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Vor- und Nachteile einer Holzpelletheizung

erschienen am 1/10/2013

Die allgemeinen Kosten, für die Hauseigentümer finanziell aufkommen müssen, steigen Jahr für Jahr und ohne Unterbrechung. Besonders Heizkosten beanspruchen immer wieder aufs Neue einen großen Anteil. Doch auch nach dem Einbau hochwertiger Fenster können noch immer Heizkosten gespart werden. Bei bestehenden Einfamilienhäusern lohnt sich in jedem Falle die langfristige Berechnung für den Wechsel einer Heizungsanlage.
Für ein angenehmes Raumklima und den Komfort einer zentralen Heizanlage ist eine Holzpelletheizung in den heutigen Tagen eine der lukrativen Optionen für die Zukunft. Für angehende Eigenheimbesitzer, die noch nicht mit dem Bauen ihres Hauses begonnen haben, ist die Planung der heizölfreien Heizung mit weitaus weniger finanziellem Aufwand verbunden, als viele glauben.

Die Preisspirale für Heizöl wird sich in den nächsten Jahren weiter nach oben bewegen. Ein warmes Wohnzimmer kann sich für den einen oder anderen Hausbesitzer zum Luxusartikel entwickeln.
Bei der Entscheidungsfindung sollten Vor- und Nachteile im eigenen Haus immer beachtet werden. Jedes Haus hat seine eigene Geschichte, seine individuelle Bauweise. Der Aufwand, die Anschaffungs- sowie Unterhaltskosten, die langjährige Nutzung und nicht zuletzt die Möglichkeiten der Umsetzung für eine Heizung mit Holzpellets müssen realistisch in Betracht gezogen werden.
Die Vorteile lassen sich zum einen in gesellschaftlich-ökonomische Aspekte zum anderen in private Aspekte, von denen Sie bei einer Holzpelletheizung profitieren, unterteilen.

Ökologische wie individuelle Vorteile erkennen und nutzen

Das Verbrennen der fossilen Brennstoffe, zu denen auch Öl und Gas zählen, wird auch in der Zukunft ein belastender Faktor für die Umwelt sein. Das freigesetzte Kohlendioxid ist eine der weltweiten Ursachen für den Treibhauseffekt. Im Vergleich zu Holzpelletheizungen: Hier wird nur so viel Kohlendioxid an die Umwelt abgegeben, wie ein Baum vorher aufgenommen hat. Dieses Ergebnis zieht eine umweltfreundliche Bilanz nach sich, die als CO2-neutral bezeichnet wird. In diesem Zusammenhang zeigt sich bereits der erste Vorteil, dem besonders beim Bauen mit umweltfreundlichen Materialien Beachtung geschenkt werden sollte. Jeder Hausbesitzer, der sich für eine Holzpelletheizung entscheidet, fördert eine gesündere Luft und trägt damit aktiv zu einem zum umweltfreundlichen Handeln bei.

Den Öltankern den Rücken kehren

Neben der Verringerung des Treibhauseffektes fördert die Verbrennung von Holzpellets auch die Verringerung des sauren Regens. Saurer Regen setzt Schwefeldioxid frei, das unter anderem für das Waldsterben verantwortlich ist.
Weiterhin stellt der Transport von Holzpellets innerhalb Deutschlands im Vergleich zum Überseetransport der Öltanker keine Risiken dar. Besonders die Auswirkungen von Ölkatastrophen zeigen bei jedem Unfall, wie zerbrechlich unser Biosystem vor allem in den Ozeanen ist. Das Rohmaterial Holz für eine Holzpelletheizung schützt unsere Tier- und Pflanzenwelt.

