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Bild Masarddach

Mehr Platz im OG durch Mansarddach

erschienen am 11/3/2015

Das Mansarddach oder auch Mansardendach ist eine außergewöhnliche Dachform, die in Frankreich entstand. Ihr architektonischer Ursprung liegt im 16. Jahrhundert. Kein geringerer als Pier Lescot entwarf das erste Dach dieser Art für den Pariser Louvre. Aufgegriffen im 17. Jahrhundert durch den Baumeister Francois Mansart erhielt es schließlich seinen Namen – das Massivhaus als Mansarddachhaus wurde zu einer typischen Bauweise des Barock.

Bauliche Besonderheiten

Ein Mansarddachhaus besteht aus mehreren Dachflächen in unterschiedlichen Neigungswinkeln. Das Grundgerüst bildet ein vergleichsweise steiles Dach – zum Beispiel ein Walmdach oder ein Satteldach. Je nach Basis unterscheidet man deshalb zwischen Sattel-Mansarddächern oder Mansardgiebeldach und Mansardwalmdach. Zwischen Traufe und First liegt der Bruch der Dachfläche. Das darüber liegende Oberdach ist weniger stark geneigt. Für die Konstruktion eines Mansarddaches geht der Architekt vom Hauptbalken der Dachgeschossdecke aus. In welcher Höhe der First liegen soll, lässt sich durch einen Halbkreis bestimmen, der von diesem Balken aus gezeichnet wird.

Mehr Platz als unter Sattel- und Walmdach

Der große Vorteil ist, dass durch das steilere Unterdach unter einem Mansarddach wesentlich mehr Platz vorhanden ist als beispielsweise unter einem Sattel- oder Walmdach. Dies ist vor allem dann für Bauherren interessant, wenn der Bebauungsplan der Region weniger Geschosse vorsieht als ursprünglich gewünscht. Doch Vorsicht: Unter bestimmten Voraussetzungen gilt auch die Mansarde als Vollgeschoss. In so einem Fall rentieren sich eventuell auch die Mehrkosten, die eine solche Dachkonstruktion verursacht. Vor allem der hohe Holzverbrauch und die Komplexität des Dachstuhl-Aufbaus lassen die Rechnung beim Hausbau steigen.

Extravaganz durch außergewöhnliche Optik

Das Mansarddach erlebte um die Jahrhundertwende eine Renaissance. Nicht zu Unrecht: Sie können kaum spektakulärer bauen als mit dieser Dachform. Vor allem in Kombination mit einem Balkon oder einer Terrasse stehen Mansarddächer für gepflegte und ästhetische Wohnkultur. Die extravagante Optik kommt auch dadurch zustande, dass Sie bei der Wahl der Eindeckungsmaterialien vollkommen frei sind. Möglich sind moderne Materialien, aber auch traditionelle wie Ziegel oder Schiefer.

Keine Photovoltaik möglich

Wer sich für ein Mansarddach entscheidet, muss allerdings gleichzeitig auf eine Photovoltaikanlage auf dem Dach verzichten. Wegen des ungewöhnlichen Aufbaus des Dachs ist kaum Montagefläche für Sonnenkollektoren vorhanden. Fazit: Der Bau eines Mansardendachhauses lohnt sich, wenn Sie viel Wohnraum benötigen. Auch aus optischen Gründen ist ein Mansarddach eine gute Wahl – Voraussetzung ist, dass Sie höhere Kosten nicht scheuen, denn sowohl der Bau als auch Reparaturen an dieser Dachform sind kompliziert und dadurch kostenintensiv.

 

 

 

 

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