Neues aus der Welt des Bauens und Wohnens
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Das eigene Zuhause im Fokus

erschienen am 11.12.2017

  • 2017 geht mit niedrigen Baugeldkonditionen zu Ende
  • Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: Mehrheit der Experten erwartet 2018 leichten Zinsanstieg
  • Gute Finanzierungsbedingungen für das eigene Zuhause

Mirjam Mohr, Vorstand Privatkundengeschäft der Interhyp AG

"Bei wohl keinem anderen Fest steht das Zuhause so im Mittelpunkt wie zu Weihnachten. Zuhause ist Geborgenheit. Zuhause ist Identität. Zuhause ist Sicherheit. Das gilt umso mehr, wenn es das eigene Zuhause ist.

Damit man sich auch wirklich zu Hause fühlt, müssen ganz viele Faktoren stimmen. Das gilt nicht nur für die Lage, die Größe oder die Anmutung des Objektes, sondern auch für die finanzielle Tragfähigkeit. Wer eine Immobilie kauft, muss sich mit seiner Finanzierung über viele Jahre hinweg - meist zwei bis drei Jahrzehnte - wohlfühlen.

Die niedrigen Kreditzinsen bieten nun schon seit einigen Jahren die Chance für eine preiswerte Kreditaufnahme. Dieses Zinsumfeld dürfte sich auch in den nächsten Monaten nicht grundlegend ändern. Doch die Kreditzinsen allein machen noch keine gelungene Baufinanzierung. Mindestens genauso wichtig ist, dass der Kredit in puncto Tilgung, Sicherheit und Flexibilität zum Kreditnehmer passt. Dass das klappt, dafür arbeiten wir bei Interhyp jeden Tag. Unsere Baufinanzierungsspezialisten helfen, aus über 400 Darlehensgebern die individuell am besten passende Lösung zu finden.

Gerne sind wir für Sie da - egal, ob Sie noch zur Miete wohnen und Ihr eigenes Zuhause realisieren wollen oder bereits dort wohnen und zum Beispiel eine Anschlussfinanzierung suchen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine schöne Weihnachtszeit und ein frohes Fest."

Zins- und Marktumfeld

Mit 2017 geht ein turbulentes Jahr zu Ende. Ob das Aufflammen der Nordkorea-Problematik, der Amtsantritt des US-Präsidenten, die Angst vor einer Konjunkturabkühlung in China, die Brexit-Verhandlungen, die Wahlen in Frankreich und in Deutschland nebst schwierigem Prozess der Regierungsbildung - all dies vermochte es nicht, die maßgeblich durch billiges Geld florierenden Märkte nachhaltig zu erschüttern. Zum Jahresende lässt sich konstatieren, dass sich die Märkte zumindest auf Argumentationsbasis diverser Kennzahlen relativ positiv entwickeln. Der Dax notiert bei rund 13.000 Zählern und damit gut 20 Prozent über Vorjahresniveau. Der Dow Jones hat mit über 24.000 Punkten einen neuen Höchststand erreicht. Die Inflation im Euroraum lag im November bei 1,5 im Vergleich zum Vorjahresmonat und hat sich das ganze Jahr über gut behauptet.

Die Arbeitsmärkte in Europa haben sich in den vergangenen Monaten weiterhin positiv entwickelt. In Deutschland gab es im November mit lediglich 2,368 Millionen Menschen ohne Job eine so geringe Arbeitslosigkeit wie seit über 25 Jahren nicht mehr. Auch in der übrigen Eurozone konnten zuletzt mehr Menschen einen Job finden. In den USA herrscht mit einer Arbeitslosenquote von rund vier Prozent nahezu Vollbeschäftigung; die US-Wirtschaftsleistung wuchs zuletzt um drei Prozent - trotz der Stürme. Viele Experten erwarten, dass die Fed Mitte Dezember die Zinsen zum dritten Mal in diesem Jahr anheben wird.

Paradoxerweise haben die bisherigen geldpolitischen Straffungsversuche der Fed und die Ankündigungen der Europäischen Zentralbank, die Geldpolitik zu straffen, nicht zu einem Anstieg der Zinsen geführt. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) bezeichnet dies in ihrem jüngsten Quartalsbericht als sogenanntes Straffungsparadox. Dazu komme es, wenn die Geldpolitik der Notenbanken vorhersehbar sei, was bei den Investoren zu einer höheren Risikobereitschaft führe.

Ein verlässlicher Indikator für die Entwicklung des Bauzinsniveaus bleiben die Renditen für Pfandbriefe und Staatsanleihen. Diese schwankten zwar im Lauf des Jahres je nach tagesaktuellen Wirtschaftsnachrichten deutlich in einem Korridor von rund 0,15 Prozent im April und über 0,5 Prozent im Juli. Alles in allem wird beim Renditeverlauf jedoch vor allem deutlich, dass Investoren deutsche Staatsanleihen insgesamt als sicheren Hafen suchen, was die Renditen unten hält. Die auch für Baufinanzierungen wichtige Benchmark liegt Anfang Dezember bei rund 0,3 Prozent.

Der Interhyp-Expertenrat

Die Finanzierung einer Immobilie zählt für viele Menschen zu den größten finanziellen Herausforderungen im Leben. Umso wichtiger ist es, sich dabei nicht von schwindelerregenden Kurs- und Wertsteigerungen in die Irre führen zu lassen. Besonders in den Metropolen haben die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren deutlich angezogen und sind mit Mietrenditen selten zu rechtfertigen. Wer abseits von spekulativen Wertzuwachsversprechen eine Immobilie gefunden hat, die seinen Vorstellungen entspricht, sollte auf eine solide Finanzierung achten. Dazu gehört neben einer möglichst hohen Anfangstilgung von mindestens 3 Prozent ebenso eine Zinsbindung, die zu den Vermögensverhältnissen passt. Lassen Sie sich bei einem Gespräch unbedingt beraten, wie sich verschiedene Zinsbindungsfristen und Tilgungshöhen auf die Restschuld einer Finanzierung auswirken.

