Neues aus der Welt des Bauens und Wohnens
bild zinskommentar 02-18

Mit dem eigenen Zuhause die Vorsorge im Blick

erschienen am 02.02.2018

  • Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: langfristiger Aufwärtstrend
  • Finanzierung sollte zukunftssicher ausgerichtet sein
  • Die Immobilie als Bestandteil der Altersvorsorge im Fokus

Mirjam Mohr, Vorstand Privatkundengeschäft der Interhyp AG

"Wann waren Sie zuletzt stolz auf etwas? Ich zuletzt vor einigen Tagen, als auf unserer Jahresauftaktveranstaltung Kolleginnen und Kollegen mit ganzer Leidenschaft von der Idee gesprochen haben, für die Interhyp steht - der Idee, Menschen dabei zu helfen, den Weg ins eigene Zuhause zu finden. Ein Zuhause, das so individuell ist wie der Mensch, der es bewohnt und mit Leben erfüllt.

Diesen sinnhaften Antrieb bei Interhyp immer wieder zu spüren, macht mich stolz. Und dieser Sinn ist ein wichtiger Motor für unsere unternehmerische Erfolgsgeschichte: Seit 1999 vermittelt Interhyp mittlerweile Baufinanzierungen. Dass wir längst Marktführer sind, liegt nicht nur an der breiten Marktauswahl von über 400 Kreditinstituten und der leistungsstarken Technik, mit der wir die Konditionen vergleichen, um das beste Angebot für unsere Kunden zu suchen. Unser Erfolg liegt vor allem auch darin begründet, dass wir ein klares Bild von dem Sinn unserer Tätigkeit haben. Das wird auch in der persönlichen Beratung bei Interhyp deutlich: Sie stellt die Menschen und ihren Wunsch nach dem eigenen Zuhause in den Mittelpunkt.

Nur mit einer klaren Vorstellung können berufliche wie private Träume Realität werden. Natürlich spielt der aktuelle Zins eine Rolle - wie unser Bauzins-Trendbarometer zeigt, werden die Zinsen in den nächsten Wochen günstig bleiben, aber wahrscheinlich langfristig wieder ansteigen. Allerdings kommt es nicht unbedingt auf die letzte Nachkommastelle beim Zins an, sondern eher darauf, dass eine Finanzierung wohlüberlegt und zukunftsorientiert ausgerichtet ist - auch um bestmöglich Vorsorge für die Zukunft zu treffen. Wenn Sie gerade den Kauf einer Immobilie erwägen, so kann ich Ihnen versprechen: Wir bei Interhyp werden unser Bestes geben, den für Sie passenden Kredit zu finden - damit Sie sich den Wunsch vom eigenen Zuhause erfüllen können."

Zins- und Marktumfeld

Mit Spannung hatten Marktteilnehmer die Wortwahl zur ersten Notenbanksitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am 25. Januar verfolgt. Auch wenn keine geldpolitischen Entscheidungen erwartet worden waren, so erhofften sich einige zumindest rhetorische Andeutungen zur künftigen Geldpolitik. Weder bei der Wortwahl noch bei den geldpolitischen Instrumentarien kam es jedoch zu Überraschungen. Die Währungshüter beließen den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0 Prozent und den Strafzins bei 0,4 Prozent. Überraschend war das Sitzungsergebnis nicht. Der Konjunkturaufschwung ist – nicht zuletzt wegen der Geldpolitik der Zentralbanken – auch 2018 im Gange. Das gilt in Europa insbesondere für Deutschland, aber auch für Spanien, Griechenland und Frankreich. Lediglich nach Italien schauen Marktteilnehmer mit Sorge. Auch global betrachtet brummt es. In Amerika haben erste Indikatoren, wie der Auftragseingang für langlebige Wirtschaftsgüter oder die Arbeitsmarktdaten, weiter zugelegt.