Preislicher Vorteil auf lange Sicht

Pro kWh liegen die Kosten der Heizung mit Pellets heute bei 3,8 Cent. Demgegenüber stehen 5,5 bis ca. 6,2 Cent pro kWh bei Heizöl- oder Gasheizungen. Durch die Pressung der natürlichen Holzabfälle liegt der Heizwert bei 5 Kwh pro Kilo Holzpellets. Im Allgemeinen kann gesagt werden, dass ein halber Liter Heizöl ca. 1 Kg Holzpellets entspricht.
Als nachwachsender Rohstoff wird deutsches Holz für die Produktion von Pellets verwendet. Etliche Sorten von Holzpellets werden hier in Deutschland produziert. Die sinnvolle Verwertung des Holzes sowie die Installation der neuen Heizungsanlage schaffen bzw. erhalten hier im Inland sichere Arbeitsplätze.

Wie wirken sich die Nachteile aus?

Anschaffungs- und Instandsetzungskosten

Gegenüber anderen Heizungsarten sind die Anschaffungskosten einer Pelletheizung von rund 12.000 EUR relativ hoch. Für die Installation im Haus müssen noch einmal 2000 EUR berechnet werden. Andererseits sind bei einer Neuinstallation sind bis zu 2.500 EUR staatlicher Förderung möglich.

Auch eine Holzpelletheizung muss regelmäßig gewartet werden. Diese Wartungsarbeiten müssen bei der Heizkostenberechnung eingeplant werden. Erfahrungen haben gezeigt, dass bei minderwertigen Holzpellets das Risiko einer Verstopfung in der Anlage besteht. Bei einer solchen Verstopfung treten je nach Häufigkeit Reparaturkosten auf, die im Vorfeld schlecht zu kalkulieren sind.
Darüber hinaus muss der Aschenbehälter mehrmals im Jahr geleert werden. Die Häufigkeit richtet sich dabei nach dem Verbrauch der Holzpellets. Dennoch findet sich hier ein weiterer Vorteil: Die Holzasche kann sofort kompostiert werden und verursacht dann keine Entsorgungskosten.

Der geeignete Lagerraum

Die Lagerung der Holzpellets beansprucht einen trockenen Lagerraum. Unter Umständen ist es notwendig, in den Kellerräumen des Hauses einen geeignete Räumlichkeit zu bauen. Dieser Lagerraum sollte groß genug sein, um eine vollständige Anlieferung der Holzpellets aufnehmen zu können. Die Lieferung kleinerer Mengen Holzpellets wirkt sich anderereits negativ auf den Kilopreis und die jährlichen Heizkosten aus.
Dieser Lagerraum darf nicht weiter als 30 Meter von der Straße entfernt liegen. Bei der Anlieferung werden die Pellets über Schläuche in den Raum geblasen. Bei einem längeren Schlauch müssten die Pellets mit höherem Druck transportiert werden. Der höhere Druck jedoch zerstört die Form der Pellets und würde als grober Staub im Lagerraum landen. Beim Bauen des Lagerraumes muss darauf geachtet werden, dass dieser an eine Außenwand grenzt, um die Befüllung auf kürzesten Weg zu ermöglichen.
Alternativ kann ein trockener Lagertank auch im Garten eingegraben werden. Dabei muss ein vollständig abgedichteter Tank gewählt werden, der auch in zehn Jahren keine Feuchtigkeit oder Nässe in den Tank eindringen lässt.

Für ein Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von ca. 150 m² können rund 16.000 kWh zur Heizung und Warmwasserversorgung berechnet werden. Für die Lieferung des Jahresbedarfs wird ein Raum mit der Mindestgröße von 14,4 m² benötigt. Als Grundregel kann man davon ausgehen, dass ein Kubikmeter Raum ca. 650 kg Pellets aufnehmen kann.

Alles in allem hat die Holzpelletheizung weitaus mehr Vorteile als Nachteile. Wer sich auf etwaige Schwierigkeiten, die jede andere Heizungsart auch mit sich bringt, einkalkuliert, wird sich beim Bauen des Eigenheims auf eine natürlich warme Räume freuen können.

Bild: iStockphoto, thinkstockphotos.de

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