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Welche Nebenkosten können unvorhergesehen entstehen

Unvorhergesehene Nebenkosten beim Hausbau - hätten Sie daran gedacht?

erschienen am 10/11/2012

Für einen Bauherren tut sich ein Alptraumszenario auf, wenn seine finanziellen Mittel erschöpft sind, er jedoch noch ein unvollständiges Bauvorhaben hat. Der Grund für dieses Desaster sind oft unvorhergesehene Nebenkosten, welche in der Bauplanung nicht einkalkuliert oder beachtet wurden. Selbstverständlich sind nicht alle Problemfelder im Vorfeld finanziell berechenbar, jedoch ist es durchaus möglich, verschiede Bereiche gleich zu Beginn zu beachten. Die Beachtung der folgenden Nebenkosten sollte deshalb in der Finanzierungsplanung unbedingt Berücksichtigung finden:

Formalitäten

Einen hohen finanziellen Belastungsbereich stellen oft die bürokratischen Formalitäten und die damit verbundenen Kosten dar. Als Beispiel dafür können die Kosten für eine Grundschuldbestellung oder die Notargebühren genannt werden. Letztere setzen sich in der Regel aus den Kosten für den Vollzug des Geschäfts, sonstigen betreuenden Tätigkeiten und der Beurkundung der Hypothek/Grundschuld zusammen.

Gebühren

Zu den weiteren unvorhergesehenen Nebenkosten können auch Gebühren für das Vermessungsamt gezählt werden. Sind die Kosten für einen Lageplan oder eine Bauvorlage noch sehr moderat, können während oder nach der Bauphase noch nennenswerte Beträge für die Vermessung anfallen. In der Regel leiten sich diese Kosten aus der Baugesamtsumme ab und stehen nicht in Verbindung mit dem eigentlichen Arbeitsumfang der Behörde.

Steuern

Als weiterer Belastungspunkt fallen auch die Steuern an. Hierzu wären im Detail sowohl die Grunderwerbssteuer als auch die Kosten für die Grundschuldeintragung im Grundbuchamt zu nennen. Auch bei diesen Kosten richtet sich die Höhe nach der eingetragenen Summe. Das bedeutet, wenn ein Bauherr sich höher verschulden muss, ist gleichzeitig auch seine zu zahlende Steuersumme höher.

Anschlusskosten

Häufig werden in der Finanzierungsplanung auch etwaige Anschlussgebühren vergessen, denn in der Regel fallen auch bei voll erschlossenen Grundstücken Kosten für Strom-, Gas-, Wasser- und Kanalanschlüsse an. Schließlich werden auch für das Legen der Telefonleitung Aufwandbeträge in Rechnung gestellt.

Um einen besseren Einblick über die unvorhergesehenen Nebenkosten zu erhalten, sollten Bauherren sich im Vorfeld bei der Gemeinde oder von Fachstellen beraten lassen, welche Aufwendungen bei der Kostenplanung mit einzubeziehen sind. Auch die Kostensätze, also die Berechnungsformeln für die einzelnen Beträge sind dabei zu erfragen. Des Weiteren sind häufig auch die Banken sehr erfahren bei derartigen Zusatzkosten und erteilen in der Regel sachkundige Auskunft.

Behalten Sie den Überblick

Grundsätzlich ist aktuellen und zukünftigen Bauherren immer anzuraten, einen regelmäßigen Kassensturz auch während der Bauphase vorzunehmen. Dies verschafft einen umfassenden Überblick hinsichtlich der finanziellen Möglichkeiten und noch ausstehenden Tätigkeiten bzw. anfallenden Kosten. Im Falle von aus dem Ruder laufenden Kosten sind aufmerksame Bauherren durch das rechtzeitige Erkennen von finanziellen Unregelmäßigkeiten oder Defiziten in der Regel meist noch in der Lage, entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen, indem beispielsweise bei einzelnen Gewerken noch Einsparpotenziale genutzt werden.


Jeder Bauherr würde sich wünschen, einen Blick in die Kristallkugel werfen zu können, um sich gegen zukünftige negative Ereignisse wappnen zu können. Jedoch kann bei guter Vorrecherche und Planung eine detaillierte Kostenaufstellung dazu beitragen, unvorhergesehene Nebenkosten bereits im Vorfeld einzuplanen. Grundsätzlich bietet es sich immer an, auch hinsichtlich der Kreditanfrage einen gewissen Puffer mit einzukalkulieren. Das reduziert das Risiko für den Bauherren und vermeidet ungewollte Abtraumszenarien.

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