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Günstig Bauen

Optionen um preiswert zu bauen

erschienen am 20.07.2012

Aufgrund der günstigen Zinssituation erlebt der Wohnungsbaumarkt gerade eine Hochkonjunktur. Dies zeigt sich derzeit auch in den steigenden Kosten für Materialien und Handwerksleistungen. Doch welche Strategien können angewandt werden, um zu einem preiswerten und doch qualitativ hochwertigem Eigenheim zu kommen? Es ist ein Gesetz des Marktes, dass bei steigender Nachfrage die Preise einen Anpassungsprozess nach oben erfahren. Um den Traum vom eigenen Haus dennoch nicht platzen zu lassen, existieren einige Möglichkeiten der Modifizierung.

Einsparpotential bei Größe, Bauweise und vielem mehr

Eine einfache, wenn auch drastische Methode ist es, das Eigenheim etwas kleiner zu planen. Dies ist nicht unbedingt mit dem Verlust von Wohnqualität oder Lebensgefühl verbunden. Das Stichwort zu diesem Aspekt heisst Kompaktbau. Überflüssige Raumverschwender, wie Dachboden oder Flur sollten gleich von Beginn in die optimierte Bauplanung einbezogen werden. Ein eingesparter Raum im Erdgeschoss kann so vielleicht kompensiert werden. Auch die Verwendung von Schiebetüren kann helfen, Raum sparend zu planen. Derartige Kompaktbauweise-Tricks existieren in vielseitiger Form und können bei gleichem Wohngefühl das Eigenheim erschwinglicher machen.

Ein weiteres Einsparungspotential stellt die Bauweise dar. Eine einfachere Bauweise kann dazu beitragen, die Kosten zu reduzieren. Aber hier gilt die Devise: Nicht an der Qualität sparen, sondern nur den Preis drücken! Beispielsweise sind weiße Kunststofffenster im Vergleich zu Alu-Verbund- oder Holzfenstern weniger ästhetisch, jedoch genauso wärmedämmend und dicht. Diese Auswahlkriterien sind bei fast allen Gewerken möglich, sodass sich bei gleicher Qualität Kosteneinsparungspotenziale eröffnen.

Die üblichste Form der Kosteneinsparung stellt der Faktor Eigenleistung dar. Viele Tätigkeiten können auch von weniger handwerklich begabten Menschen erledigt werden. Man denke nur an Streichen oder Bodenbeläge. Auch die Außenanlagen sind ein wichtiger Einsparungsfaktor. Die Gartengestaltung, die Terrasse oder die Einfahrt können mit geringer fachlicher Unterstützung in Eigenregie erledigt werden. Manche Bauunternehmen bieten von sich aus bestimmte Pakete an, mit denen durch Eigenleistung oder zeitlich befristeter Mitarbeit die Kosten gesenkt werden können. Es ist jedoch davon abzuraten, sich dabei selbst oder das Einsparungspotenzial zu überschätzen. Es gilt im Allgemeinen die Daumenregel, dass maximal ca. 10% der Bausumme durch Eigenleistung erbracht werden kann. Damit ist meist auch ein großer zeitlicher Aufwand verbunden, der sich langfristig belastend auf die Bauherren auswirken kann.

Teilausbau - Gästebad und Co. auf später verschieben 

Wenn die Kosten trotz aller Optimierungsbestrebungen immer noch nicht den gewünschten Investitionsrahmen einhalten helfen, gibt es noch die Möglichkeit, die Fertigstellung verschiedener Gewerke auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Üblich ist es beispielsweise, die Innentüren später zu ordern oder den Keller erst in der Zukunft zu fliesen oder auszubauen. Auch das Gästebad kann erst nach einer gewissen Zeit abgeschlossen werden. Dabei existieren viele unterschiedliche raumverschönernde Zwischenlösungen. So kann ein Bodenestrich derart elegant gestaltet werden, dass er in der Übergangszeit auch ohne Bodenbelag einen sehr annehmbaren Eindruck hinterlässt. Durch gewisse Accessoires wie beispielsweise einem schönen Läufer kann kostengünstig ein Nachteil zu etwas Besonderem verwandelt werden. Nicht zuletzt besteht die Möglichkeit, durch die Verschiebung einzelner Gewerkeleistungen auch preislich günstigere Zeiten abwarten zu können.

Eine weitere Einsparungsoption stellt auch die Möglichkeit dar, sich mit anderen Personen zusammenzuschließen. Mehrfamilienhäuser, Reihenhäuser oder Doppelhäuser ermöglichen, Baukosten für gewisse Gewerke zu reduzieren und dennoch seinen Individualcharakter zu bewahren. So kann ein gemeinsames Heizsystem mit zwei Zählern beispielsweise helfen, die Kosten des Installateurs deutlich zu senken. Ähnlich verhält es sich bei Bauantragskosten, Vermessungsamtkosten, etc.

Der Bau eines Eigenheims stellt eine große finanzielle Herausforderung für viele zukünftige Bauherren dar, welche sich besonders in Zeiten großer Nachfrage und trotz günstiger Zinsen prekär entwickeln kann, d.h. wenn die Preise für Materialien und Handwerkerleistungen ebenfalls ansteigen. Mit einer durchdachten Vorplanung und guten Kostenvorkalkulation ergeben sich oftmals Möglichkeiten, den Traum vom Eigenheim nicht verwerfen zu müssen.

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