Kurz und knapp: Das sagen die Experten

Auch zum Jahresende bleiben die von uns befragten Experten bei ihrer Einschätzung, dass kurzfristig seitwärts tendierende Zinsen am wahrscheinlichsten sind. Erst langfristig müssten sich Kreditnehmer auf höhere Konditionen einstellen.

Im Detail: Die Aussagen der Experten im Interhyp-Bauzins-Trendbarometer

  • Allianz: "Die Notenbanken haben in den letzten Wochen vor allem Signale gesendet, dass der Ausstieg aus der hohen Liquidität langsam geschehen solle."
  • Commerzbank: "Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihre Anleihekäufe im kommenden Jahr reduzieren. Ein ruckartiger Schwenk in der Geldpolitik steht jedoch nicht an. Denn die EZB nimmt lediglich den Fuß vom Gas ohne zu bremsen. Dies dürfte auf absehbare Zeit weder das strukturelle Niedrigzinsumfeld aus der Bahn werfen, noch die Vermögenspreise kollabieren lassen. Denn bei dauerhaft niedriger Inflation im Euroraum rechnen wir nicht mit einer Leitzinserhöhung der EZB vor 2019. Wir gehen davon aus, dass die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen auch in den kommenden Monaten unweit der aktuellen Niveaus handeln. Moderater Aufwärtsdruck im ersten Quartal aufgrund des üblicherweise erhöhten Angebots bei reduzierten EZB-Käufen dürfte nicht nachhaltig sein. Zum Jahresende 2018 dürften die Renditen von Bundesanleihen aufgrund des strukturellen Nachfrageüberhangs nur sehr moderat steigen und weiterhin deutlich unter der Marke von einem Prozent liegen."
  • HypoVereinsbank: "Zum Jahresende hin dürfte der Rentenmarkt seitwärts tendieren. Doch nach Neujahr steigt die Möglichkeit eines nachhaltigen Anstiegs der Renditen. Die Gründe hierfür sind vielfältig: robustes Wachstum, zunehmender Preisdruck (vor allem in den Vereinigten Staaten), höhere Leitzinsen (USA) und eine allmähliche Rücknahme der außerordentlichen Liquiditätsversorgung (USA und Europäische Wirtschafts- und Währungsunion). Auslöser für den Renditeanstieg dürften Umschichtungen professioneller Investoren sein."
  • ING-DiBa: "Auch die bevorstehende Steuerreform in den Vereinigten Staaten hat die Marktzinsen kaum bewegt. In den kommenden Monaten könnte es mit einer weiterhin starken Konjunktur und steigenden Ölpreisen zu einem leichten Anstieg der Zinsen kommen. Jeder Anstieg wird allerdings gering sein, da vor allem in Europa die EZB weiterhin Liquidität in die Märkte pumpt."
  • MünchenerHyp: "Kurzfristig rechnen wir mit gleichbleibenden Zinsen, da mit dem nahenden Jahreswechsel und der weiterhin hohen Unterstützung durch die EZB-Käufe keine große Marktbewegung erwartet wird. Längerfristig dürfte sich die Liquiditätssituation an den Märkten verschlechtern, da die EZB ihre Nettokäufe im Jahr 2018 zurückführen wird und die amerikanische Notenbank in 2018 mit dem Bilanzabbau beginnt."
  • Postbank: "Nachdem der EZB-Rat auf seiner Oktober-Sitzung eine Verlängerung seines Anleiheankaufprogramms um neun Monate bis September 2018 bei gleichzeitiger Halbierung des monatlichen Volumens auf 30 Milliarden Euro beschlossen hat, sind weitere relevante geldpolitische Beschlüsse vorerst nicht zu erwarten. Gleichwohl dürfte der nunmehr erfolgte Beginn des Ausstiegs aus der ultraexpansiven Geldpolitik – auch wenn noch ein langer Weg zu beschreiten ist - die Kapitalmarktzinsen auf Jahressicht moderat steigen lassen. Dies dürfte sich auch in der Entwicklung der Zinsen für längerfristige Hypothekendarlehen widerspiegeln."
  • PSD Bank Rhein-Ruhr: "In 2018 rechnen wir mit einem moderaten Anstieg des Zinsniveaus. Es erhöhen sich die Anzeichen für eine Lockerung beziehungsweise Reduzierung der Eingriffe der EZB. Der Wettbewerb unter den Banken wird sich vermutlich nochmals verschärfen, sodass Kunden weiterhin mit sehr günstigen Konditionen rechnen können."
  • PSD Bank RheinNeckarSaar: "Die EZB wird den Leitzins nur sehr langsam erhöhen, da steigende Renditen die Gefahr bergen, zu einer Belastung für die Volkswirtschaften zu werden. Dennoch strebt die Notenbank aber auf Sicht der kommenden Jahre eine Normalisierung der Geldpolitik an. Das Zinsumfeld ist nach wie vor günstig und wird es auch 2018 bleiben. Wir rechnen aber damit, dass die gute konjunkturelle Entwicklung spätestens gegen 2019 zu einer Zinswende führen wird."
  • Sparkasse zu Lübeck: "Mit der angekündigten Verringerung des Ankaufvolumens von Staats- und Unternehmensanleihen durch die EZB im Jahr 2018 und durch die stabile wirtschaftliche Entwicklung im Euroraum sollten sich mittelfristig die Zinsen für langfristige Baudarlehen leicht erhöhen."

Quelle: Interhyp

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