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Bild Holzfassade

Charmant verkleiden mit Holzfassaden

erschienen am 10/1/2015

Ökologisches Bauen hat Hochkonjunktur: Gesundes Wohnen ist längst nicht mehr nur für Allergiker ein Thema; zudem beschäftigt immer mehr Bauherren die Frage: Wie baut man nachhaltig? Für beide Aspekte steht die Holzfassade geradezu symbolisch: Der nachwachsende Rohstoff ist nicht nur unbedenklich – er passt auch hervorragend zu aktuellen Architektur-Trends.

Natürlich und einzigartig

Bei werkstoffgerechtem Einsatz besitzen Holzfassaden eine hohe Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten. Ohne Schutzanstrich vergraut die Holzfassade mit der Zeit, was für eine natürliche Wirkung sorgt – allerdings nicht jedermanns Geschmack ist. Durch unterschiedliche Verarbeitungstechniken und Anstriche ermöglichen Holzfassaden große Gestaltungsfreiräume  – und sind aufgrund des natürlich gewachsenen Werkstoffes in jedem Fall ein Unikat. Moderne Fertigungstechnologien und computergesteuerte Produktionsmaschinen haben die Montage und Bauzeit von Holzfassaden in den vergangenen Jahren erheblich verkürzt; die Vorfertigung der Fassadenteile spart Ihnen nicht nur Zeit, sondern auch Geld.

Hervorragende Ökobilanz

Natürlich getrocknetes Fassadenholz mit einer Feuchtigkeit von 15-20 % hat eine ausgezeichnete Ökobilanz: Der Energieaufwand für Transport und Verarbeitung beläuft sich auf rund 960 MJ/m³. Auf dem Bau entstehen (abgesehen von einer eventuellen Holzstaubbelastung durch das Schneiden) keine Schadstoffe; unbehandeltes Holz ist zudem ein völlig schadstofffreier Werkstoff. Der Rückbau-Aufwand von Fassadenholz ist vergleichsweise gering, je nach Art der Holzschutz-Behandlung kommen bei der Entsorgung Verbrennung oder thermische Verwertung in Betracht. Selbst in Anbetracht des höheren Renovierungsaufwands ist Fassadenholz eine nachhaltige und wirtschaftliche Fassadenverkleidung, deren ökologisches Profil deutlich günstiger ausfällt als bei Putz-, Stein-, Glas- oder Metallfassaden.

Verschiedene Ausführungen möglich

Damit sich hinter der Bretterschalung keine Feuchtigkeit staut, benötigt Ihre Holzfassade einen gut funktionierenden Luftaustausch. Zwei Ausführungsarten haben sich im Fassadenbau bewährt, mit denen Sie Holzfäule am Fassadenholz vermeiden: 

Hinterlüftete Holzfassade

Die aus Innen- und Außenschale bestehende Fassadenverkleidung wird bei hinterlüfteten Fassaden auf einer Unterkonstruktion montiert. Eine Isolierschicht in den Zwischenräumen der Grundlattung verbessert den Kälteschutz im Winter und den Hitzeschutz im Sommer; darauf wird die sogenannte Traglattung befestigtUnterhalb der Außenverkleidung bleibt ein Zwischenraum frei, die sogenannte Hinterlüftungsebene: Sie ist gleichzeitig für Lüftung und Dämmung zuständig. 

Belüftete Holzfassade

Anders als bei der Hinterlüftung erfolgt der Luftwechsel durch eine untenliegende Öffnung sowie durch die Fugen der FassadenbekleidungDie Fassade besitzt einen durchgehenden Luftspalt zwischen Wandbildner und der Außenverkleidung, der lediglich an der Unterseite mit der Außenluft verbunden ist und eine Entwässerungsmöglichkeit aufweist.  

Schwachstellen vermeiden

Bei der Holzkonstruktion ist äußerste Sorgfalt gefragt. Eine spätere Durchfeuchtung der Bretterschalungen vermeiden Sie, indem Sie bei

  • Eckausbildung
  • Stößen
  • Dach- und Fensteranschlüssen
  • Durchdringungen
  • und vor allem der Sockelzone

Schwachstellen vermeiden. An den Fenster- und Dachanschlüssen muss gewährleistet sein, dass ein nachträgliches Austrocknen des Holzes möglich ist. Nach Westen ausgerichtete Holzfassaden sind der Witterung am stärksten ausgesetzt. Berücksichtigen Sie dies bei der Fassadenplanung, indem Sie eine möglichst robuste Ausführung wählen. 

Aufbau der Holzverkleidung

Beim Fassadenbau erzielen Sie je nach Art der Schalung und verwendeten Hölzer ganz unterschiedliche Wirkungen: Für Häuser im Bauhausstil eignen sich schlichte Fassadenprofile, bei Schwarzwaldhäusern hingegen kommen Schindeln am besten zur Geltung. 