Die anziehende Konjunktur hat sich bisher jedoch noch nicht nachhaltig auf die Inflation ausgewirkt. Die Teuerung war zum Jahresende in der Eurozone sogar leicht rückläufig. In den Blickpunkt gerückt ist in den vergangenen Wochen indes der Euro. Die Gemeinschaftswährung ist kürzlich abermals auf ein neues Dreijahreshoch geklettert und wurde mittlerweile auf rund 1,25 Dollar aufgewertet. Darin sehen viele Experten eine Dollar-Schwäche, die nicht zuletzt auf die wirtschaftliche Abschottung der USA zurückgeführt wird. Gleichfalls mit Sorge gesehen wird der Überschuss der deutschen Volkswirtschaft, der 2017 auf rund 230 Milliarden Euro und damit um fast 8 Prozent der Wirtschaftsleistung gestiegen ist. Damit fällt der deutsche Überschuss doppelt so hoch aus wie in China. Dies treibt jedoch die Verschuldung des Auslands gegenüber Deutschland voran, was für die Währungsunion zum Problem werden könnte.

Neben der Notenbankpolitik sind für die Entwicklung der Bauzinsen vor allem die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen relevant und interessant. Diese sind im Januar 2018 deutlich über die 0,5-Prozent-Marke auf aktuell fast 0,7 Prozent gestiegen. Der Renditeanstieg hat sich bisher jedoch nur teilweise in höheren Finanzierungszinsen niedergeschlagen.

Der Interhyp-Expertenrat

Wer die aktuellen Diskussionen, etwa auch bei den Koalitionsverhandlungen, verfolgt, wird feststellen, dass die Altersvorsorge vielen ein zentrales Anliegen ist. In unseren Augen zeigt das Ringen um diese Themen, wie wichtig die private Vorsorge weiterhin ist. Wohneigentum – ob selbst genutzt oder zur Kapitalanlage vermietet – ist ein wichtiger Baustein. Eigennutzer haben mit Immobilieneigentum später mehr in der Tasche, weil sie keine Miete zahlen müssen. Kapitalanleger hingegen profitieren von der Mietrendite und vielfach über die Zeit von Wertsteigerungen. Eine aktuelle Studie von Interhyp zeigt, wie wichtig Kreditnehmern die Schuldenfreiheit zum Renteneintritt ist. Der Weg dahin führt über hohe Anfangstilgungen und einen soliden Eigenkapitaleinsatz. Wir raten zu Anfangstilgungen von mindestens drei Prozent im aktuellen Zinstief und einem möglichst hohen Eigenkapitalanteil.

Kurz und knapp: Das sagen die Experten

Die meisten Experten erwarten langfristig etwas höhere Konditionen, vor allem bedingt durch den langsamen Ausstieg der EZB aus der lockeren Geldpolitik.

