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Schutz- und Funktionserdung: wichtige Teile der Elektroinstallation

erschienen am 01.04.2015

Eine Erdungsanlage ist eine absolut unverzichtbare technische Anlage in jedem Gebäude – sie ist deshalb der erste Bestandteil der Elektroinstallation, der in Ihrem Neubau eingerichtet wird. Der Begriff „Erdung“ bzw. sein Synonym „Potentialausgleich“ stehen in der Elektrotechnik für eine elektrisch sehr gut leitende Verbindung elektrischer Bauteile mit dem Erdreich.

Eine Erdung gleicht somit das unterschiedliche elektrische Potential zwischen Geräten und dem Erdreich aus. Die zwei Funktionen dieser Verbindung sind der Schutz vor elektrischen Schlägen und die störungsfreie Leitung von Strom – eine Erdungsanlage besteht also immer aus den beiden Komponenten Schutzleiter und Funktionsleiter.

Sinn und Zweck der Schutzerdung

Die Schutzerdung ist eine Schutzmaßnahme – sie verhindert, dass Lebewesen im Fall eines Fehlers bei Berührung elektrischer Geräte einen Stromschlag bekommen. Durch die Verbindung von Metallen mit der Erde gewährleisten Schutzerdungen den Ausgleich der Spannung. Auf diese Weise geerdet werden nur leitfähige Teile, die gleichzeitig aber nicht spannungsführend sind, wie zum Beispiel

  • Masten oder Zäune
  • Leitungen wie Wasserleitungen oder Gasleitungen
  • Heizungen.

Dabei muss es für jeden Stromkreis einen Schutzleiter geben, der mittels Anschlusses mit einer Erdungsklemme oder Erdungsschiene geerdet ist.

Alle Regelungen zum Schutz gegen elektrischen Schlag finden Sie in der DIN VDE 0100-410 und der VDE 0100-410:2007-06. Die Einrichtung von Schutzerdungen ist lebenswichtig und hat daher immer Vorrang vor der Einrichtung von Funktionserdungen.

Die Funktionserdung und ihre Aufgaben

Im Gegensatz zur Schutzerdung dient die Funktionserdung bzw. Betriebserdung nicht der Sicherheit: Wie der Name schon sagt, gewährleistet sie stattdessen das einwandfreie Funktionieren bzw. den störungsfreien Betrieb elektrischer Anlagen. Eine Funktionserdung

  1. leitet Störströme und Störquellen ab
  2. erdet Prüfadapter, Antennen und andere Geräte, die Funkwellen empfangen
  3. legt gemeinsame Bezugspotentiale zwischen elektrischen Einrichtungen und Geräten fest.

Sie verhindert damit Fehlfunktionen – in Privathaushalten zum Beispiel Bildstörungen bei Fernsehern oder Flackern von Licht.

Verbindung und Unterscheidung der beiden Erdungsarten

Funktionserdungen können nie die Aufgaben einer Schutzerdung übernehmen – umgekehrt ist dies jedoch eingeschränkt möglich. Bei Geräten bis zur Schutzklasse I kann auch die Schutzerdung den Betrieb sicherstellen. Bei Geräten der Schutzklasse II und III müssen Schutz- und Funktionserde unbedingt getrennt sein. Leitende Verbindungen kommen aber unter Umständen in Frage.

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