Bau von Häusern wird teurer in Deutschland
Neues aus der Welt des Bauens und Wohnens

Das Bauen von Häusern wird in Deutschland immer teurer

erschienen am 20.08.2012

Die Kosten für einen Hausneubau sind in den letzten zwölf Monaten um 2,7 Prozent angestiegen. Damit lagen sie sogar über der Inflationsrate. Hauptsächlich waren es die Rohbauarbeiten, die teurer wurden. Wer in Deutschland ein Haus baut, musste im Mai 2012 fast drei Prozent mehr zahlen als noch vor einem Jahr. Das Statistische Bundesamt (Destatis) erhob die preislichen Entwicklungen für den Neubau von Wohngebäuden, die auf konventionelle Weise gefertigt wurden (Bauliche Leistungen am Bauwerk inklusive Umsatzsteuer). Ergebnis: der Preisindex lag hier um 2,7 Prozent höher als im Mai 2011. Der Preisanstieg hatte im Februar 2012, verglichen mit dem Vorjahr, noch bei 2,8 Prozent gelegen. Anschließend stieg der Preisindex von Februar 2012 bis Mai 2012 um 0,6 Prozent.

Roh- und Ausbauarbeiten besonders vom Preisanstieg betroffen

Bei den Arbeiten am Rohbau und im Ausbau stiegen die Preise besonders, hier war eine Erhöhung um jeweils 2,7 Prozent zu verzeichnen. Spitzenreiter beim Preisanstieg sind die Dämmarbeiten an technischen Anlagen mit einem Plus von 4 Prozent. Es folgen die Arbeiten an Heizanlagen und zentralen Wassererwärmungsanlagen sowie Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten mit einem Anstieg von jeweils 3,7 Prozent. Im Bereich der Stahlbauarbeiten war dagegen lediglich eine Erhöhung um 0,6 Prozent zu bemerken, bei den Verbauarbeiten ein Plus von 1,4 Prozent. Damit bilden diese beiden Gewerke die Schlusslichter. Ein Rückgang der Preise war bei den Bauarbeiten in Bezug auf Wohngebäude auf keinem Gebiet zu bemerken. Weiterhin wurden die Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden (Mehrfamiliengebäude ohne Schönheitsreparaturen) teurer: Im Vergleich zum Vorjahr betrug die Zunahme der Kosten rund 3 Prozent. Die Baupreisindizes der Nichtwohngebäude (Bürogebäude und gewerbliche Betriebsgebäude) erhöhten sich gegenüber Mai 2011 um jeweils 2,5 Prozent. Binnen Jahresfrist stiegen die Preise im Straßenbau um fast 4 Prozent.

Immobilien als Renditeobjekte begehrt

Trotz der Preiserhöhungen bei den Bau- und Instandhaltungskosten sind Immobilien für Anleger nach wie vor attraktiv, somit scheint ein Hauskauf in Hagen oder anderen Städten weiterhin rentabel zu sein. Auch Versicherungen entdecken verstärkt den deutschen Immobilienmarkt. Siegfried Cofalka, Vorstand der SEB Asset Management, erklärte, dass die Risikoprämien verglichen mit sicheren Staatsanleihen in Deutschland am höchsten sind. Hier können bis zu 5 Prozent mehr Gewinn erreicht werden, was eigentlich ungewöhnlich sei. Die höchsten Renditen beim geringsten Risiko erhält man in Deutschland, in Spanien haben die Staatsanleihen bei den Renditen die Nase vorn. Diese Tatsache weckt bei Versicherungen und anderen institutionellen Anlegern großes Interesse. Der deutsche Markt erweist sich als äußerst attraktiv, bei Immobilieninvestments müsse man aber stark differenzieren: Laut Cofalka ist Europa zweigeteilt. Während in Amerika das Auslaufen der Steuerpakete droht, wächst Asien, ist dabei aber überaus volatil. Die institutionellen Anleger stürzen sich deshalb häufig auf gut vermietete Gewerbeimmobilien in herausgehobener Lage. Sie dienen als sichere Kerninvestments innerhalb einer Anlagestrategie. Cofalka ist trotz kurzfristiger Unsicherheiten in Bezug auf die Entwicklung der Immobilienpreise positiv gestimmt. Seiner Meinung nach wird die gute Entwicklung über 2014 hinaus andauern.

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