Neues aus der Welt des Bauens und Wohnens
Altbau oder Neubau als Geldanlage

Immobilie als Anlagemöglichkeit

erschienen am 05.06.2012

„Eurokrise, Dollarbombe, Inflation!“ Alles Begriffe, welche derzeit in der Medienlandschaft mit regelmäßiger Präsenz erscheinen. Besonders seit der Finanzkrise im Jahr 2008 lässt sich ein Trend in Richtung Geldanlage Immobilien erkennen. Teilweise ist diese Entwicklung auch der günstigen Zinspolitik der Europäischen Zentralbank zuzuschreiben, jedoch nicht gänzlich. Es stellt sich somit die Frage, was für und was gegen diese Geldanlage spricht.

Steuerimmobilie oder Eigennutzung

Grundsätzlich muss unterschieden werden in Geldanlage hinsichtlich Eigennutzung oder eine reine Steuerimmobilie. Zwar gelten beide als relativ sichere Kapitalanlage, jedoch existieren im Detail große Unterschiede.

Eine Steuerimmobilie stellt ein Objekt dar, welches nicht zur Eigennutzung angeschafft wird. Der Kauf einer Eigentumswohnung als Kapitalanlage stellt beispielsweise eine derartige Investition dar. Im Gegensatz zur Eigennutzung können dabei steuerliche Vorteile geltend gemacht werden. So sind Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten direkt als Werbungskosten anteilig absetzbar. Hinzu kommen jährliche Abschreibungssummen, welche je nach Investitionsart und -dauer variieren können. Dadurch wird es möglich, eine höhere Rendite zu erzielen. Ob sich eine Steuerimmobilie lohnt, dabei hilft die sog. Bruttomietrentenrechnung: Man nimmt dabei den Betrag der Nettomiete multipliziert mal 12 (Monate). Das Ergebnis noch einmal mal 100 nehmen und das Resultat durch den Kaufpreis teilen. So erhält man die Rendite in Prozent.

Beispielrechnung:

500 Euro (monatliche Mieteinnahmen) x 12 (Monate) x 100 : 110.000 Euro (Kaufpreis) = 5,5% Rendite

Doch Steuerimmobilien haben auch ihre Tücken. Einerseits ist ein gewisser Zeitaufwand für die Verwaltung (Mietvertrag, Austausch mit der Mietverwaltung, etc.) nötig, andererseits birgt sie ein gewisses Risiko hinsichtlich der Mieteinkünfte. Eine Steuerimmobilie nämlich ist nur dann wirtschaftlich lohnenswert, wenn regelmäßige Miteinnahmen zu verzeichnen sind und diese auch nicht durch stetig anfallende Reparaturen vermindert werden. Vor dem Kauf sollte man deshalb die Immobilie genau durchleuchten.

Eigenheim bauen contra Eigentumswohnung

Doch wie sieht der direkte Vergleich zur Anschaffung oder zum Bau eines Eigenheims bzw. einer Eigentumswohnung aus? Zwar können keine steuerlichen Abschreibungen geltend gemacht werden hinsichtlich des Kaufes, jedoch sind Handwerkerleistungen bis zu einer gewissen Höhe nach Einzug absetzbar. Handwerkerleistungen hinsichtlich des Baues sind dabei nicht eingeschlossen. Der große Vorteil bei der Anschaffung einer Immobilie zur Eigennutzung liegt im verminderten Risiko. Man hat selber mehr Einfluss, entsprechend anfallende Reparaturarbeiten nach eigenen privaten finanziellen Möglichkeiten zu steuern und zeitlich zu terminieren. Auch ist man nicht der Gefahr des Ausfalls von Mieteinnahmen ausgesetzt. Eher das Gegenteil ist der Fall. Man spart sich die eigene Miete und hat die Möglichkeit selber eine sichere Kapitalanlage fürs Alter zu erhalten. Des Weiteren ist eine mutmaßliche Beschädigung des eigenen Eigentums (Stichwort Mietnomaden) eher ausgeschlossen. Schlussendlich ist das Eigenheim auch immer ein Ort der Selbstverwirklichung, wo man sich zurückziehen kann und eigene Ideen und Vorstellungen umsetzbar werden. Dieses Gefühl der Freiheit und Unabhängigkeit ist zwar nicht mit Geld messbar, jedoch nicht zu vernachlässigen.

Egal, für welche Anlageform man sich entscheidet, eine Immobilie ist immer eine Sachwertanlage. Ein guter Schutz vor Geldentwertung ist damit gegeben. Grundsätzlich muss man, wie bei jeder Geldanlage, selber entscheiden, welche Ziele man sich setzt, welche Voraussetzungen gegeben sind und welches Risiko man einzugehen gewillt ist.

Finanzrechner rund ums Haus gibts hier.

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