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Bild Infrarotheizung

Infrarotheizung unter der Lupe

erschienen am 5/3/2016

So funktioniert die Infrarotheizung

Diese spezielle Art der Elektroheizung arbeitet mit Infrarotstrahlen; deren Wirkung lässt sich gut mit Sonnenstrahlen vergleichen: Anders als eine Konvektionsheizung erwärmt sie nicht die Luft, sondern die angestrahlte Fläche. Die festen und flüssigen Körper im Raum nehmen also die Strahlungswärme auf und geben sie allmählich wieder ab.

Durch die Wärmeabgabe steigt die Temperatur der Raumluft, man spricht dabei von einem Strahlungsaustausch – man bezeichnet das Heizsystem deshalb auch als Wärmewellenheizung oder Strahlungsheizung.

Bedienung und Anbringung

In den meisten Fällen dient ein Funkthermostat zur Regulierung der Heizung. Dieses Thermostat besteht aus einem Sender und einem Empfänger, der zwischen Steckdose und Heizung montiert wird. Zu den größten Pluspunkten zählt die Flexibilität: Die Heizelemente bestehen in der Regel aus Glas-Karbonfaser mit unterschiedlichen Oberflächenmaterialien.

Je nach Art und Größe des Raums können Sie die Infrarotstrahler als Wand- oder Deckenheizung anbringen. Die Wärme verbreitet sich langsam und gleichmäßig über die gesamte Wohnfläche, ähnlich wie ein Kachelofen oder eine wasserführende Wandheizung – mit einem entscheidenden Vorteil: Sie können die Infrarotheizung ohne aufwändige Installation problemlos auch nachträglich anbringen; sie werden einfach an der Decken- oder Wandfläche montiert und an die Stromversorgung angeschlossen und verursachen daher kaum Installationskosten.

Gut zu wissen: Infrarotheizkörper müssen nicht vom Schornsteinfeger kontrolliert werden, dadurch entstehen nur sehr geringe Wartungskosten – und sie verfügen über eine sehr lange Lebensdauer.

Anwendungsbereiche von Infrarotheizungen

Verfügt Ihr Haus über einen guten Dämmstandard, können Sie die Infrarotheizung durchaus als Primärheizsystem nutzen. Gerade in Neubauten benötigt sie sehr wenig Energie, um die Raumtemperatur auf 20°C zu erhöhen. Für Altbauten mit schlechter Dämmung jedoch sind sie nur unzureichend geeignet, da die Beheizung zu einem hohen Verbrauch von Heizstrom (und dadurch zu hohen Heizkosten) führt.

Ideal als zusätzliche Heizung

Infrarot-Heizsysteme sind wie geschaffen als zusätzliche Stromheizung bei Fußbodenheizungen: In der Übergangszeit verbreiten sie z.B. im Wohnzimmer wohlige Wärme, wenn Sie die Heizkörper richtig platzieren – am besten so, dass Sie sich im unmittelbaren Strahlungsbereich aufhalten; dieser beträgt ca. 3 m.

Darüber hinaus können Sie die Infrarot-Paneele ausgezeichnet als Ersatzheizung oder im Außenbereich (z.B. auf der Terrasse) einsetzen – im ausgeschalteten Zustand verbrauchen sie keinerlei Energie und können so ganz nach Bedarf eingesetzt werden. 

Guter Ersatz für stromfressende Nachtspeicheröfen

Gegenüber einer Nachtspeicherheizung weisen Infrarot-Heizkörper klare Vorteile auf, weshalb sich der Austausch auf jeden Fall lohnt: Als punktuelle und flexible Direktheizungen erzeugen sie Wärme am gewünschten Ort, zur voreingestellten Zeit; diese neuere Art der Elektroheizung lässt sich platzsparend installieren – vor allem aber benötigt eine Infrarotheizung zum Heizen deutlich weniger Energie als ein Nachtspeicher. Dadurch rechnet sich der Austausch oftmals schon nach wenigen Jahren. 

Kombinationsmöglichkeiten, um Stromkosten zu sparen

Die Stromabhängigkeit zählt im Vergleich zu Pelletheizung und Co. auf jeden Fall zu den Nachteilen einer Elektroheizung. In Zeiten steigender Strompreise lohnt sich auf jeden Fall ein eingehender Preisvergleich beim Strombezug – aber auch auf anderem Weg können Sie Ihre Stromkosten dauerhaft senken:

Die Infrarotheizung können Sie mit Strom aus einer Photovoltaik-Anlage oder einem Mini-Blockheizkraftwerk betreiben. Gerade in Neubauten bietet sich die Kombination mit

  • Photovoltaikanlage
  • Kontrolliertem Be- und Entlüftungssystem
  • Kaminofen

an; auf diese Weise kann unten den richtigen Voraussetzungen (z.B. hinsichtlich der Dämmung) auch ein Passivhaus entstehen. Dadurch sind Sie nicht nur unabhängig von Heizöl – im Gegensatz zur Gasheizung benötigen Sie durch die Nutzung der Solarthermie keinerlei fossile Brennstoffe!

Anders als häufig behauptet wird, sind Heizungssysteme wie Wärmepumpe und Pelletheizung der Infrarotheizung in Sachen Energieeffizienz nicht eindeutig überlegen; im Gesamtkostenvergleich des i-Magazinsschlug die Infrarot- sogar die Wärmepumpenheizung deutlich.

Verschiedene Ausführungen für unterschiedliche Zwecke

Ursprünglich fand die Heizpaneel-Infrarotheizung vor allem in Kirchen, unterhalb der Kirchenbänke und entlang der Kirchenwände, Verwendung. Kugel-IR-Heizungen wiederum wurden insbesondere für hohe Räume (wie z.B. Treppenhäuser) konzipiert.

In Wohnräumen kommen moderne IR-Heizungen aufgrund verschiedener Bauarten als

  • Natursteinheizung
  • Bildheizung
  • Tafelheizung in Küche und Büro
  • Spiegelheizung im Bad
  • Glas-Infrarotheizung im Wintergarten

zum Einsatz. Sie lassen sich ästhetisch (oder auch ganz unauffällig) integrieren – so verwandeln sie sich in regelrechte Deko-Elemente.

Für Asthmatiker empfehlenswert

Infrarotheizungen erzeugen ein angenehmes Raumklima. Dies liegt auch daran, dass sie (anders als eine Konvektionsheizung) nicht die Luft direkt erwärmt, sondern über Wärmewellen die Festkörper im Raum aufheizt. Anders als bei der Konvektion entsteht also auch keine Luftzirkulation, die Staub aufwirbelt – und dies ist für Allergiker äußerst vorteilhaft.

Die Infrarot-C-Strahlung bewirkt darüber hinaus einen positiven Effekt auf die Gesundheit bei

  • Gelenkschmerzen
  • Rheuma
  • Verspannungen
  • Trockenen Schleimhäuten.

Sie regt Stoffwechsel und Blutzirkulation an – und wirkt darüber hinaus der Schimmelbildung in den Wohnräumen entgegen, die zu ernsten Gesundheitsschäden führen kann.

Richtig eingesetzt, ist die Infrarotheizung also nicht nur eine ästhetische und platzsparende Heizungslösung; mit den richtigen Energiequellen kombiniert, entstehen autarke Heizsysteme, die sich auch auf Ihr Wohlbefinden positiv auswirken.

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