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Heizkosten einer Gasheizung

Heizungs-Check: Die Gasbrennwerttherme im Überblick

erschienen am 2/11/2014

Gerade im Zusammenhang mit der neuen Energiesparverordnung (EnEV 2014) sind Heizungssysteme fürs Eigenheim ein brandheißes Thema. Nach Elektroheizung und Holzpelletheizung werden diesmal die Vor- und Nachteile einer Gasbrennwerttherme beleuchtet: Im Folgenden sind die wichtigsten Infos zu Technik, Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Systemen und zum Energieverbrauch, der beim Heizen mit Erdgas anfällt, zusammengestellt.

Technisches Prinzip der Gasbrennwerttherme

Gasheizungsanlagen sind gegenüber einer Öl- oder Pelletheizung äußerst platzsparend, da die Zu- und Ableitungen direkt an die örtliche Gasversorgung angeschlossen werden und kein Lagerraum für den Brennstoff benötigt wird. Auch der Abgaszug im Kamin ist nicht mehr notwendig, denn der Brennstoff wird deutlich sauberer (und damit auch effizienter) verbrannt. Zwar liegen die Betriebskosten etwas höher als die einer Ölheizung: Aus Sicht der Umwelt liegt die Gastherme jedoch eindeutig vorn.

Für die Warmwasserheizung wird in der Regel ein sogenannter Brennwertkessel eingesetzt, bei dem der Brennwert oder Energieinhalt beinahe komplett genutzt wird. Beim Verbrennen von Erdgas entstehen neben Hitze auch Abgase, die der Brennwertkessel abkühlt: Wasserdampf und weitere Substanzen im Abgas kondensieren. Dabei wird aus dem Wasserdampf weitere Energie in Form von Wärme freigesetzt –die Energieeffizienz der Erdgasanlage wird so erheblich gesteigert.

Moderne Brennwerttechnik verwertet heiße Abgase außerdem ein zweites Mal für die Erhitzung von Brauch- und Heizwasser. Der Wirkungsgrad (meist als Kessel-Nutzungsgrad angegeben) steigt auf diese Weise noch weiter, der Erdgasverbrauch geht nach unten. Weitere Möglichkeiten des Energiesparens ergeben sich z.B. durch den Einsatz eines Niedertemperaturkessels.

Vorteile eines Niedertemperaturkessels

Das Prinzip einer Niedertemperaturheizung beruht darauf, dass die Vorlauftemperaturen deutlich niedriger liegen als bei herkömmlichen Systemen, mit Brennwertkesseln lassen sie sich problemlos kombinieren. Abhängig vom Bedarf wird die Kesselwassertemperatur dann gesteuert und z.T. bis auf Zimmertemperatur abgesenkt; so werden Stillstandsverluste minimiert.

Zwar arbeiten Niedertemperaturheizungen sehr wirtschaftlich, doch weisen sie auch einige Nachteile auf: Gerade größere Gebäude werden deutlich langsamer geheizt, zudem fällt nicht mehr automatisch Warmwasser als Nebenprodukt ab. Der Kessel selbst muss aus korrosionsfestem Material bestehen, wodurch zusätzliche Anschaffungskosten entstehen – diese amortisieren sich jedoch durch den gesunkenen Bedarf an Erdgas relativ rasch.

Kombinationsmöglichkeiten: Luft-Abgas-System und Solarthermie

In jedem Fall empfiehlt sich der zusätzliche Einbau eines Luft-Abgas-Systems bzw. Luft-Abgas-Schornsteins (LAS): Warme Ab- und kühle Zuluft des Heizungssystems verlaufen durch zwei getrennte, aber direkt nebeneinander liegende Leitungen. Dadurch wird auch die Restwärme der Abgase verwertet. In Bestandsbauten ist eine Umrüstung des bestehenden Schornsteins möglich, für Neubauten ergeben sich unterschiedliche Varianten der Ausführung.

Schon heute stellt zudem die Hybridheiztechnik aus einer Gasheizung und Solarthermie eine interessante Möglichkeit dar, um schrittweise von fossilen Brennstoffen unabhängig zu werden. In der neuen Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) ist für Neubauten ein Anteil an regenerativen Energien bei Heizung und Warmwasserbereitung vorgeschrieben. Die Vorteile für die Umwelt liegen auf der Hand, doch auch aus finanziellen Aspekten ist die Kombination von Gas und Sonne als Wärmelieferanten durchaus attraktiv: Bei der Warmwasserbereitung lassen sich auf diese Weise bis zu 60 % der Betriebskosten einsparen.

Zukunftsperspektive der Gasheizung

Die Gasbrennwerttherme stellt im Moment den ‚goldenen Mittelweg‘ dar: Zwar macht sie nicht unabhängig von fossilen Brennstoffen, doch die Energiebilanz ist deutlich besser als die einer herkömmlichen Ölheizung; durch die Kombination mit alternativen Systemen bleibt sie auf absehbare Zeit weiter zeitgemäß.

Auf lange Sicht jedoch werden sowohl Gas- als auch Ölheizung von nachhaltigen Systemen verdrängt werden – auch deshalb, weil ihre Betriebskosten steigen werden, während regenerative Energien zunehmend günstiger werden.

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