Im Detail: Die Aussagen der Experten im Interhyp-Bauzins-Trendbarometer

  • Allianz: "Die Europäische Zentralbank und die amerikanische Notenbank Fed bereiten in Kommentaren die Märkte langsam auf eine Reduktion der Liquidität vor."
  • Commerzbank: "Die Unsicherheit über die mittelfristige Zinspolitik der Europäischen Zentralbank ist jüngst deutlich gestiegen und hat die Kapitalmarktzinsen steigen lassen. Zwar zeichnet sich über die kommenden zwölf Monate ein Ende der EZB-Anleihekäufe ab, aber Zinserhöhungen des EZB -Einlagensatzes dürften erst mit deutlicher Verzögerung folgen. Somit gehen wir nicht davon aus, dass der jüngste Anstieg der Kapitalmarktzinsen nachhaltig ist, zumal der Inflationsausblick im Euroraum trotz der guten Wirtschaftsstimmung weiter moderat bleibt. Die Unsicherheit dürfte bis zur kommenden Ratssitzung Anfang März anhalten. In der zweiten Jahreshälfte dürften die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen auch aufgrund des strukturellen Nachfrageüberhangs aber eher wieder in Richtung 0,5 Prozent nachgeben. Ein dauerhafter, wenngleich auch nur moderater Aufwärtsdruck auf die Renditen, dürfte sich erst 2019 einstellen, wenn die EZB ihre Nettoanleihekäufe einstellt und erste Zinserhöhungen ins Auge fasst."
  • HypoVereinsbank: "Im Januar sind die Marktrenditen nach oben ausgebrochen. Aufwärtsrevisionen zu den Wachstumserwartungen lassen die Anleger vermuten, die Produktionslücke im Euroraum werde schneller geschlossen als vermutet, was wiederum den Inflationsdruck anschwellen lassen würde. Entsprechend wird für die EZB ab 2019 eine etwas straffere Gangart eingepreist. Zwar dürfte nach den starken Renditeanstiegen der vergangenen Wochen ein Großteil dieser optimistischeren Erwartungen eingepreist sein; dennoch dürfte der Renditetrend kurz- bis mittelfristig nach oben gerichtet bleiben."
  • ING-DiBa: "Der Anstieg der Kapitalmarktzinsen in den letzten Wochen kannte mehrere Ursachen: die Verringerung der monatlichen EZB-Ankäufe, die Steuerreform in den USA und Inflationsspekulationen in der Eurozone. Keiner dieser Faktoren sollte sich in den kommenden Wochen deutlich verändern. Die EZB bleibt erst einmal beim Status Quo, die US-Steuerreform muss erst noch beweisen, dass sie wirklich der große Wachstumsmotor ist und in der Eurozone gibt es kaum Inflationsdruck. Daher werden die Kapitalmarktzinsen wohl erst einmal auf dem aktuellen Niveau verharren."
  • MünchenerHyp: "Kurzfristig rechnen wir mit gleichbleibenden Zinsen, da die Europäische Zentralbank aufkommende Zinserhöhungserwartungen vorerst dämpfen dürfte. Mittelfristig sollte der langsame Ausstieg aus der sehr expansiven Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank und Bank of Japan kommuniziert werden und zusammen mit den guten Wirtschaftsdaten für etwas höhere Zinsen sorgen."
  • Postbank: "Die laufende Verzinsung zehnjähriger Bundesanleihen ist seit Dezember letzten Jahres deutlich bis auf zuletzt 0,67 Prozent gestiegen. Hierin spiegelt sich neben dem anhaltend positiven globalen Konjunkturumfeld insbesondere das Bewusstsein vieler Marktteilnehmer wider, dass die geldpolitische Trendwende im Euroraum weiter voranschreitet. So dürfte die Europäische Zentralbank ihre Netto-Anleiheankäufe bis Ende des Jahres einstellen. Zudem wird am Markt bereits für März kommenden Jahres eine erste Leitzinsanhebung für den Euroraum eingepreist. Auch wenn die diesbezüglichen Markterwartungen aktuell unserer Ansicht nach etwas über das Ziel hinausschießen, spricht grundsätzlich wenig gegen einen weiteren, moderaten Renditeanstieg am Kapitalmarkt auf Jahressicht. Dieser sollte sich auch in der Entwicklung der Zinsen für längerfristige Hypothekendarlehen widerspiegeln."
  • PSD Bank RheinNeckarSaar: "Es bestehen derzeit keine Anzeichen dafür, dass die Europäische Zentralbank eine geldpolitische Kehrtwende wie in den USA anstrebt und es so in absehbarer Zeit zu Zinsanhebungen kommt."
  • Sparkasse zu Lübeck: "Die gute konjunkturelle Lage in den meisten Euroländern führt zu einer langsam anziehenden Kreditnachfrage durch Unternehmen und private Haushalte. In Verbindung mit gestiegenen Inflationserwartungen gehen wir von leicht bis mäßig steigenden Hypothekenzinsen aus.

Quelle: Interhyp

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