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Arbeitsschutz auf der Baustelle - was ist Vorschrift?

erschienen am 8/30/2012

Arbeitnehmer im Baugewerbe verrichten nicht nur körperlich schwere und  anstrengende Tätigkeiten. Viele der Arbeiten sind, ohne geeignete Schutzmaßnahmen, auch gefährlich oder gesundheitsgefährdend. Dem hat der Gesetzgeber hierzulande Rechnung getragen, indem er als gesetzliche Grundlage das Arbeitsschutzgesetz und zur Umsetzung die Baustellenverordnung erlassen hat. In diesen gesetzlichen Regelungen sind alle Maßnahmen zum Arbeitsschutz erfasst, die für die Arbeitnehmer im Baugewerbe gelten.

Arbeitsschutz liegt in der Verantwortung des Bauherren!

Auch bei kleineren Bauvorhaben, wenn beispielsweise ein Einfamilienhaus neu gebaut oder saniert werden soll, sind diese Vorschriften einzuhalten. Der Bauherr ist grundsätzlich verantwortlich für die Arbeitssicherheit im Rahmen seines Projektes: Er ist deshalb verpflichtet, einen Koordinator für die Arbeiten zu benennen, der dafür sorgt, dass die Arbeitsabläufe aufeinander abgestimmt werden, damit keine Unfälle am Bau eintreten. Dieser Koordinator ist auch dafür zuständig, den erforderlichen Arbeitsschutz sicherzustellen. Durch die Einsetzung eines Baustellenkoordinators ist der Bauherr von der Haftung für die Arbeitssicherheit entlastet. Die Kosten für eventuell eintretende Unfälle im Baugewerbe werden durch Beiträge der Unternehmen des Baugewerbes finanziert: Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft ist zuständig für alle Arbeitsunfälle und alles Weitere, beispielsweise Rehabilitation, Berufsunfähigkeitsrenten usw. Die Haftung des Unternehmers für Arbeitsunfälle wird durch die Beitragszahlung auf die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft übertragen. Arbeitnehmer müssen für diese Unfallversicherung keine Beiträge entrichten. Die Unfallverhütungsvorschriften der BGV sind rechtsverbindlich. Die Berufsgenossenschaft (BGV) legt im Einzelnen die Schutzziele fest und die Arbeitgeber sind verpflichtet, die Schutzkleidung und alles, was sonst für den Arbeitsschutz erforderlich ist, zur Verfügung zu stellen.

Die Arbeitnehmer sind verpflichtet, die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen anzuwenden:

  • Schutzhelm
  • Schutzkleidung
  • Schutzbrillen
  • Gehörschutz
  • Schutzhandschuhe
  • Knieschutz
  • Schutzmasken
  • Sicherheitsschuhe

 

Der Schutzhelm

Der Schutzhelm gehört zur Grundausrüstung jedes Arbeitnehmers auf dem Bau. Ohne Schutzhelm darf sich niemand auf der Baustelle bewegen. Zur Schutzausrüstung von Arbeitnehmern, die auf dem Bau beschäftigt sind, gehört außerdem - im Einzelnen abgestimmt auf den Arbeitsplatz die Schutzkleidung: Hosen, Jacken oder Overalls in robuster Ausführung. Auch Schutzkleidung gegen Nässe und Kälte ist für die Arbeit im Freien in der kalten Jahreszeit zum Schutz der Gesundheit erforderlich. Der Schutz der Augen und des Gesichtes muss durch geeignete Schutzbrillen gewährleistet werden. Bei hoher Lärmbelastung hat der Arbeitnehmer einen Gehörschutz zu tragen. Arbeitshandschuhe sind vom Unternehmen zur Verfügung zu stellen und Knieschützer gehören ebenfalls zur Schutzausrüstung auf dem Bau. Werden Arbeiten ausgeführt, die mit einer starken Staubbelastung oder Ausdünstung chemischer Dämpfe einhergehen, muss der Arbeitnehmer eine geeignete Schutzmaske tragen.

Die Sicherheitsschuhe

Das Tragen von Sicherheitsschuhen ist auf der Baustelle ebenfalls Vorschrift: Je nachdem, auf welchem Arbeitsplatz der Arbeitnehmer eingesetzt ist, müssen die Sicherheitsschuhe besonderen Anforderungen genügen. Die besondere Ausrüstung von Sicherheitsschuhen wird durch eine Kennzeichnung sichtbar gemacht. Es gibt 4 Klassen: S1 bis S4 - je nach Sicherheitsgrad. Die Füße werden durch eingearbeitete Stahlkappen geschützt, die Schuhsohle muss, beispielsweise zum Schutz gegen herausragende Nägel u.ä., durchtrittsicher sein. Meist sind sie auch mit einer Gelenkverstärkung sowie mit Fersen und Knöchelschutz versehen. Und, damit der Arbeitnehmer sich auch auf Gerüsten und auf glatten Untergründen unfallfrei bewegen kann, sind Sicherheitsschuhe rutschhemmend und antistatisch ausgerüstet.


Bei einem Unfall wird geprüft, ob die Arbeitssicherheit eingehalten wurde. Bei Versäumnissen kann der Verantwortliche von der BGV in Regress genommen werden. Für mehr Informationen zum Arbeitsschutz, gibt es hier ein sehr ausführliches pdf Dokument.

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