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Putzarten für Außenwände – Entscheidungshilfe

erschienen am 01.06.2017

Aufbau von Außenputz

Außenputz besteht aus einem Grundputz (Unterputz) und einem Oberputz. Beide müssen eine Gesamtputzdicke von 20 mm aufweisen. Der Grundputz ist in der Regel 10 bis 15 mm dick und gleicht Unebenheiten aus. Der Oberputz (auch Edelputz genannt) wird in einer Stärke von 3 bis 10 mm aufgetragen und gibt der Fassade den letzten Schliff.

Zement- und Zementkalkputze für Keller- und Sockelbereich

Zement- und Zementkalkputze weisen eine hohe Druckfestigkeit auf und sind zudem starr. Solche Putze eignen sich wunderbar als wasserhemmende, frostsichere Grund-Putze für Fassaden. Der Putz kann sowohl maschinell als auch von Hand aufgebracht werden. Dabei müssen Sie nur auf einen

  • sauberen
  • griffigen
  • saugfähigen

Untergrund achten. Die Putze werden einlagig im Keller- und Sockelbereich aufgetragen, wodurch sie eine ausgezeichnete Basis für den Oberputz bilden.

Kunstharzputze für stabile Struktur der Außenfassaden

Kunstharzputz hat sich vor allem als Wärmedämmputz auf Wärmeverbundsystemen (WDVS) durchgesetzt. Er besteht aus Bindemitteln organischer Herkunft und enthält Pigmente und Füllstoffe, welche durch Polymerdispersions-Bindemittel gebunden werden. Diese robusten Oberputze sind witterungsbeständig, so dass es bei Hagel oder heftigem Regen nicht zu Abplatzungen oder Rissen kommt. Mit Kunstharzputzen lassen sich nahezu alle Untergründe verputzen, wobei sie vorwiegend als Sanierputz zum Einsatz kommen.

Silikonharzputze gegen Algen- und Moosbildung

Diese hochwertigen Putze sind für den Einsatz an Fassaden vorwiegend als Edelputz gedacht. Sie sind wasser- und beschädigungsresistent, auch Moos und Algen machen diesem strapazierfähigen Putz nichts aus. Ein weiterer Vorteil vom Silikonharzputz: er ist extrem widerstandsfähig gegen jegliche

  • biologischen
  • mechanischen
  • chemischen

Einflüsse von außen. Bei nach Norden ausgerichteten Fassaden, wo die Feuchtigkeit am meisten eindringt, ist die Verwendung des Silikonhartputzes besonders empfehlenswert.

Silikatputz – Dispersionen und Silikate in einem

Silikatputze stehen für wetterbeständige Fassadenbeschichtungen. Aufgrund ihrer ähnlichen Eigenschaften stellen sie eine kostengünstigere Variante von Silikonharzputzen dar. Silikatputz wird gerne bei historischen Gebäuden eingesetzt, weil er über eine Fülle von Farbvariationen verfügt. Da Silikatputz auf Silikonbasis mit Kaliwasserglas hergestellt wird, ist er leicht zu reinigen und unempfindlich gegenüber mechanischer Belastung.

Buntsteinputz für schwer beanspruchte Oberflächen

Buntsteinputz ist als Sockelputz weit verbreitet. Auch in Treppenbereichen macht er eine gute Figur. Da Buntsteinputze absolut kratz- und stoßfest sind, schützen sie Außenwände perfekt vor Feuchtigkeit und Witterungseinflüssen. Mit ihrer mosaikartigen Optik und einer Fülle an unterschiedenen Farbtönen werten sie jede Außenfassade auf.

Gut zu wissen: Buntsteinputz ist ein Dünnschichtputz, deswegen eignet er sich nur für die Oberflächenbeschichtung, sprich: als Edelputz.

Strukturputze – kreative Oberflächengestaltung für jede Fassade

Mit Strukturputz können Sie dank unterschiedlicher Körnungen Ihre Fassaden vielfältig gestalten. Schon mit passendem Zubehör wie Kelle, Strukturrollen oder Bürste lassen sich

  • Wischeffekte
  • Kratzmuster
  • Spachtelmuster

insbesondere für Erker oder Sockel erzielen. Diese Putze sind in verschiedenen Farben erhältlich, besondere Farbwünsche lassen sich durch individuelles Anmischen realisieren. Ein weiterer Designfaktor: diese Putze können Sie mit Dispersionsfarben problemlos überstreichen.

Reibeputz

Reiberputz ist ein körniger Mörtel, hauptsächlich auf mineralischer Basis. Sie glätten ihn am besten mit dem Reibebrett und bringen diesen strukturiert auf die Wand auf. Mineralischer Reibeputz zeichnet sich dadurch aus, dass er besonders atmungsaktiv und widerstandsfähig ist und deshalb auch für Außenwände verwendet werden kann.

Rollputz

Rollputz – wie der Name schon verrät – wird mit einer Farbrolle aufgetragen und lässt sich sogar nach dem Auftragen weiter modellieren. Es sind in der Regel Kunstharzputze, die angerührt sofort streichfertig sind.

Profi-Tipp von bau-plus: Für die Außenwände wiederum gibt es auf dem Markt spezielle mineralische Putze als Pulver, die auf der Baustelle mit Wasser verarbeitet werden müssen. Diese Fassadenputz-Variante steht für eine kratzfeste und robuste Fassadengestaltung, die Ihre Bausubstanz über Jahre hinweg vor Witterungseinflüssen schützt!

Urheber der Bilder:

  • Schulzfoto - Fotolia.com
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