er erstellt für Sie einen auf Ihre Bedürfnisse abgestimmten Entwurf und informiert Sie über ein eventuelles Einsparpotenzial. Sie haben mit dem Architekten die Möglichkeit, Ihr Eigenheim so zu gestalten, dass es optimal zu Ihren Lebensgewohnheiten passt und es noch Alternativen für Veränderungen in der Zukunft bietet.

Cleverer Grundriss ist Gold wert

Bei der Wahl des Grundrisses zählt vor allem eine vernünftige Grundrissaufteilung, welche aber gleichzeitig viel Komfort anbietet. Schräge Wände, lange, verwinkelte Flure, Wendeltreppe oder Galerien fallen aus.  Kombinieren Sie dafür den Wohn- und Essbereich mit einer offenen Küche, weil Sie auf diese Weise die Anzahl der Wände, Türen und Trennwände erheblich reduzieren. Auch Schlafzimmer müssen nicht unbedingt groß sein. Wichtig ist nur, auf einer kleinen Fläche gute Proportionen einzuhalten. Wir empfehlen Ihnen, den Eingangsbereich nicht zwangsläufig zu verkleinern. Hier sollten nämlich Garderobe, Schuhe, Regenschirme und andere alltägliche Sachen ihren Platz finden.

Wirtschaftsraum statt Keller

Jeder Bauherr, der mit der Bauplanung beginnt, steht vor dem Dilemma: Hausbau mit oder ohne Keller. Wenn Sie sich für einen Keller entscheiden, dann müssen Sie tief in die Tasche greifen. Wenn Sie wirklich sparen wollen, dann bleibt nichts anderes übrig, als auf den Keller zu verzichten. Überlegen Sie sich dabei, ob Sie wirklich einen unterkellerten Bereich für die Haustechnik brauchen. Auch oberirdisch, z.B. mit einer erweiterten Garage, lässt sich ein zusätzlicher Stauraum schaffen. Bedenken Sie aber dabei, dass ein Keller nicht nachrüstbar ist.

Kompakte Bauform macht es aus

Ein einfach gebautes Haus, z.B. in einer Massivbauweise, ist auf jeden Fall günstiger, aber das bedeutet lange nicht, dass es langweilig sein muss. Solche Extras wie Erker, Gauben, Wintergarten, große Balkone gibt es in einem preiswerten Haus leider nicht, aber sie können jederzeit nachgerüstet werden. Dafür verbraucht ein kompaktes Haus weniger Heizenergie. 

Mit Muskelhypothek bares Geld sparen

Sie können sowohl bei Fertighaus als auch beim Massivhaus sehr viel vor allem beim Innenausbau mit anpacken. Diese Lösung lohnt sich aber nur bei handwerklich begabten Bauherren, die auch über die dafür nötige Zeit verfügen. Planen Sie Ihre Eigenleistungen ganz genau und schätzen Ihre Fähigkeiten realistisch ein. Zu den relativ einfachen Bauarbeiten gehören:

  • Verlegung von Fußböden
  • Tapezieren
  • Streichen von Wänden

Ein wenig mehr handwerkliches Geschick brauchen Sie dagegen bei:

Richtige Haustechnik minimiert Unterhaltskosten

Die Finanzierung der Haustechnik ist teuer, aber dieses Geld trägt zum dauerhaften Werterhalt Ihres Hauses bei. Damit Ihre Heizung wirklich niedrige Energiekosten generiert, muss das ganze Haus gut gedämmt werden. Wählen Sie hier lieber ein wenig kostenintensivere aber dafür schadstoffarme und energieeffiziente Materialien unter Berücksichtigung der Energieeinsparverordnung (EnEV). Heutzutage gibt es sogar Heizungsanlagen, welche nur wenig Platz brauchen und sich z.B. im Dachgeschoss unterbringen lassen. Sichern Sie sich ab und verlegen Installationsleitungen für eine spätere Nachrüstung der Photovoltaik oder einer Fußbodenheizung. So brauchen Sie später kein zusätzliches Geld für die Umrüstung auszugeben. Für sehr viele energetische Baumaßnahmen oder spätere Sanierungen gibt es Fördermittel von der KfW. Das Programm 153 „Energieeffizent Bauen“ ist für den Neubau oder Ersterwerb eines KfW-Effizienzhauses gedacht und lässt sich mit dem  Förderprogramm 431 „Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung“ kombinieren.

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