Anordnung der Schalung

  • Die einfache Verarbeitung macht Holz zu einem äußerst vielseitigen Baustoff. Neben Schindeln kommen horizontale, vertikale oder durchbrochene Schalungen in Frage. Für die vertikale Verlegung der Holzverschalung verwendet man
  • Deckleistenschalung
  • Hoch-Tiefschalung
  • Nut- und Kammschalung
  • oder die rechtwinklige offene Schalung.

Bei der horizontalen Verarbeitung werden die Profilbretter in Form einer

  • Rhomboid-Schalung
  • Nut- und Kammschalung
  • Stülpschalung
  • Keilstülpschalung

angeordnet. Wie in der Mode gilt auch hier: Längsstreifen machen schlank, waagrechte Streifen erzeugen eine breitere optische Wirkung. Bei einer hochwertigen konstruktiven Ausführung sind beide Anordnungsrichtungen gleich haltbar; da sich bei der Vergrauung jedoch unterschiedliche Erscheinungsbilder ergeben, ist die Wahl der richtigen Schalung nicht zuletzt vom gewählten Holz abhängig.

Auswahl der Holzart

Holz ist äußerst langlebig, solange es vor Feuchtigkeit geschützt ist. Wichtige Faktoren sind dabei die Wahl einer geeigneten Holzart, die Kontrolle des Feuchtegehaltes sowie eine qualitativ hochwertige Ausführung der Fassade. Im Lauf der Zeit wird sich das Holz je nach Witterungseinflüssen und geographischem Standort verfärben; je nach Holzart entstehen dabei Farbschattierungen von hellbraun bis dunkelgrau – diese Farbveränderung sollten Sie bei der Auswahl des Fassadenholzes unbedingt berücksichtigen! Übrigens:  Lärche, Kastanie und Douglasie sind von Natur aus resistent gegen Schädlinge; sie benötigen keine entsprechende Behandlung und eignen sich dadurch besonders gut für ökologisches Bauen!

Holzschutz bei Fassaden

Auch wenn unbehandelte Holzfassaden einen ganz eigenen Charme besitzen: Eine entsprechende Oberflächenbehandlung verzögert die Verwitterung und erhöht die Lebensdauer. Algen, Pilze und Insekten setzen dem Fassadenholz ohne Schutzmaßnahmen zu – im schlimmsten Fall wird ein frühzeitiger Austausch der Verkleidung nötig. Neben der chemischen Behandlung der Holzoberfläche erhöhen Sie die Lebensdauer mit folgenden Tipps: 

Konstruktiver Holzschutz

Der konstruktive Holzschutz ist dem chemischen in jedem Fall vorzuziehen. Hierzu zählen z.B. große Dachüberstände, die Niederschläge von der Fassade fernhalten. Eine gute Fassadenbelüftung beugt Insektenbefall (v.a. durch Hausbock und Splintholzkäfer) vor. Zusätzlichen Schutz bieten Fliegengitter an den Öffnungen. Unser Tipp: Pflanzen Sie keine Bäume oder Sträucher in unmittelbarer Nähe der Fassade – so minimieren Sie das Risiko eines Algen- oder Pilzbefalls!

Feuchtigkeit minimieren

Verwenden Sie für die Deckelschalung ausschließlich trockenes Massivholz. Für unbehandelte Fassaden eignen sich heimische Nadelhölzer wie

  • Lärche
  • Fichte
  • Tanne
  • Douglasie
  • sowie Robinie und Eiche.

Birke und Kiefer hingegen bedürfen einer Beschichtung durch Lacke oder Lasuren. Achten Sie unbedingt auf eine gute Holzqualität, deren Feuchtigkeitsgehalt nicht über 20 % liegt! Zudem muss die Bretterschalung oberhalb des Spritzwasserbereichs enden – also mindestens 30 cm über dem Boden. Damit verhindern Sie, dass der Sockelbereich von unten durchfeuchtet.

Qualität hat ihren Preis

Erstklassige Qualität von Material und Verarbeitung ist im Holzbau das A und O. Zwar gibt es durchaus günstige Angebote um die 40 Euro pro Quadratmeter. Diese sollten Sie allerdings eingehend prüfen – und nicht am falschen Ende sparen: Andernfalls haben Sie später mit Feuchteschäden, quellendem oder schwindendem Holz zu kämpfen. Eine hochwertige Holzfassade hat ihren Preis – und wie so oft im Baugewerbe gilt auch hier: Falsch sparen heißt doppelt zahlen, wenn Sie ihre Deckelschalung vorzeitig auswechseln müssen.

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